Zahlenmaterial zu Intensivbetten (Forum)

BlueMagic, Saturday, 20.11.2021, 19:22 (vor 1643 Tagen) @ Herbert

Beim Thema Intensivbetten pro 100.000 Einwohner muss man auch die Einwohnerdichte berücksichtigen. Meck-Vorpom ist das Bundesland mit der niedrigsten Dichte. Logisch, dass die mehr Betten brauchen, weil sonst der Weg zum nächsten Intensivbett zu weit wäre. Ähnliches Problem in Bayern: aus wirtschaftlicher und qualitat7ver Sicht wäre es sehr sinnvoll das kleine Krankenhaus in Bad Kötzting zu schliessen und in Cham ein paar Betten dazu. Dann müssen sie aber die Schlaganfälle und Herzinfarkte 30-50 km durch d7e Gegend karrem. Da nimmt man die Unwirtschaftlichkeit und den niedrigeren Qualitätsstandard der kleinen Klitsche lieber in Kauf. Ein weiterer Punkt dabei ist auch, dass Städte wie Berlin, Hannover oder München tradtionell grosse Medizinstandorte mit einem weiteren Einzugsbereich sind. In München geht man bei der Krankenhausversorgung von einem Einzugsbereich von ca. 5 Mio. Einwohnern aus. D.h., bezogen auf die 1,6 Mio. hat München vermutlich einen sehr hohen Wert. München leistet sich ja sogar den Luxus 2 international renommierte Unikliniken vorzuhalten. Nimmt man Bogenhausen noch dazu, das einen ähnlichen Fallschweregrad wie das r.d.I. hat, sind es sogar 3. Deshalb muss man diese richtigen Fakten immer auch unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen richtig interpretieren.

Und nochwas zu den Intensivbetten: der limitierende Faktor ist das Personal. Die Ausbildung einer Intensivpflegekraft zieht sich über Jahre: 3 Jahre Ausbildung zur Pflegekraft und dann noch 2 Jahre Weiterbildung zur Intensivpflegekraft. I.d.R. braucht man zwischen dem Examen und der Zulassung zur Weiterbildung Intensiv noch 3 Jahre Berufserfahrung auf Normalstation. D.h, den Mangel an ausgebildeten Intensivkräften kann man nicht in 20 Monaten Pandemie lösen. Deshalb taugt das Argument der zu wenigen tatsächlich belegbaren Intensivbetten überhaupt nicht als Argument gegen das Impfen. Ganz im Gegenteil müssen wir aufgrund dieser Situation eigentlich auf Teufel komm raus impfen um die Überlastung dieser knappen Ressourcen zu verhindern. Die momentane Überlastung sorgt nämlich für einen weiteren Exodus dieser gut ausgebildeten Kräfte. Ich kann jede Pflegekraft verstehen, die sich lieber bei Aldi an die Kasse setzt, statt für etwas mehr Geld diesen Dauerstress im Schichtdienst der zusätzlich belastet auszuhalten. Da gehört schon eine gehörige Portion Idealismus dazu. Und der wird durch die Impfverweigerer sicher nicht gestärkt.

Dass man die Pflege in D schon immer vernachlässigt hängt auch mit der Herkunft der Pflege von den dienenden Ordensschwestern zusammen. Man hat es bisher nicht geschafft davon wirklich wegzukommen. Ich habe ja selber vor 30 Jahren noch Ordensschwestern als Pflegediensleitungen gekannt. Und jetzt fällt es uns auch wegen der demographischen Entwicklung massiv auf die F0sse.

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