"Qutoenfrau" sexistisch? (Forum)

Nikiforov, Thursday, 06.05.2021, 23:39 (vor 1841 Tagen) @ lustiger_hans

Ist der Ausdruck Quotenfrau dann sexistisch?


Ja, selbstverständlich.


Wie würdest Du dann (nicht sexistisch) eine Frau bezeichnen die aufgrund einer Frauenquote in ein Gremium berufen wurde?


Natürlich ist "Quotenfrau" sexistisch!

Es handelt sich dabei um eine Besetzung ohne Ansehen der Kompetenz auf Grund einer Vorschrift. Also "Vorschriftsfrau";-) .

Warum gibt es eigentlich keine Diversenquote?


Was soll jetzt diese Frage? Es geht nicht darum ob eine Frauenquote sinnvoll ist oder nicht - meiner Meinung nach ist eine Frauenquote nur bedingt dazu geeignet mehr Frauen in verantwortungsvolle Positionen zu bekommen aber mir fällt auch, vor allem für sehr große Firmen, keine bessere Möglichkeit ein. Bei uns sind in der Geschäftsleitung ca. 1/3 Frauen aber es ist sehr schwer diesen Anteil zu halten da es einfach mehr Männer als Frauen gibt die in leitende Positionen wollen. Bei der Abteilungsleitung ist es fast noch schwerer. Mir kommt es so vor, als ob vor allem die direkte Personalverantwortung (Einstellung / Entlassung / Personalführung / etc.) von Frauen eher "gemieden" wird. Kann aber auch ein subjektiver Eindruck sein, da mir das Thema auch nicht besonders liegt. ;-)

Es geht mir nur darum, dass ich die Bezeichnung "Quotenfrau" für sich alleine zwar nicht sehr schmeichelhaft finde, aber mir auch kein anderer Begriff einfällt wenn aufgrund einer Frauenquote eingestellt bzw. explizit gesucht wird. Dazu mal eine Frage: Darf man in einer Stellenanzeige eigentlich "nur Frauen" suchen und dadurch Männer von der Bewerbung ausschließen wenn man weis, dass man aufgrund einer bestehenden Frauenquote keinen Mann einstellen wird und wenn man das darf, wie funktioniert das beim anonymisieren der Bewerbungsunterlagen (was ich übrigens bei der Auswahl zum Bewerbungsgespräch sinnvoll finde)?

Eine Frauenquote kann da etwas bewirken, wo qualifizierte Frauen in der Breite aus sexistischen Gründen nicht für die Positionen ausgewählt werden.

Absolvieren also 50% Frauen einen Studiengang, sollte man in der Fachrichtung irgendwann eine Parität feststellen. Wenn nicht, kann man über Maßnahmen reden.

Versuch das z.B. mal bei einem Ingenieursdienstleister: Du bekommst das Personal nicht! Schlicht auch deswegen, weil der Absolventenanteil nicht 50/50 ist.

Dort wird durch die Frauenquote ggf. Diskriminierung geschaffen. Man MUSS eine Frau auswählen. Wenn es eine scharfe Quote ist (= Strafen bei Nichterfüllung), landen nicht die Qualifiziertesten, sondern eben die einzige Frau auf der Stelle. Das gibt dann Probleme mit dem Thema "Quotenfrau". Erschwerend kommt die von dir angesprochene "verengung": Man bekommt nach oben hin immer weniger Frauen. Und bei denen, die übrigbleiben, gibt es oft einen guten Anteil "intrigante Wegbeißerinnen", die einem leider oft ganze Bereiche innerhalb kurzer Zeit kaputt machen oder gutes Personal vergraulen, die muss man dann (ebenso wie das männliche Pendant, zu dem aber meist mehr Alternativen da sind) im Bewerbungsprozess aussortieren.

Bei einer Stellenanzeige wäre interessant, wenn einer ausschreibt "darf wegen Quote nur mit einer Frau besetzt werden". Ich glaube, das wäre auf Seite 1 diverser Zeitungen.

Anonymisierte Unterlagen können sicherlich ein Stück weit helfen, ich sehe da aber gewisse praktische Probleme: Die Person steht dann irgendwann vor mir. Und wenn ich nicht nur eine Person zum Gespräch einlade, sondern fünf, würde der Sexismus da ggf. wieder greifen. Ebenso ist das Anonymisieren von Unterlagen wie Arbeitszeugnissen nicht gerade eine einfache Sache. Überall, wo ich mir ein tieferes Bild von der Person machen muss, stösst das an Grenzen. Die Vorurteile gegenüber bestimmten Namen oder Fotos lassen sich ein bisschen abmildern, das wars aber dann auch.

Völlige Phantomdiskussion von Dir. So wie niemand eine "divers"-Quote fordert, so wenig fordert jemand eine verbindliche Quote in Ingenieurberufen. Wenn große börsennotierte Unternehmen mehr als drei Personen im Vorstand haben, DANN MUSS MAN BEGRÜNDEN KÖNNEN WARUM KEINE FRAU DABEI IST. Das ist es auch schon, meines Wissens. Finde ich okay, wenn auch vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss. Hast Du Angst davor, bist Du inkompetentes Vorstandsmitglied einer Aktiengesellschaft oder so? ;-)


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