Jeder militärische Kampf erzeugt Kollateralschäden (Forum)
Ja, ich mag heute zynisch sein.
Die angeblich zivilisierte Welt diskutiert Eigentumszerstörungen und Bürgerkriegs-Zustände in der westlichen Welt. Dass es sowas in der Dritten Welt jeden Tag gibt, interessiert mal wieder keine Sau. Und die Ursachen sind überall die gleichen: Die Unersättlichkeit und die Gier einiger weniger. Darüber regt sich fast niemand nachhaltig auf. Aber spielen mal ein paar Bürgerkinder Bürgerkrieg (den es in Venezuela oder sonstwo jeden Tag gibt), dann ist das Geschrei groß. Diese Welt hat den Blick für Verhältnismäßigkeit verloren. Jeder wartet nur auf die nächste Schlagzeile, die nächste Welle für ein Talkshow-Thema für fünf Tage, danach geht man wieder zur gewohnten Ordnung (?) über. Die Welt hat sich verändert. Der Globalisierung und Gentrifizierung können und wollen nicht alle folgen. Das Geld, mit dem öffentliche Kassen wichtige Investitionen leisten müssten, wandert immer mehr in private Taschen. Warum regt sich darüber niemand auf, warum tut niemand etwas dagegen??? Selbst wenn es Tote bei Straßengewalt geben würde, reichte der Horizont der Menschheit nur bis zu Fragen wie diesen: "Wie konnte es soweit kommen? Wer hat versagt? Die Polizei? Der Staat? Wie kann man Gewalttäter noch härter bestrafen?" Aber an den wahren Ursachen ändert niemand etwas, Und so wird sich nie etwas ändern.
Gewalt auf der Straße wird es immer geben. Schau Dir mal die Nachrichten der letzten 30 Jahre an. Von mir aus auch die der letzten 40 Jahre. Einziger Unterschied: Heute wird Straßengewalt in Deutschland als mittlere Katastrophe aufgebauscht. So wie übrigens auch Pyro in Stadien. Dabei ist früher wesentlich mehr passiert. Ist die gestiegene Betroffenheitskultur in den Medien ein Zeichen für einen höheren Zivilisierungsgrad? NEIN! Es ist ein Zeichen dafür, dass das Kapital auch in den Medienbetrieben immer mehr die Zügel in die Hand genommen hat. Auch bei öffentlich-rechtlichen Sendern.
Ich will nicht daran andocken, was Schindluder sagt, weil ich ihn nicht persönlich kenne. Aber eines ist klar: Wir reden hier nicht von Protest. Protest ist das, was die friedlichen Demonstranten machen. Der Schwarze Block führt der Welt vor Augen, wie angeblich friedlich die Welt ist. Nämlich gar nicht. Alleine so einen Gipfel mitten in einer Großstadt auszurichten, ist eine Kriegserklärung. Die Einführung von Hartz IV war eine Kriegserklärung. Der täglich wachsende Anteil der Bevölkerung an denen, die in Armut abrutschen, ist eine Kriegserklärung. Die ständig nach oben verschobene Renteneintrittsalter ist eine Kriegserklärung. Und und und...
