Mit Verlaub.... (Forum)
Ich verstehe dich schon. Nur folgt man deiner Argumentation konsequent, sollte man das Ding eigentlich in Neuburg an der Donau bauen. Genau genommen müsste man das sogar tun, denn dort ist der Baugrund günstiger und erforderliche Genehmigungen leichter zu erlangen. Die Steuerhebesätze zur Gewerbesteuer und zur Grundsteuer sind gleichfalls attraktiver. Spricht also vieles dafür.
Die Zuschauereinnahmen spielen doch letztlich kaum eine Rolle. Die betragen bei vielen Profiklubs keine 10% vom Gesamtumsatz mehr. Deshalb brauchst du auch als TSV 1860 keine 52 000 Zuschauer Burg in Riem, die dir die Haare vom Kopf frisst.
Zum Überleben und zur Gewinnung weiterer/nächster Fangenerationen (dein Stichwort eigene Identität) brauchst du eine Konzentration auf die Stadt München und eine attraktive popkulturelle Geschichte mit starkem Lokalkolorit. Das ist gut vermarktbar und macht dich etwas unabhängiger vom tagesaktuellen sportlichen Erfolg. Die Alte Försterei (22.000 Plätze) und das Millerntor-Stadion (29.000 Plätze) können dabei Vorbilder für 1860 sein und nicht die Arenen in Stuttgart, Frankfurt und Köln.
Anders sieht es aus und da wäre ich dann ganz bei dir, wenn der Investor im ganz großen Stil investieren würde. In einer Größenordnung, die den sportlichen (Mindest-)Erfolg durch die schiere wirtschaftliche Kraft sicher stellt. Mittel, die den Klub auf Augenhöhe mit Wolfsburg, Leverkusen, Red Bull u.ä. stellen würden. Dann ist es scheißegal wo du spielst, ob in Riem, Ottobrunn oder in Erding draußen. Glaubst du da dran?
Das Olympiagelände wäre in meinen Augen für einen Neubau die sinnvollste Lösung.
... das halte ich für Unsinn.
Der Standort ist nicht das primäre Thema, sondern die Senkung der Kosten-Basis bzw. die mögliche Erschließung zusätzlichen Umsatzpotentials durch Eigen-Vermarktung sowie eine eigene Identität.
In der Bedeutungslosigkeit haben wir im Bayernstadion einen ca. 15.000 - 20.000er Schnitt. Der wäre in Giesing nicht höher. Im Gegenteil. Wenn es in der zweiten Liga nur ansatzweise um etwas geht, springt der Schnitt um 5.000 bis 10.000 hoch. Egal wo.
In Riem oder Giesing steigt der Schnitt vielleicht etwas mehr als am Klärwerk. Zwischen diesen beiden Standorten wird es in der Anziehungskraft der "Masse" der Löwenfans keinen Unterschied geben. Einige wenige "Subkulturen" ausgeschlosen. Subkultur ist hier im übrigen nicht bös gemeint ;)
Der Mehrzahl der Löwenfans ging und geht es um den sportlichen Erfolg und um die Abgrenzung zum scum. Dazu braucht es nicht zwingend einen ganz bestimmten Ort, sondern "Eigenständigkeit". In der GWS Saison mit 100er Block hat man doch gesehen, wie sehr das Sechzger zog - obwohl wir bis zum Saisonende um den Aufstieg gespielt haben blieben immer viele Plätze frei. Nix Kult und ausverkauft. Im Vergleich zu "früher" war die Stimmung über die Saison gesehen eher mäßig, meinem subjektivem Empfinden nach.
Meine Quintessenz: Riem ist in jedem Fall besser als Fröttmaning, sich über ein Löwen-Stadion dort zu freuen ist nichts Schlimmes. Unsere finanzielle und sportliche Wettbewerbsfähigkeit würde steigen. Klar würde ich mir ein ausgebautes GWS wünschen. Aber besser Spatz in der Hand als Taube auf dem Dach. Versucht hat sich am GWS Ausbau ja mehr als einer / ein Präsidium, immer nur böse Mächte und Wildmosers "geht hoid ned" Schatten zu bemühen ist doch mittlerweile grenzwertig lächerlich. Sechzger-freundlicher als aktuell waren die Gremien nie besetzt, dennoch passiert in Richtung GWS Ausbau für zweite bzw. erste Liga: nix.
Guess why.Dass diese Erkenntnis offenbar immer noch nicht in die Köpfe gesickert ist, macht mich wiederum fassungslos.
