Starkes "Löwenmagazin" Interview mit Dr. Drees (Forum)

Weisswuaschd to go, Thursday, 24.08.2017, 11:12 (vor 3163 Tagen) @ BlueMagic

Ich hab da ein nettes Beispiel:

Neuer Kollege, inzwischen über ein Jahr bei uns.
Wohnhaft in Thalkirchen an der U.
Arbeitsplatz zwischen Karolinen/Odeonsplatz.

Was wäre logisch?
In die U3 springen, 15 Minuten bis zum Odeonsplatz fahren, Thema erledigt.

Was macht er?
Er hasst den ÖPNV und stellt sich lieber jeden Tag 45-60 Minuten von Thalkirchen bis ins Zentrum in den Stau - und natürlich retour.
Bis jetzt nutzte er jeden Tag ein Carsharing-Auto.
Hat sich aber jetzt aus Gründen der Coolness und des Komforts einen neuen V6 Mustang gekauft (vermutlich 80l/ 100km).
Und wegen der Parkplatzsituation rund um den Obelisken musste er noch eine Garage bei der Türkenstraße anmieten (150 €/Monat).

Die Folge:
Er regt sich jeden Morgen über die ganzen Deppen auf, die seine Straße blockieren. Die könnten doch auch U-Bahn oder Radl fahren.

Zweites Beispiel:
Meine bessere Hälfte wohnt gen EBE draußen.
Dort gibt es wirklich gute Anschlüsse, z.B. den Meridian über Grafing, den Fuizn-Express ab Wasserburg und natürlich die S-Bahn.
Wenn ich mal mit dem Motorradl draußen bin und in der Früh in die Arbeit fahr ist es unglaublich, wie viele EBE-Kennzeichen sich die B304 gen Stadt quälen und dafür ein x-faches der Zeit brauchen, anstatt sich auf einen P&R zu stellen und mit dem Zug reinzufahren.
Und die Autobahn Messe - Prinzregenten ist sowieso eine Vollkatastrophe.


Drittes Beispiel:
Ich fahr mit dem Radl oder der Tram ins Büro, ab und zu muss ich mit dem Motorradl durch die Stadt.
Was mir auffällt: Wie unfassbar viele echte Münchner Kennzeichen (kein Umland) sich jeden Tag durch den Verkehr quälen. Mir wär die Zeit zu Schade. Vom Geld und dem ständigen Ärger durch depperte BMW-Fahrer (BMWs haben serienmäßig keinen Blinker) ganz zu schweigen.


Meine Schlussfolgerung:
Meiner Meinung nach könnte der Großteil der Autofahrer locker mit dem ÖPNV fahren, Zeit sparen, Umwelt und Nerven schonen.
Das machen sie aber nicht. Zum einen muss der schicke Karrn ja rumgefahren werden, zum anderen ist es einfach bequemer. Man hat seine persönliche Komfort- und Wohlfühlzone.
Da könntest du das ÖPNV-Angebot noch so verbessern, das würde nichts ändern.

Blöd ist es dann für Menschen wie den Herbert - seine Argumentation der Autonutzung ist absolut nachvollziehbar - und da wird er keine Ausnahme sein. Es gibt viele, die auf das Auto angewiesen sind bzw. für die sich die Autonutzung einfach zeitlich rechnet. Dumm halt, dass mein Kollege mit seinem Mustang all denen die Straßen wegblockiert.

Wie auch immer: Der Mensch an sich ist halt einfach deppert. Sollens halt in ihren Staus stehen. Ich ess derweil a Leberkaassemmel.


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