Schwarmintelligenz... (Forum)
Demokratische Mehrheitsentscheidungen sind natürlich als vom Souverän gefällt anzuerkennen -
Unter zwei Voraussetzungen:1: die Minderheitenmeinung wird nach der Entscheidung dennoch respektiert und gehört
(ein sehr wesentlicher und leider viel zu oft und schnell vergessener Bestandteil) und
Was meinst Du mit "respektiert und gehört"? Wenn z.B. mit 60% der Stimmen für die Sitzfarbe "blau" und mit 40% für die Sitzfarbe "grün" gestimmt wird, sollen dann 60% der Sitze blau und 40% grün installiert werden, oder wie meinst Du das?
2: soweit man davon ausgehen kann, daß diese Mehrheit entstanden ist, weil der Einzelne individuell und so unabhängig wie möglich seine Einzelentscheidung in die Ergebnis-Waagschale geworfen hat.
Eine Beeinflussung der "Massen" findet in jeder Demokratie statt, sei es durch Wahlkampf (das bemerkt man noch recht gut) oder durch Diskussionen am Stammtisch, im Freundeskreis, etc.. Ob das nun dem Meinungsaustausch bzw. der Horizonterweiterung dient oder einer die Meinung eines anderen einfach übernimmt, weil er meint, der andere hat mehr Ahnung, ändert nichts an der Basisdemokratie oder nicht.
Wenn damit argumentiert wird, "die Anderen" denken genauso, ist das gefährlich. Es "ent-souveränisiert" (schschulligung
) sozusagen, denn weil "die Anderen" für einen schon nachgedacht haben, muß man das an der Stelle vielleicht selber gar nicht mehr...
Deshalb stehe ich der "Schwarmintelligenz" prinzipiell kritisch gegenüber.
Welche "Entscheidungsform" ist besser? Bin auch der Meinung, dass ein intelligenter, seriöser und gerechter Diktator immer noch die beste "Staatsform" ist, aber leider gibt es so wenig "intelligente, seriöse, gerechte" Diktatoren. 
... Satzung, die im übrigen an vielen Stellen viel zu schlicht ist (meiner Meinung nach) ...
Was gehört Deiner Meinung nach geändert?
Ärgerlich finde ich nur, wenn man - das ist nun aber auch wieder Sechzge -bei dieser neuen Satzung Brasilianermäßig gleich von "Basisdemokratie" spricht, obwohl das Demokratie-"Level" wohl eher auf der Ebene von Schüler-Mitverwaltungen liegt.
Was an der Satzung ist nicht "basisdemokratisch"? Wenn ich mir vorstelle ich dürfte in Deuschland über diverse Mehrausgaben bzw. Entscheidungen der Bundesregierung "direkt" als Wähler entscheiden, dann wäre das für mich "basisdemokratischer" als die aktuelle Situation.
