Steuern in Deutschland / staatlicher Eingriff - Erziehung (Forum)
Zumindest wollen SPD und Grüne das derzeitige Ehegattensplitting abschaffen.
Ich bin jetzt mal ganz "böse" und behaupt mal "Irgendwoher muss das Geld ja kommen, das man verteilen möchte und da bietet es sich halt an einfach die Menschen zu zwingen zu arbeiten und nicht faul daheim zu sitzen.". Wenn das dann auf Kosten der Familien bzw. der Kinder geht, dann ist das doch egal. Entweder die Familie hat mit einem "arbeitenden Menschen" genug Geld, dann ist das dieser Familie auch egal oder es passt halt nicht, dann müssen halt beide arbeiten. Damit kommen die Kinder schon klar, ist ja aktuell schon bei den meisten Familien so, dass eh beide arbeiten müssen.
Also, es gibt es ja auch tatsächlich Leute die gerne arbeiten wollen. Mit Kindern ist das aber gar nicht so einfach. Und selbst wenn Du eine sogenannte "Vollzeit"-Betreuung in Anspruch nimmst ist es in der Regel kaum möglich, einem Vollzeitjob nachzugehen. U.a. darum sind z.B. Alleinerziehende von Armut bedroht und es stellt in der Praxis aus meiner Sicht ein gutes Modell dar wenn beide Elternteile arbeiten, aber halt nicht 100 Prozent.
Viele Leute in sozialversicherungspflichtige Jobs zu bringen, Männer wie Frauen, ist ja erstens lukrativ für den Staat und zweitens eine gute Absicherung gegen (Alters-)Armut.
Wir können ja ein "Recht auf Homeoffice" gesetzlich fest schreiben, dann hat das Problem halt der Arbeitgeber wenn neben dem Homeoffice noch die Kinder "nebenher" mit betreut werden.
Hast Du keine Kinder? ich glaube die Zahl derer die versuchen ihre Kinder freiwillig "nebenher" zu betreuen dürfte seeehr überschaubar sein... da verlieren nämlich alle.
Interessiert ja den Gesetzgeber ähnlich wenig wie bei der Einführung von neuen Feiertagen. Da lässt man sich dann als Politiker feiern und zahlen dürfen das dann die Unternehmen oder wenn es machbar ist halt der Verbraucher selbst, wenn die Unternehmer die Leistungen teurer machen.
Welcher Feiertag wurde denn neu eingeführt? Hab ich nicht mitgekriegt... insgesamt habe ich nicht das Gefühl, dass die deutsche Politik arbeitgeberfeindlich ist, ganz im Gegenteil.
Geklagt wird natürlich die ganze Zeit seits der Unternehmer, dabei zählen wir trotz oder gerade wegen unserer recht stark regulierten Marktwirtschaft mit Teil-Mitbestimmung zu den produktivsten und erfolgreichsten Ländern der Welt.
Aber ja, eine hohe Inflation ist ja perfekt, dann sind die Staatsschulden auch weniger wert und die Rückzahlung geht auch einfacher. Allen ist geholfen - ok, dem der wenig verdient halt nicht so, aber das ist den Politikern ja egal. Passt schon und läuft alles in die richtige Richtung.
Versteh ich nicht, weil wir ja eine sehr niedrige Inflation haben und sich die Gehälter problemlos anpassen lassen. Ich halte das für volkswirtschaftlich normal und notwendig. Aber das ist jetzt echt nicht meine Fachgebiet!
Wenn dann die Mieten noch teurer werden, dann regeln wir das halt auch per Gesetz, aber vorher noch die letzten staatlichen Wohnungen verkaufen.
Das sollten wir wahrscheinlich beides echt nicht tun!
Und über richtig satte CO2-Steuern machen wir halt Autofahren, Fleisch essen, etc. so richtig teuer. Ist ja auch egal wenn sich dann Normalverdiener zwangsweise umstellen. Warum überzeugen wenn es mit Zwang doch so viel einfacher geht.
