Wahl-o-mat (Forum)

Schindluder, Friday, 08.09.2017, 09:21 (vor 3143 Tagen) @ my mind

Das ist das Hauptproblem das ich mit diesen ganzen antiindividualistischen Ideologien habe. Es wird versucht eine ideale, faire, gleichberechtigte (nationale oder internationale) Gesellschaft zu kreieren in der am Ende dann nach dem Ermessen der Ideologen alle Menschen in einer gerechten Volksgemeinschaft eingereiht glücklich und zufrieden sein müssen. Eine grundsätzlich positive Utopie.

So sind die Menschen aber nicht. Und waren sie noch nie und werden sie nie sein. Erstmal sind sie nicht alle gleich und es gibt in jeder Gesellschaft einen großen Prozentsatz von Menschen die von solchen Heilsversprechen nichts halten und das nicht wollen und dagegen opponieren oder einfach nicht mitmachen. Live free or die.

Und spätestens dann wenn der Ideologe bei der Umsetzung seiner Vision auf Widerstand stößt kommen wir in die Phase der Zwangsbeglückung mit dem Ende der Meinungsfreiheit, Enteignung, Unterdrückung und Durchsetzung der (positiven) Vision mit vorgehaltender Waffe und brachialer Gewalt.

Das war bis jetzt nach meiner Kenntnis immer so. Mir ist keine Ausnahme bekannt. Darum lehne ich solche Konzepte ab.

Das sind durchaus diskussionswürde Einwände. Ich bin da, wie du dir denken wirst, anderer Meinung z.b. dass die Menschen nicht von Natur aus so sind sondern vom seit 200 Jahren praktiziertem System des Eigenutzes dazu gemacht wurden. Wenn man 200 Jahre betrachtet ist dies menscheihtsgeschichtlich doch ein sehr kurzer Zeitraum und die Soziogie lehrt uns, dass der Mensch zuallererst ein soziales Wesen ist.
Aber sei es drum, wichtig wäre solche Utopien zu diskutieren und sie nicht mit Totschlagargumenten vom Tisch zu wischen. Die Tatsache, dass ein weiter so nicht hinreichend für eine zukunftsfähige Poltik und Wirtschaftsordnung ist, wird den Meisten immer mehr bewusst.
Das äusserst sich dann auch in Parteien wie der AfD, die diese diffusen Ängste aufgreifen und Antworten anbieten, die zwar schwachsinnig sind, die sich aber genau in diesen Mangel an zukunftsfähigen Ideen und Konzepten zunutze machen.


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