Wie man eine Stadt am besten zerstört... (Forum)
Mehr in die Höhe bauen wäre eine Lösung. In Muc massiver Widerstand dagegen.
M.E. ist das die einzige Lösung, auch an vielen Stellen in Luxemburg, gerade angesichts des Bevölkerungszuwachses, der noch kommen wird. Attraktive Plätze ziehen halt nun mal neue Einwohner an. Vielleicht nicht unbedingt im (historischen) Stadtzentrum, aber auf jeden Fall in den Aussenbezirken.In Esch-sur-Alzette (für deutsche Verhältnisse eine Kleinstadt mit 35 000 Einwohnern, aber immerhin zweitgrösste Gemeinde Luxemburgs nach der Hauptstadt) kandidiere ich im Oktober für den Gemeinderat und bin von allen Kandidaten sicher der grösste Verfechter vom "Bauen in die Höhe". Leider ist das bei vielen Menschen recht unpopulär.
Wohne selber in so einem Teil, was sogar eine Parteikollegin mal abwertend als "Kaninchenstall" bezeichnet hat. Aber sie muss ja nicht hier wohnen. Man soll den Leuten, die es sich vorstellen können (nicht zuletzt auch wegen dem Preis), jedoch nicht die Möglichkeit verweigern.
Auch interessant finde ich die Idee einer Reform der Grundsteuer, bei der nur noch der Boden besteuert wird, nicht aber mehr die Bebauung darauf. Siehe "Grundsteuerreform-jetzt!"
Wenn man mit ihn die Höhe bauen preiswertes Wohnen schaffen könnte dann müsste New York ja spottbillig sein. Hoch bauen ist teuer, kostenintensiv im Unterhalt und teilweise problematisch für die Verkehrsanbindung, zumindest wenn man wie in München oft nur noch mit Buslinien erschließt. Außerdem wird immer weniger nachhaltig gebaut d.h. nach wenigen Jahrzehnten sind die Gebäude oft komplett heruntergewirtschaftet.
Ich hatte es an anderer Stelle schon geschrieben. Ich finde das Konzept des Olympiadorfes (abgesehen von der Bausubstanz) nach wie vor sehr überzeugend. Die Autos unter der Erde, ebenerdig Einkaufsmöglichkeiten sowie Infrastruktur, viel Grün und eine durchaus interessante Hochhausarchitektur mit großflächigen Balkonen / Terrassen.
ich unterstütze aber auch sehr den Einwurf von BlueMagic dass zu einer guten Wohnungspolitik auch immer die Aussteuerung von Gewerbeansiedlungen mit Augenmaß gehört. Leider ist sich in diesem Punkt jede Gemeinde immer selbst die Nächste.
Im übrigen gibt es zwar in München einen Bürgerentscheid (dessen Gültigkeit aber längst abgelaufen ist) aber auch dieser lässt Wohnhäuser mit 25+ Stockwerken durchaus zu denn immerhin dürfte man auch dann bis zu 99 Meter hoch bauen. Die Wahrheit ist wohl dass sich bisher kein privater Bauträger gefunden hat welcher solch ein Projekt realisieren möchte. Die Margen bei den anspruchslosen Schuhschachteln sind einfach zu hoch als dass man sich mit so einem komplexen Projekt wie einer Hochhaussiedlung aufhalten müsste.
Außerdem gibt es nur noch wenige Baufirmen welche solch komplexe Bauvorhaben stemmen können. Diese suchen sich ihre Objekte schon sehr genau aus, teilweise mit langen Vorlaufzeiten.
Letztendlich ist es sowieso egal. So lange man in München teuer baut wird es auch nur teure Wohnungen geben. Das ist gar nicht so abhängig von der Anzahl der Wohnungen. In Tokio bringt man auf relativ kleiner Fläche sehr viele Menschen unter aber das Leben ist dort alles andere als preiswert. Die bauen auch klein und hoch, so wie man es auch hier manchmal gerne hätte. Die Mieten sind trotzdem nicht günstig und die dortigen Bewohner schränken sich auch flächenmäßig immer mehr ein. Sämtliche Theorien wie man angeblich preiswert wohnen könnte werden in den Metropolen der Welt regelmäßig ad absurdum geführt.
Am Ende profitieren am Meisten diejenigen welche das Immobilien Rad drehen.
