Pro Rad - Gegen Engstirnigkeit (Forum)

Schindluder, Wednesday, 13.09.2017, 11:10 (vor 3144 Tagen) @ Chris (aus WS)

Von Hass keine Spur. Hier in der Bar ohnehin nicht, aber auch sonst ist die Diskussion eher von gegenseitigem Unverständnis geprägt als von Hass.
Bei der Wahl des situativ geeigneten Verkehrsmittels geht es aber nicht nur darum, was für den jeweils anstehenden Weg das Praktischste ist, sondern auch darum, was man mit der eigenen Verkehrsmittelwahl anderen an Lärm und Abgasen zumutet. Und da darf man schon festhalten, dass sich viel zu viele viel zu oft trotz anderer Möglichkeiten fürs Auto entscheiden. Deswegen stimmt es eben auch, was oben schon mal geschrieben wurde: wenn ich das Auto systematisch fördere, erhalte ich am Ende mehr Autoverkehr. Wenn ich Radlinfrastruktur schaffe, erhalte ich mehr Radverkehr.
In München-Innenstadt ist die Situation natürlich nochmal eine andere. Aber schon auf den S-Bahn-Außenästen lässt das ÖPNV-Angebot deutlich nach und jegliche Stadt- und Verkehrsplanung ist rein aufs Auto zugeschnitten. Da gibt es Baugebiete, wo im Bebauungsplan 2-3 Auto-Stellplätze je Wohnung vorgeschrieben werden, aber von einer Fahrradstellplatzsatzung, wie München sie zum Glück hat, hat da noch kleiner was gehört. Da werden Supermärkte mit hunderten von Autoparkplätzen aber ohne einen einzigen Radlständer auf die grüne Wiese geschnalzt. Und als Gegenpol hast du dann innerstädtisch Einzelhandelsverbände, denen es wurscht ist, wenn die Innenstadt (Kleinstadt in dem Fall) immer menschenfeindlicher wird, Hauptsache den Autos geht es gut. Von einer freien Wahl des Verkehrsmittels, wie du sie oben beschreibst, sind wir in den weit überwiegenden Teilen dieses Landes immer noch meilenweit entfernt.

Es geht doch darum, dass die Politik mal die Zeichen der Zeit erkennt und sich nicht in Tagespolitik nach Umfragewerten ergeht.
Natürlich geht sowas nicht von heute auf morgen, aber ich muss das Ziel vorgeben: z.b. ab 2025 keine Verbrennungsmotoren und kein Individualverkehr (Ausnahme Emmsionsfrei) innerhalb des Mittleren Rings. Dann wüssten alle Bescheid auf was sie sich einzustellen haben und auch Händler usw. könnten sich drauf vorbereiten.
Auf dem Land muss endlich die Möglichkeit geschaffen werden sich das Verkehrsmittel wirklich aussuchen zu können.
Bei dem was du da bschreibst bin ich völlig d'accord, dass das alles ein Witz ist in der heutigen Zeit, das liegt aber ja grade dran, dass so getan wird, als wäre nix zu tun und alles könnte so weitergehen.


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