Jetzt gehst mir vielleicht langsam an die Gurgel, aber Autofahren ist per se ja nicht wirklich billig oder gar wirtschaftlich. Es wird in Form der ganzen Infrastruktur (Straßenbau etc.) extrem staatlich subventioniert und zwar auch von Leuten, die nicht Auto fahren (Der Autofahrer als Melkkuh ist eine Legende. Die Melkkuh ist der, der anteilig an seinem Einkommen viel Mehrwertsteuer bezahlt, also alle Leute mit relativ wenig Geld). Mit 1,5 Tonnen Fahrzeug 1,2 Personen zu transportieren ist sehr unwirtschaftlich. Oder eben Luxus. Und die ökologischen Folgekosten sind ja auch nicht richtig eingepreist.
Für Fleisch gilt das gleiche, es ist (zu) billig, weil wir Lebewesen behandeln wie ein industrielles Massenprodukt und neben dden Tieren auch die Umwelt ausbeuten. Ob wir über Zwang oder Einsicht davon wegkommen ist langsam nicht mehr so wichtig, wir haben ja nicht mehr allzuviel Zeit.
Trotzdem ist es natürlich wahr und nicht schön, dass Verteuerungen da vor allem im kleineren Geldbeutel auffallen. HJS hat ja neulich treffend hier beschrieben, dass individuelle Mobilität halt auch mal ein Freiheitsversprechen an ALLE war.
Ist ja nicht so, dass die Menschen in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern nicht schon extrem viel Steuern zahlen (ok, eben genau die Ehepaare mit Kindern nicht ganz so extrem viel mehr Steuern - aber das wollen wir - SPD und Grüne - ja ändern), da wäre es ja blöd, wenn wir einfach die Steuerlast bei Singles senken. Nein, bei der Steuerlast, da muss Deutschland natürlich ganz vorne (ok, 2. Platz ist zumindest auf dem "Treppchen") sein - siehe https://www.welt.de/wirtschaft/article175842986/Steuerlast-Nur-ein-Land-verlangt-noch-hoehere-Steuerbeitraege-von-den-Buergern.html.
Ich glaube nicht, dass alles Steuergeld gut und sinnvoll ausgegeben wird. Klar! Trotzdem funktioniert der Laden insgesamt sehr gut, daher ist die Höhe der Steuerlast doch auch immer ein wenig Polemik bzw. Ideologie.
Mein Vorschlag:
Endlich alles zurückholen, was uns durch CumEx, CumCum etc. von den Banken gestohlen wurde, bevor es bald verjährt!!!
Und so lange mehr Steuerfahnder einstellen, so lange diese sich durch die aufgedeckte Steuerhinterziehung noch quasi selbst bezahlen (das tun sie nämlich). Und dafür dann gerne Steuern und Abgaben für ALLE senken!
Die erste "Reichensteuer" haben wir ja auch schon mit dem modifizierten Solidaritätszuschlag. Wenigstens trifft das keine "Armen" aber nervig finde ich halt, dass man aus einem Solidaritätszuschlag für "Aufbau Ost" einfach mal so eine "Reichensteuer" für Singles ab 73.000,- und für Familien ab 136.000,- Euro Jahreseinkommen macht und das dann als "Entlastung für die meisten Arbeitnehmer" verkauft.
Naja aber das ist es doch.
Sorry, das ist genau so, wie wenn sich manche Politiker hin stellen und bei den Corona-Einschränkungen von "Vergünstigungen für ..." reden, sorry, aber das sind halt nun mal notwendige Einschränkungen der persönlichen Freiheiten die man nur "zurückgeben" kann aber niemals "jemanden wieder zugestehen" oder ähnlich Formulierungen. Gott sei Dank ist die Wortwahl hier in den letzten Tagen etwas besser geworden.
Den Vergleich zwischen Besteuerung und Einschränkung von Grundrechten gehe ich nicht mit. Geldverdienen ist kein unveräußerliches natürliches Recht. Wir verdienen unser Geld ja nicht im luftleeren Raum aus uns heraus, sondern weil andere mit uns kooperieren, weil wir(gratis) Bildung genossen haben, die öffentliche Infrastruktur nutzen können (Strom, Wasser, Straßen...) und weil ein Staat einen verlässlichen rechtlichen Rahmen dafür bietet.
Und Steuern sind gesetzlich legitimiert, während unsere Grundrechte ja erst mal nur durch die Exekutive kassiert wurden. Eigentlich ein Wahnsinn!
Dass es sich nur um ein Zurückgeben handelt und man das auch so ausdrücken muss: völlig richtig!
