Maximilianstraße geplündert, Münchner Altstadt brennt (Forum)
es war biologie. die lehrerin war eine so eine gestandene mittvierzigerin, die relativ trocken gekontert hat. an den originalton kann ich mich nicht mehr erinnern. aber sinngemäß sagte sie, dass man mit auswendiglernen auf eine 2 kommen kann und man mit sich nur mit transferdenken am gymnasium eine 1 verdient.
das fand ich eigentlich eine ziemlich gute antwort.
Ich finde die Antwort ausgesprochen schlecht, aber auch typisch für unsere Schulkultur. Die Botschaft hinter der Aussage ist doch: 'Echtes Nachdenken ist nur etwas für die Klassenbesten. Für alle anderen zählt hauptsächlich das Einpauken von Faktenwissen und Rezepten.'
Wenn das die Antwort auf "Warum bekommt mein Sprössling keine eins obwohl er doch alles auswendig lernt - diese blöden Fragen bei denen man denken muss sind nicht fair." war, dann war die Antwort doch gut.
Aufgaben, die echtes Denken erfordern und nicht nur Reproduktion, müssen nicht zwangsläufig eine "Einserbremse" sein. Solche Aufgaben können durchaus sehr niederschwellig sein. Allerdings braucht es bei der Erstellung solcher Aufgaben bei den Lehrkräften zum einen ein Problembewusstsein und ein gewissen handwerkliches Können. Meist fehlt mindestens eine der beiden Voraussetzungen.
Und wenn ein Schüler alles auswendig lernt und Du dann über "Einfordern von echtem Denken" dem Schüler dann eine drei oder vier verpasst weil Du auch die "leichten Aufgaben" zum Denksport machst, dann wünsche ich Dir viel Glück bei der nächsten Elternkonferenz.
Eine gute Antwort wäre gewesen: "Wenn wir Kinder zu selbstständig und kritisch denkenden Erwachsenen heranbilden wollen, dürfen wir nicht nur Fließkonformität abverlangen. Aber die Skills, um auch Denkaufgaben lösen zu können sind erlernbar. Die Schulung dieser Skills ist ein wesentlicher Teil des Unterrichts".
Ja stimmt, aber meine Tochter "lernt" den angehenden Abiturienten z.B. bei Deutsch "wenn der Lehrer von Euch eine ausführlichere Überleitung verlangt und Ihr der Meinung seid, das ist eh schon geschwurbelt, dann schreibt ausführlicher, die Diskussion gewinnt Ihr nicht" oder siehst Du das anders?
Aber ja, das "Lernen" des "eigenen Denkens" wird teilweise vernachlässigt bzw. im Lehrplan nicht genug gefordert. Der Ansatz ist auf jeden Fall gut, dann sollte die Lehrerin das aber eben auch im Unterricht vermitteln aber da sind wir dann wieder beim Lehrplan.
PS: Ich kann da aber auch komplett falsch liegen, da ich aktuell nicht mehr so in dem Thema "Schule" drin bin und z.B. das Thema "KI" schon in der Firma "nervig" finde wenn ich Mails oder Einträge / Kommentare zu einem Thema finde die definitiv nicht von dem Ersteller stammen. Da hilft aber dann ein Vier-Augen-Gespräch in dem ich mir die Sachen erklären lasse und dann wird halt alles auf "Anfang" gesetzt und neu kommentiert. ;-)
