Ist Jan Böhmermann links? (Forum)
Für mich ist halt ein eher schlanker Staat gerade der leistungsstarke, effiziente Staat während ich einen fetten Staat eher für schwach und ineffizient halte. So halte ich bspw. die Schweiz für einen stärkeren und besser organisierten Staat als Frankreich. [Und Deutschland übrigens auch, weil Föderalismus über Zentralismus siegt.]
Kommt halt immer drauf an, wie man es umsetzt. Schweden hat z.B. eine sehr hohe Staatsquote und die machen das doch ganz gut. Effizient wünschen wir uns den Staat natürlich alle...
Zudem soll der Staat ober- und außerhalb der Wirtschaft stehen, quasi wie ein Schiedsrichter beim Fußballspiel, und eben nicht selber mitwirken und somit zum Spielball von Partikularinteressen werden.Staatliche Ordnungspolitik finde ich bis zu einem gewissen Grad völlig in Ordnung. Ich will ja einen "freien Markt" (iSv. "frei von Zwang und Gewalt", wobei Betrug auch eine Form von Gewalt ist) und keinen "vogelfreien Markt" (wie es bspw. die Schwarzmärkte für Drogen heute sind, wo sich dann kriminelle Banden bis aufs Blut bekämpfen).
Von Umverteilung halte ich in der Tat nicht so viel. Von mir soll aus jeder auf seinem Einkommen eine Flat Tax bezahlen. Auch interessant finde ich eine Bodenwertsteuer nach Henry George, die die alte Grundsteuer ersetzen könnte.
Kann man alles so sehen. Bodenwertsteuer wäre glaub ich gerecht, bin da aber nicht drin im Thema.
Es gibt halt bei mir Grenzen des Marktes, bei Daseinsvorsorge und Bildung beispielsweise. Auch beim Wohnen versagt der Markt teilweise, aber das weißt Du ja alles. Grundsätzlich wünsche ich mir ein anständig finanziertes Gemeinwesen, das legitime kollektive Ziele verwirklicht. Und da gibt es meistens Streit mit den Liberalen.
Umverteilung braucht man in jedem Fall, wenn man etwas Chancengleichheit haben möchte. Ansonsten haben wir schon aufgrund ererbten Vermögens bald eine Erbmonarchie.
Links ist aber auch die Position, dass Menschen frei und gleich sind, sich also frei ansiedeln dürfen.
Das Letzte sehe ich eben nicht so. Innerhalb Europas (EU, Schengen-Raum) finde ich Freizügigkeit eine sehr gute Sache. Weltweit würde dies jedoch leider zu Chaos führen. Vielleicht irgendwann eines fernen Tages, als Ideal kann man sich das in der Theorie vorstellen, aber nicht in der Praxis hier und heute.
Da stimme ich dir natürlich zu. Da unsere Gemeinwesen territorial organisiert sind, kann man da nicht nach Belieben switchen. Hmmm, das Kapital kann das dummerweise... und schon brauch ich wieder nen Staat oder besser noch was Übergeordnetes.
Und dass Flüchtenden und Verfolgten zu helfen ist. Ob das in langfristiger Aufnahme erfolgen muss, sei mal dahingestellt...
Asyl und Zuwanderung trenne ich komplett. Bei Asyl hilft man (temporär) politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen, also Menschen in Not, unabhängig von ihrer "ökonomischen Verwertbarkeit".
Daumen hoch.
Wenn ich von "Zuwanderung" rede, meine ich explizit Leute, die aus "wirtschaftlichen und/oder sozialen Gründen" einwandern wollen. Und da finde ich dann ein Punktesystem wie in Kanada oder Neuseeland eben gar nicht so verkehrt. Zudem sollten Einwanderer erstmal keinen Anspruch auf Transferleistungen haben. Erstmal sollte man eine gewisse Zeit in ein Sozialsystem einbezahlen, bevor man etwas rausbekommen darf.
Theoretisch völlig in Ordnung. In der Praxis viel problematischer. Wenn ein legaler Einwanderer arbeitslos wird, landet er also in der Gosse oder wird deportiert? Wieviele Erdbeeren muss man gepflückt haben, um die Bandscheiben-OP bezahlt zu kriegen?
Aber Butter bei die Fische. Eigentlich bin ich vor allem skeptisch punkto Zuwanderung aus muslimischen Regionen, spezifisch Naher Osten und Nordafrika. Generell würde ich sagen, dass ich sehr offen für neue Menschen- egal woher!- bin (in Israel habe ich mich auch mit Arabern durchaus gut verstanden) und ich freue mich auch wenn ich interessante "Expats" in Luxemburg-Stadt treffe (jeder, der schon mal in Luxemburg war, weiß wie multikulturell und polyglott hier alles ist), jeder soll auch seine Religion frei ausleben dürfen (solange diese nicht gegen die FDGO verstößt), aber ich würde halt niemals wollen und sage das eben auch laut, dass Luxemburg irgendwann solche Probleme hat wie Luton.Nicht jede Kulturbereicherung ist halt schön. Am meisten stimmen mir da gerade Exiliraner zu, deren Eltern gerade vor diesem Obskurantismus geflüchtet sind und nun mit Erschrecken sehen müssen wie in Paris Lehrer geköpft und in Wien Synagogen beschossen werden.
Muslimische Zuwanderer sehe ich aus vielen, vor allem kulturellen Gründen, auch relativ skeptisch, einfach weil es weniger Gemeinsamkeiten bzgl. unerer Lebensweisen gibt. Zugleich gehe ich davon aus, dass islamistischer Terrorismus ein kleineres Problem wäre, wenn wir mit unseren westlichen Werten nicht ständig muslimische Länder niederbomben und gegeneinander aufhetzen würden (mit ständig meine ich seit XXX Jahren). Luxembourg ist da zumindest als Kapitalgeber mutmaßlich mit dabei (bitte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen...). Tja und für Deutschland sage ich nur: Landstuhl. Ramstein. Angriffkriege? Wir doch nicht, ist in der BRD doch verboten!
Ich sage wohlverstanden nicht, dass man jetzt AfD, Geert Wilders odgl. wählen soll. Von mir aus können auch Einwanderer kommen, aber sie müssen bestmöglichst integriert werden und die schlechten Teile ihrer Kultur müssen aufgegeben werden.
Versteh dich schon. Die Rechtspopulisten haben und wollen ja gar keine Lösung, sondern wollen den Konflikt. Die haben nicht vor, rechtschaffene Einwanderer als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft zu behandeln und das ist halt auch ein sehr altes Problem. Das Wort "Gastarbeiter" spricht Bände.
Für die Definition "schlechter Teile" einer Kultur haben wir überhaupt keine Maßstäbe. Saufen und Schweinefleisch ist gut, Kopftuch und Ramadan böse? Sowas auch noch durchzusetzen wäre für mich der Inbegriff von illiberal. Aber ganz klar, gemeinsame kleinste Nenner müssen sein (z.B. Grundgesetz).
