Ich denkle das muß man alles globaler sehen (Forum)
Unser Mietpreisproblem ist vielschichtig.
Singles in Dreizimmerwohnungen sind keine Seltenheit mehr. Wer ko, der ko... Andererseits leben oftmals vor allen Dingen ältere Herrschaften in Häusern bzw. Wohnungen, die noch aus der Zeit stammen, in der die Familie 4 oder 5 Köpfe hatte. Ich will damit sagen, dass es auch ein Problem des Wohnraumanspruches und der vernünftigen Verteilung des Wohnraums ist.
Vor gut 100 Jahren wurden in der Donnersbergerstraße noch Tagesbetten an Bahnarbeiter vermietet, d.h. der Schichtarbeiter mietete sich lediglich ein Bett von 7.00 - 15.00 Uhr. Dass das Bett standardmäßig vom Hauptbewohner genutzt wurde, versteht sich.
Klar ist das das andere Extrem. Seit diesen beengten Tagen benötigen wir immer mehr persönlichen Wohnraum. Und das regelt natürlich der Markt.
Darum werden zwangsläufig wieder Wohngemeinschaften entstehen und überzählige Zimmer werden halt wieder untervermietet. Da sehe ich ein Riesenpotential. Auch in neuen Wohnformen, in denen sich mehrere Familien Zentralbereiche teilen (ok - außers Klo
). Dies täte unserer Gesellschaft ohnehin gut und beherbergt zudem ein riesiges integratives Potential. Oma Häusler hatte auch den Herrn Heinrich einquartiert.
Letztlich spiegelt sich auch hier mal wieder unser überzogenes Anspruchsdenken wider. Wir müssen endlich verstehen, dass wir grundsätzlich für einen globalen Ausgleich des Wohlstandsgefälles sorgen müssen. Dass dieser für uns ein paar Schritte nach unten bedingt, ist undiskutabel, wie auch der Umstand, dass ein solcher Anpassungsvorgang auch im Inland eine Umverteilung von oben nach unten bedingt. Ansonst werden wir wohl ungemütliche Zeiten mit dramatischen Verteilungskämpfen vor uns haben. Dann werden wir uns auch nicht mehr über Mietpreise unterhalten. Und auch nicht über Investorenphantome ungeklärter Herkunft.
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Sechzig München gibt's nur in Giasing!
