Wien contra München (Forum)
Die Stadt Wien hat ihre Gemeindebauten. Soweit ich weiß entspricht das ca. 30% des Wiener Wohnungsbestands. Damit können die am Markt massiv preisregulatorisch auftreten und haben einen so großen Bestand, dass für Geringverdiener praktisch immer was geht.
ja, ist halt "irgendwann" in München was falsch gelaufen, ansonsten wären auch genügend Wohnungen in "Stadtbesitz". Ist wahrscheinlich wirklich nur schwer zu korrigieren, leider. 
München ist kaum noch verschuldet. Man hat in den letzten Jahren massiv Schulden abgebaut. Es sind jetzt unter 1 Mrd. €, was bei fast 1,6 Mio. Einwohnern fast nichts ist.
Sind sogar nur noch 765,- Mio bzw. knapp 500,- Euro pro Einwohner: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Stadtkaemmerei/Haushalt/Schuldenstand.html
Da passiert was geht, auch bzgl. der Grundstücke.
Limitierender Faktor ist der Grund. München ist schon die am dichtesten besiedelte Großstadt in D. Das Umland soll als grüne Naherholungszone erhalten bleiben. Nach oben will man auch nicht. Bolzplätze wie die Unnützwiese schützt man nicht ganz zu Unrecht auch.
ja, sehe auch den fehlenden Grund/Platz als größtes Problem. Was denkst Du über die Großmarkthalle? Meiner Meinung nach noch das einzige größere zusammenhängende Grundstück.
1. Ansiedlung neuer Arbeitsplätze in der gesamten Metropolregion von Burghausen bis Memmingen. Von Eichstätt bis Garmisch.
Die Gewerbesteuer in München ist schon sehr hoch im Vergleich. Problematisch sehe ich da eher, dass viele Firmen Ihre Gewinne über diverse "Geschäftsverbindungen" ins Ausland übertragen.
2. Massiver Ausbau der öffentlichen Verkehsrinfrastruktur mit attraktiven auch tangentialen Verbindungen in der gesamten Metropolregion. Dazu gehörte endlich auch eine Stadt- Umland-Bahn damit der Individualverkehr nicht mit dem Bevölkerungswachstum mit wächst und alles völlig verstopft.
Was meinst Du mit "Stadt- Umland-Bahn", den S-Bahn-Ring?
3. Ausbau der Radweginfrastruktur hin zu sicheren Radwegen nach dem Beispiel Kopenhagen. Sichere Radwege ziehen Radverkehr nach sich. Straßen und Tunnels ziehen Autoverkehr an. Mit einem Radweg kommen stündlich 5.900 Menschen ins Zentrum. Mit einer Straße nur 1.300. Die Radwege müssen auch überall einen vernünftigen Winterdienst haben. Derzeit klappt das nur innerhalb des Mittleren rings einigermaßen. Außerhalb werden die Radwege oft als Verschiebefläche für den Schnee missbraucht, damit die Autos fahren können
Hast Du keine Angst, dass mit mehr Fahrrädern die Situation für "normale" Radfahrer noch chaotischer wird? Da braucht es doch zumindest ein paar Regeln und auch die Möglichkeit der Durchsetzung von Verstößen. Kenne einige Polizisten und auch "private Radfahrer" die hier ziemlich schimpfen, aber evtl. bekomme ich auch nur die negativen Aspekte genannt.
4. Mehr Bauen in die Höhe. Bei jedem Bauprojekt prüfen, ob nicht 1-2 Stockwerke mehr gehen.
100% dafür
5. Sofort prüfen, ob nicht alle neuen Projekte, insbesondere mit kleinen Wohnungen 40 Zentimeter höhere Stockwerke bekommen können, damit man raumgewinnende Zwischendecken einziehen kann.
Meinst Du z.B. Betten bzw. Schlafplatz oberhalb der Couch oder wie darf ich mir das vorstellen?
6. Massvolle Ausweisung von Neubaugebieten auch in der Planungsregion 14 rund um München.
Da wären die Umlandgemeinden wohl schnell dabei, allerdings glaubst Du wirklich, dass jemand von z.B. Schleißheim aus nach München (o.K., nach Feldmoching bzw. Münchner Norden wäre möglich) mit dem Fahrrad fährt, vor allem im Winter? Da platzt doch in der Rush-Our die S-Bahn, etc. komplett aus allen Nähten.
7. Bei allen Neu- und Umbauprojekten vernünftige Radinfrastruktur einplanen. Lastenbikes sind oft ein Platzproblem. Die schweren e-Bikes auch, weil man sie nicht über die Treppen schleppen kann. Man muss also künftig überall ausreichend große und ebenerdig oder über Rampen zugängliche sichere Fahrradkeller haben. Das Argument höre ich so oft, wenn ich versuche den Leuten den Verzicht aufs Auto und dafür ein e-Bike schmackhaft zu machen.
o.k., daran hatte ich noch gar nicht gedacht, ist aber echt ein wichtiger Punkt.
Du siehst, es gäbe so viele sinnvolle Maßnahmen. Leider dauert das alles viel zu lang. Insbesondere die KFZ-Lobby ist einfach immer noch viel zu mächtig in unserem Land und leider auch in dieser Stadt. Wien ist weiter. Berlin mit dem neuen Fahrradgesetz auch. Und Kopenhagen sowieso.
Schön, wenn Berlin die Gelder aus Bayern mal sinnvoll ausgibt. 
Wien und Koppenhagen haben halt in diesen Bereichen schon sehr viel länger vieles richtig gemacht, was in München falsch gelaufen ist.
