@lustiger_hans (Forum)

lustiger_hans, Sunday, 28.02.2021, 08:37 (vor 1909 Tagen) @ Herbert

Naja, wenn man ein Unternehmen nicht gesetzlich zwingt, wird garnichts passieren.


Genau das sollte man eben tun. Man sollte allen Unternehmen klar sagen: entweder Homeoffice oder jeden zweiten Tag Schnelltests oder halt Lockdown. A,B oder C ;-)

Solange die Leute ins Büro fahren müssen, werden dort auch Präsenzbesprechungen stattfinden. Plus diverse Kleinkontakte, "nur mal schnell was nachfragen", und solche Sachen. Funktioniert nur mit komplett heimschicken.


Ok einverstanden.

Weil man den einfachen Bürger gängeln kann, aber den ach-so-tollen Konzernen das nicht zumutbar ist. Das nennt man Kapitalismus.


Das nennt man nicht Kapitalismus. Das nennt man pure Inkonsequenz. Entweder es gelten jetzt Pandemieregeln und zwar ganz generell, also auch in der Arbeitswelt, oder eben nicht.


Euch ist aber schon klar, dass man sich als Unternehmer (bzw. stellvertretend die Mitarbeiter) noch an ein paar andere Gesetze und Verordnungen halten muss als die "Pandemie-Vorschriften". Nur mal als Beispiel:

- DSGVO -> ein Traum für alle Buchhalter, insbesondere Personalbuchhalter, im Homeoffice mit den Familienangehörigen

Ok, du unterstellst also deinen Mitarbeitern, sich nicht an Gesetze halten zu können?

- Arbeitsstätten-Verordnung -> Die Arbeitsflächen müssen groß genug sein (mindestens 160 x 80 Zentimeter). Zum Bildschirm muss ein Sehabstand von 50 bis 60 Zentimetern erreicht werden. Die Büroarbeitsstühle (Drehstühle) müssen vielfach verstellbar, standsicher und ergonomisch gestaltet sein. - Da kann der Gesetzgeber schon "durchgreifen" und das Home-Office "vorschreiben" wenn dann der Unternehmer für den Arbeitsplatz "daheim" verantwortlich ist - wird dann interessant wenn der Unternehmer dann das Recht hat in die Wohnung des Mitarbeiters zu gehen um zu prüfen ob alles eingehalten wird, zumindest muss er das tun wenn er keine Probleme mit der Berufgsgenossenschaft bekommen möchte.

Nein, die gilt zwar bei einem kompletten Heimarbeitsplatz, nicht aber bei dem, was gerade unter "Homeoffice" läuft, also in der Arbeitswelt eigentlich meistens unter "virtueller Arbeitsplatz" oder "mobiles Arbeiten" läuft. Die Unverletzlichkeit der Wohnung muss also hier nicht aufgehoben werden.

Wenn wir jedem Mitarbeiter ein Einzelbüro zur Verfügung stellen und in den Büros in denen normalerweise 5-6 Leute arbeiten dann 2 sitzen von uns hochwertige Luftwäscher installiert werden, dann sehe ich da schon einen sehr großen Unterschied zur aktuellen Situation in den Schulen und auch teilweise in den Behörden.

Ja, aber das passiert in der Fläche nur, wenn man es gesetzlich vorschreibt. Bei weitem nicht alle Arbeitgeber sind dazu gewillt. Und hier musst z.B. auch du unter den Deppen leider, die halt immer nur mit Gewalt aus allem Kohle rauspressen wollen

Bevor der Staat hier noch weiterhin "eingreift" sollte er lieber dafür sorgen, dass Impfstoffe (für die die sich impfen lassen möchten) zur Verfügung stehen, kostenlose Tests (in allen Bundesländern) ermöglicht werden und die Auszahlung der Hilfen endlich auf die Reihe bringen (evtl. mit etwas weniger Bürokratie wäre auch schön).

JA! Das wären staatliche Kernaufgaben des Katastrophenmanagements! Aber, wie schon so oft gesagt: ZU BLED! Die staatlichen Eingriffe hätten hier natürlich gleich erfolgen müssen, zusammen mit allen anderen, damit das ein einheitliches Paket ergibt, bei dem man ÜBERALL stark eingreift. Ziel muss immer sein, die Eingriffe möglichst kurz zu halten und ggf. die mildesten Mittel einzusetzen. Und Leute, bei denen das technisch problemlos möglich ist (<- Bedingung!), daheim arbeiten zu lassen, ist deutlich weniger Eingriff, als z.B. eine Ausganssperre. Und gleichzeitig werden damit weit mehr zufällige Kontakte vermieden.

Ich bin gerade ziemlich angepisst wenn Schulen geöffnet werden sollen aber den Menschen selbst das Treffen im Freien bzw. der Einkauf (unter Hygieneauflagen) vor Ort verboten wird. Wenn jetzt noch weitere "Vorschriften" für Arbeitgeber folgen, dann würde ich mir (obwohl ich echt kein "Streithansl" bin) eine Klage überlegen. Der Staat greift akuell in extrem viele Bereiche ein, teilweise mit "Sinn", aber einiges auch "ziemlich komisch" bzw. unkoordiniert.

JETZT sind wir bei den Maßnahmen schon im Schmarrn. Wenn man Schulen öffnet, muss man alles, was weniger Risiko hat auch öffnen. Präsenzunterricht ist ja auch eben z.B. kein Grundrecht. Also sind erst diese Rechte wieder herzustellen, bevor man sich weiteres überlegt. Und JETZT weitere Vorschriften für AG zu erlassen ist natürlich ein bisschen dämlich. Die Fehler wurden zu Beginn des Lockdown im März gemacht. Spätestens mit den Novembermaßnahmen wars dann nurnoch Unsinn. Beispielsweise eben eine Augsgangssperre aber keine Heimarbeitspflicht. Das kann doch keiner mehr sinnvoll begründen!

PS: Was ich noch vergessen habe, so aus dem "echten Leben": Einige meiner Kollegen wollen unter keinen Umständen ins Home-Office. Aus unterschiedlichen Gründen wie z.B.
- kleine Wohnung mit Kindern
- Single und kaum andere "Ansprache"
- 100% der Zeit mit dem Partner "nicht gewünscht"
- kein sinnvoller Arbeitsplatz möglich

Ok, nun nehmen wir mal an, wir haben eine Pandemie mit weltweit hunderttausenden Toten und ein paar Leute haben aber Befindlichkeiten, wegen denen sie leider nicht an den Maßnahmen teilnehmen können. Wahnsinn. GENAU DESWEGEN gehört das dann eben gesetzlich vorgeschrieben. Mir soll es zumutbar sein, dass ich mich nicht mehr aus der Wohnung bewegen darf, aber denen ist es daheim halt nicht genehm. Tut mir leid, aber so ein Verhalten ist einfach nur asozial den anderen Leuten gegenüber, auch denen, die zum arbeiten raus müssen.

Einzig das Argument "kein sinnvoller Arbeitsplatz möglich" lasse ich noch gelten, das lässt sich ja dann objektiv begründen.


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