"Qutoenfrau" sexistisch? (Forum)
Der Nachholbedarf besteht insbesondere auch, weil in den Köpfen Vieler einfach noch das alte Rollenmodell: Vater Geld verdienen/Karriere machen - Mutter zuhause bleiben/Kinder erziehen verankert ist. Für einige sind Mütter, die zu früh wieder arbeiten gehen immer noch Rabenmütter. Laut aussprechen werden es heute die wenigsten, aber es denken immer noch zu viele so. Und genau aufgrund dieser Denke ist bei uns das Netz an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder fast aller Altersstufen immer noch zu wenig ausgebaut. Im Osten der Republik ist das anders.
Auch wenn ich in meiner individuellen Situation davon profitiere, bin ich doch der Meinung, dass das Ehegattensplitting dringend abgeschafft gehört. Es stammt aus den 50er oder 60er Jahren, als das Modell noch uneingeschränkt galt und machte aus damaliger Sicht Sinn. Heute verhindert es oft, dass Frauen Vollzeit arbeiten und Karriere machen. Deshalb bleibt es meist dabei, dass der Mann arbeiten gehen muss, weil damit das notwendige Familieneinkommen leichter erzielt werden kann. Für Frauen lohnt es sich aufgrund des Steuerrechts nicht wirklich, auch in Vollzeit zu arbeiten. Durch diese beiden Stellschrauben (Betreuungsmöglichkeiten/Steuerrecht) wird zementiert, dass Frauen weniger Führungspositionen wollen und/oder bekommen. Das ist von den konservativen alten Herren auch so gewollt.
Und ich hoffe sehr, dass sich das schnell ändert, wenn endlich mal die alten Unionsmänner die Änderung der Rahmenbedingungen für eine wirkliche Gleichberechtigung nicht mehr so leicht blockieren können. Und wenn es nur das ist, was eine junge Mutter als Kanzlerin umsetzt, hat es sich langfristig schon gelohnt, sie zu wählen. Mit den beiden anderen Kandidaten ist das wieder nicht zu erwarten und es dauert wieder mindestens 4 Jahre länger bis D endlich mal in der familien- und frauenpolitischen Moderne ankommt.
