Da bin ich jetzt doch ein bisserl enttäuscht (Forum)

BlueMagic, Wednesday, 07.04.2021, 14:05 (vor 1871 Tagen) @ Chris (aus WS)

Genau richtig. Car-Sharing hat aber trotz der offensichtlichen Vorteile die Erwartungen bisher nicht erfüllen können, weil viele Deutsche im Kopf immer noch glauben, dass sie nur dann ein akzeptierter und wertvoller Teil der Gesellschaft sind, wenn sie ein standesgemäßes Fahrzeug selber besitzen. Worüber definiert man denn in D seinen Erfolg? Über das Häuschen im Grünen oder zumindest die ETW und das Statussymbol vor der Tür oder in der Garage.
Bei den Jüngeren findet da teilweise ein Umdenken statt. Zwischen 40 und 75 eher nicht. Den mühsam ersparten A3 hergeben für die Mitgliedschaft bei Stadtauto und/oder ShareNow......
Spinnst jetzt komplett?????

Und dann ist da ja auch noch dieser steuerlich subventionierte Firmenwagenwahnsinn in D. Das gehört m.E. sofort weg. Wenn einer ein Dienstfahrzeug privat nutzt, dann muss er m.E. genauso viel für den KM bezahlen müssen, wie ihn ein eigenes Auto dieser Größenklasse kosten würde. Dann würden die Dienstwägen zumindest kleiner und spritsparender werden. Durch die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten dieser zu großen, zu schweren und übermotorisierten Dienstwägen entsteht halt derzeit eine Win-/Win-/Win-Situation. Der Arbeitgeber spart Steuern und kann einen guten Mitarbeiter evtl. halten, weil er ihm ein tolles Auto finanziert. Der Arbeitnehmer kann sich ein Statussymbol leisten, das oft weit über seinen persönlichen Einkommensverhältnissen angesiedelt ist. Die Automobilhersteller können ganze Flotten großer Wägen mit hoher Gewinnmarge absetzen.

Leider ist mir auch klar, dass ich da genauso auf verlorenem Posten stehe, wie damals gegen KHW. Habe aber die leise Hoffnung, dass ich die tatsächliche Verkehrswende in den deutschen Köpfen noch erleben werde.


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