Wie möchtest Du es denn haben? (Forum)
deine Frage, wie viel Geld ein Investor jährlich zur Verfügung stellen sollte und in welcher Form, trifft einen sehr wichtigen Punkt. Ich glaube allerdings, dass wir die Frage nach der Art der Finanzierung stellen müssen, nicht nur nach der reinen Summe.
Deshalb ja auch das "in welcher Form" und nicht nur "wie viel" in meiner Frage.
Wenn wir uns ansehen, wie Investoren bei anderen Vereinen agieren, fällt ein deutlicher Unterschied auf:
• Sie agieren oft als strategische Partner und stärken den Verein durch echtes Eigenkapital oder Premium-Sponsoring.
Genusscheine sind da schon sehr nah dran, aber ja, "echtes Eigenkapital" ist besser und war aber bei der HAM "nur" zum Start der Fall.
• Sie investieren in bleibende Werte und Infrastruktur (wie das NLZ oder das Trainingsgelände).
Definitiv auch das was ich als "Investition" bezeichnen würde im Vergleich zu "Geld für Spieleretat" oder "Geld als Ausgleich eines Verlustes".
• Sie bringen ein eigenes Netzwerk mit, um den Etat nachhaltig zu erhöhen. Das Ziel ist es, den Verein in die Lage zu versetzen, aus eigener Kraft zu wachsen und sich selbst zu tragen.
War zumindest, da hab ich aber keine genauen Zahlen, am Anfang mit Sponsoren ja auch bei der HAM der Fall.
Bei der Zusammenarbeit mit Hasan Ismaik sieht die Realität leider anders aus:
• Hier geht es in erster Linie darum, am Ende der Saison operative Verluste auszugleichen – und das in Form von Darlehen.
Eher in Form von Genusscheinen und dann "neue" Darlehen bzw. Abruf von Geldern aus Darlehen.
• Dieses Geld fließt in den laufenden Spielbetrieb und ist nach der Saison verbraucht. Es entstehen keine nachhaltigen Strukturen. Stattdessen wächst der Schuldenberg der KGaA an, was zu einer dauerhaften finanziellen Abhängigkeit führt.
Neue Schulden / Darlehen sind weder für die HAM noch für die KGaA sinnvoll.
Der gravierendste Punkt, der eine echte Weiterentwicklung fast unmöglich macht, ist jedoch das Merchandising. Bei normalen Traditionsvereinen ist der Fanartikelverkauf eine tragende finanzielle Säule, mit der der Kader finanziert wird. Bei 1860 wurden diese Rechte für 20 Jahre zu einem absoluten Witzbetrag abgetreten.
Ja, war nicht sinnvoll, wobei die "Abtretung" der Vermarktung sehr viel problematischer ist als das Merchandising.
Der KGaA wurde damit faktisch eine ihrer wichtigsten und lukrativsten Einnahmequellen entzogen, da die Gewinne in die Gesellschaft des Investors fließen. Wenn man einer Gesellschaft einer der lukrativsten Einnahmequelle nimmt und sie stattdessen über Darlehen finanziert, nimmt man ihr die Möglichkeit, sich jemals wieder selbst zu tragen.
Es fließen nicht alle Gewinne in die Gesellschaft des Investors aber ja, wenn man eine Firma verkauft oder, wie bei der Vermarktung "schlechte und langfristige Verträge" abschließt, dann hat das Folgen. In dem Fall, fehlende Gewinne.
Um deine Frage zu beantworten: Ich wünsche mir keinen Investor, der nur Defizite ausgleicht. Ich hätte gerne einen Gesellschafter, der den Verein wirtschaftlich in die Eigenständigkeit begleitet und Einnahmequellen maximiert, anstatt sie abzuschneiden.
Zumindest neu wird nicht "abgeschnitten" wobei die Fehler, ist aber halt meine Meinung, primär beim e.V. gemacht wurden und eher nicht "abgeschnitten" sondern "selbst abgetrennt" die richtige Formulierung wäre.
