Mietspekulation? Sozialneid! (Forum)
Wenn das Vermieten von Wohnraum so ein geiles Geschäft ist: Warum wird dann nicht mehr gebaut und vermietet?
Ich bin dafür das Thema grundsätzlich vom Markt regeln zu lassen. Mietpreisbremsen, Preisobergrenzen und ähnliches führen nur dazu, dass weniger gebaut wird. Die Renditen - auch wenn es keiner glauben will - sind doch für Neubauten ohnehin im Eimer. Wenn Du dir heute eine Wohnung kaufst, zahlst du locker das 25-fache der Jahresmiete.
Dafür must Du finanzieren, renovieren, Mietausfall kompensieren, Zinsrisiken tragen (wenn Du in 10 Jahren zu 7% refinanzierst) und die Nebenkosten tragen die nicht auf den Mieter umlegbar sind. Wenn da in den Folgejahren nicht Mietsteigerungen winken, dann ist das heute schon komplett uninteressant.
Fiskalisch gelöst wird das heute schon. Wenn Du keinen Gewinn aus der Vermietung erwirtschaftest, dann zahlst Du keine Steuern auf diese Einkünfte.
Ich stelle aber mal bewusst eine provokante These in den Raum: Wohnen ist zwar ein Grundbedürfnis, aber es hat durchaus nicht jeder ein Anrecht darauf im Zentrum eines Ballungsraumes zu wohnen. Du glaubst nicht wie billig der Wohnraum wird wenn Du nur eine Stunde mit dem Zug fährst!
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mietwohnungen-bitte-keinen-neuen-balkon-1.2798168
Bitte keinen neuen Balkon! Wenn ein Eigentümer seine Wohnung umfassend modernisiert, darf er danach die jährliche Miete um elf Prozent der Modernisierungskosten erhöhen. Große Wohnungskonzerne planen deshalb für 2016 Modernisierungen im großen Stil und machen damit bei den aktuell niedrigen Zinsen ein Bombengeschäft.
Weil ich grad schon am Frühstückstisch mit der Liebsten drüber diskutiert hab — ham auch grad eine Mieterhöhung bekommen —, stell ich die Frage nochmal in meiner Stammbeisl: Ich kann nicht verstehen, warum immer so komplizierte Regelwerke geschaffen werden, um "exorbitanten Mietsteigerungen" in den Ballungszentren entgegen zu wirken? Heiko Maas will nach seiner nahezu wirkungslosen Mietpreisbremse jetzt nachbessern.
Warum wird das Problem nicht einfach fiskalisch gelöst? Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Wer als Immobilienbesitzer der Gesellschaft einen Dienst erweist und human vermietet, zahlt wenig bis gar keine Steuern auf seine daraus resultierenden Einnahmen. Wer seine Mieter aussackelt, Wohnungsnot ausnutzt und den letzten Cent rauspresst, zahlt auf dieses Geschäft derart hohe Steuern, dass das Spekulantentum für ihn zum Nullsummenspiel wird. Wäre das nicht viel sinnvoller?
