o.T - Flüchtlinge - Meldung vom Feindsender* (Forum)

Commander, Thursday, 29.10.2015, 22:37 (vor 3826 Tagen) @ hjs erklärbär

1. Die Amerikaner haben den Aufstand gegen Assad mit Sicherheit begrüßt und auch gefördert. Es wäre jedoch sachlich falsch und auch ein wenig rassistisch zu behaupten, der Aufstand sei ein amerikanischer Aufstand, weil Kurden und säkulare Assad-Gegner lediglich Marionetten seien.

Das ist ja die "Regime-change"-Strategie. Man sucht Oppositionelle, Unzufriedene und radikalisiert sie. Sehr schön erklärt in der letzten "Anstalt". Das hast Du wohl nicht gesehen?!
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/2078314#/beitrag/video/2512084/Die-Anstalt%22-vom-20-Oktober-2015


2. Der Nahe Osten insgesamt ist mindestens so stark durch den Israel-Palästina-Konflikt, sowie durch Irak "aus den Fugen" wie durch Syrien. Und der syrische Bürgerkrieg ist nicht primär ein Resultat der amerikanischen Politik, siehe 1. Wobei man natürlich auch über die "Fugen", also die Diktaturen, die im Irak und in Syrien zerbrochen sind, sprechen könnte, ob die so toll waren.

Der Israel-Palästina-Konflikt ist in dem akuten Inferno, das zurzeit in Syrien und Irak herrscht, sekundär. Apropos Irak: Wem haben wir das Total-Chaos dort samt Entstehung des IS eigentlich zu verdanken?


3. Im Hintergrund spielen neben der Politik der USA die Aktionen der Saudis und der Iraner in der Region eine mindestens ebenso große, wenn nicht größere, und in der Regel negative Rolle. Ach ja, und immer mehr die der Türkei auch. Aber natürlich sieht man nur die USA, weil die so ein bequemer Immer-Feind sind.

Ich glaub, über den Irak brauchen wir nicht zu diskutieren. Und Syrien: wer hat dort angefangen, aus Demonstranten und Regimekritikern bewaffnete Rebellen zu machen? Wer hat die FSA ausgebildet und bewaffnet? Natürlich versuchen jetzt, wo es brennt, die Nachbarstaaten ihre Interessen zu verteidigen. Und über Saudi-Arabien brauchen wir erst recht nicht zu diskutieren.


4. Witzig ist die Kritik an der USA in Syrien vor allem dann, wenn eine Kritik der russischen Intervention und der russischen Waffenlieferungen unterbleibt. Deren Leichen sind dann irgendwie nicht so schlimm.

Die Russen fliegen seit 2 Wochen Luftangriffe. Das willst Du jetzt mit dem millionfachen Leid, das über 4 Jahre entstanden ist, vergleichen?


5. Europa ist nicht "völlig aus den Fugen". Vielmehr lernen die Europäer gerade einige schmerlzliche Lektionen. Zum Beispiel über die Asylpolitik. Und ob man Europa nur als Selbstbedienungsladen zum eigenen Vorteil ansieht. Aber "aus den Fugen" ist anders.

Wir haben in Europa Millionen illegale Einwanderer, auf dem Balkan herrscht das blanke Chaos, Ungarn hat einen hunderte km langen Schutzzaun gebaut, in Deutschland gehen Zigtausende "gegen die Islamisierung" auf die Straße, aber ne: eigentlich alles in Butter.

Du weißt irgendwie nicht, was los ist, oder?

Und dass ein Sozi dermaßen vehement die USA verteidigt, ist auch irgendwie bezeichnend. Wsl. findest Du die Innenpolitik der USA auch so toll. Der spitzenmäßige Kanzler Schröder hat ja einiges davon bei uns eingeführt: Freie Fahrt für Hedgefonds, Demontage des Handwerks, Begünstigung von Leiharbeit und Tariffreiheit, tbc


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