DOCH ! (Forum)
Ohne das NLZ hätten wir in den letzten Jahren keine Spieler gehabt wie die Benders, Aigner, Volland, Johnson, Schäfer, Weigl usw. Ohne diese Eigengewächse wären wir wohl längst aus der Zweiten Liga abgestiegen. Allein sportlich (und damit auch immer indirekt auch finanziell) ist die Jugendarbeit also schon mal sehr wertvoll gewesen. Bei den späteren Verkäufen an andere Klubs hätte man vielleicht mehr rausschlagen können oder gar müssen, aber es würde mich schon arg wundern, wenn eine genaue „Return on Investment“-Analyse ergeben würde, dass das NLZ tatsächlich eher ein Klotz am Bein der KgaA sein soll als vielmehr seit Jahren die Lebensversicherung der ersten Mannschaft.
Die Gründe des strukturellen Defizits müssen von Rejek und Co. analysiert und bekämpft werden. Es muss dann auf Ausgaben- wie Einnahmenseite gehandelt werden. Anscheinend geben wir schon mal recht viel Geld für Scouts und Spielervermittler aus. Ergo: Rotstift dort ansetzen. Eventuell müssen auch sehr unpopuläre Maßnahmen getroffen werden wie Stellenplatzabbau auf der Geschäftsstelle.
Es muss ebenfalls unbedingt erörtert werden wie man best- und schnellstmöglichst aus den AA-Verträgen (und den damit einhergehenden Verpflichtungen) rauskommt. Auf der Einnahmenseite muss man aggressiv um Sponsoren werben (egal welche, im Gegensatz zu mglw. anderen Leuten hier finde ich den Deal mit C-Date überhaupt nicht schlimm. Nimm Geld woher es auch immer kommt, vorausgesetzt es ist legal. (Sexual-)Moral ist Privatsache. Jeder Cent ist wertvoll !)
Leider muss ich so vage bleiben, da ich konkret leider keine detaillierten Vorschläge machen kann. Dazu müsste ich mich erstmal tagelang in die Bilanzinnereien der KgaA hineinarbeiten. Aber es gibt immer mögliche Lösungswege.
Wichtig wäre auch endlich mal personelle Kontinuität. Andauernd Trainer/Sportdirektor/Geschäftsführer auszutauschen, kostet Geld. Gerichtsprozesse kosten ebenfalls Geld. Zudem schreckt das ewige Personalkarussel (was zudem natürlich auch negativen Einfluss auf die Team- und System-/Taktikbildung hat), die ewigen Streitereien (das sog. „Chaos“) potentere und seriösere Sponsoren ab.
Union Berlin hat das richtig gemacht, was die Löwen falsch gemacht haben. Sie haben, sogar mit Unterstützung der eigenen Fans, ihre Heimat zweitligagerecht ausgebaut und haben keine neue Mammutarena mit Hertha zusammen aus dem Boden geklotzt. Dynamo Dresden hat sich brutal saniert mit Robert Schäfer. Das sind in der Tat durchaus Vorbilder für uns.
Riem ist m.E. ein Ismaiksches Luftschloss. Glaube kaum, dass das jemals umgesetzt werden wird und halte es auch für ziemlichen Unsinn, jedenfalls in der angesprochenen Größenordnung von 53 000. Zudem hat München bereits genug Fußballstadien. Man sollte vielmehr prüfen lassen unter welchen konkreten Bedingungen wieder Profifußball in Giesing (vor sagen wir mal ca. 20 - 25 000 Zuschauern) UND im Olympiastadion (für Spiele mit mehr Zuschauern) möglich ist. Alternativ könnte man auch schauen die AA-Verträge zu überarbeiten (weniger Spiele pro Saison bzw. nur noch Spitzenspiele in der AA, bspw. gegen Nürnberg) und eben abwechselnd in der Heimat oder in der AA zu spielen. Dann hätte man trotz gewissen Spielen als Untermieter des FCB immer noch ein klares eigenes Profil.
„Ich habe keine Angst vor einem Abstieg und es gibt eigentlich auch nichts was es da für mich zu verlieren gibt.“
Wie gesagt. Das sehe ich ganz anders. Dritte Liga bedeutet: noch weniger Fernsehgelder, noch weniger Zuschauereinnahmen, noch geringere Vermarktungsmöglichkeiten und Sponsorengelder usw. Es wird noch einmal eine drastische Reduzierung der Einnahmenseite geben. Je nachdem wie die Ausgabenseite parallel justiert wird, wächst das Defizit noch viel weiter bis hin zur tatsächlichen Insolvenz. Es wird also alles noch schlimmer kommen als bereits jetzt schon. Alle angesprochenen Probleme werden noch schlimmer werden.
Der Klassenerhalt wird auch nicht per se alles gut werden lassen, aber zumindest bleibt uns der Supergau „dritte Liga in der AA“ und Zwangsabstieg der Zweiten Mannschaft erspart.
Das was du forderst, wurde doch die letzten 10 Jahre von 10 verschiedenen Geschäftsführern, 10 verschiedenen Präsidenten, 10 verschiedenen Sportdirektoren und 100 verschiedenen Aufsichtsräten schon versucht ...
Auf 10 verschiedene Weisen.
Hat alles nix gebracht. Darum hilft nur noch: Stecker ziehen!
(Ich wollts nicht fragen, weil ich ganz froh drum war, aber: Wo warst du die letzten 10 Jahre?)
