Was ist ein Traditionsverein? (Forum)
Ein toller Beitrag, ein paar Anmerkungen habe ich aber auch
Bei 60 ist die wahre Tradition die Unfähigkeit der Führung, Geldknappheit und die Unfähigkeit Fans zu einen und an einem Strang zu ziehen. Und das eint eben viele alte Traditionsvereine, die es nach wie vor gibt, aber eben auf regionaler Ebene. Und das ist auch gut so.
Ich finde es schon eine Leistung dass man als Fan der KGaA immer Geldknappheit attestiert. Der Etat der Profis war seit dem Abstieg, vielleicht bis auf das Jahr mit der Fast Insolvenz vor der Ismaik Übernahme, meiner Meinung nach immer in der Top 7. Das wir kein Geld haben ist daher meiner Meinung nach ein Klischee. Genug Geld um dem großen "Vorbild" hinterher zu laufen haben wir aber in der Tat nicht, auch nicht mit einem Hasan Ismaik.
Es ist spannend zu sehen, dass vielen Löwenkonsumenten inzwischen ein, zwei emotionale Highlights zum Saisonende mit dem Motto "Drinbleiben" ausreichen, um alles super zu finden und auch kein Problem mit dem Mietverhältnis beim FCB zu haben. Absurd - aber es läuft.
Ich finde diese Aussage ein wenig unfair (wenn auch nicht falsch). Gegen Paderborn war vermutlich ein nicht unerheblicher Anteil der Zuschauer zum ersten Mal in dieser Saison in der Arena, vielleicht auch zum zweiten Mal. Man kann seine Ansprüche an denen orientieren die nur zu den "Highlights" erscheinen oder an denen die IMMER oder regelmäßig da sind. Die KGaA denkt meiner Meinung nach, wirtschaftlich vielleicht sogar nachvollziehbar, an die Highlight Klientel, denn der Rest kommt ja sowieso. Vereine wie Pauli oder Union haben sich dazu entschieden auf diejenigen zu setzen die den Verein dauerhaft begleiten. Union hat dabei schon fast zu klein geplant, St. Pauli hat vor Jahren seine Rolle als 2. Liga Verein akzeptiert und die Hütte ist voll. Bei uns hätte man vermutlich 100 Logen in die Tribünen gefräst weil man immer den Vergleich mit dem "großen" Nachbarn gesucht hat.
Ich denke es wird in den kommenden Jahren eine komplette Aufspaltung des Fußballs geben. Konsumenten, die der Unterhaltungsindustrie Profifußball frönen - die werden nie ausgehen. Und hoffentlich wieder mehr Leute, die am Wochenende Amateur- und Jugendspiele besuchen.
Ich hoffe das auch aber ist es im "Amateurbereich" wirklich so viel besser? Ist es nicht auch so dass sich auch viele kleinere Vereine, natürlich im überschaubaren Rahmen, immer öfter in die finanzielle Abhängigkeit von Einzelpersonen / Firmen begeben. Ich habe nur ABC-Klasse gespielt aber auch dort bekamen Schlüsselspieler schon Geld. Woher die Kohle kam hat niemand hinterfragt und da es keinen Unsummen waren nahm man das eben hin. Es gibt Vereine in unteren Klassen die gehen pleite und hinterlassen mal eben eine halbe Mio. Euro Schulden. Gemessen an den Einnahmen aus Trikotsponsoring und Zuschauereinnahmen ist das Missverhältnis dort oft noch viel höher. Ich persönlich bin in so einer Tretmühle dass man immer das Gefühl hat dass man zu wenig Zeit hat. Fußball dürfte vielleicht irgendwann einfach unter den Tisch fallen (aber noch ist es nicht so weit). Amateursport ist vielleicht eine Alternative aber ich mag vor allem das drumherum dass es früher gab. Verrückte Typen, Stehplatz, Bier und Bratwurst und auf dem Rasen darf ruhig auch mal ein Stehgeiger die Fäden ziehen. Gerade in München wo alles so glatt gebügelt, sauber und durch kommerzialisiert ist habe ich das immer sehr genossen.
Schön wärs zumindest. Dann hätte diese auf den ersten Blick bedauerliche Entwicklung doch einen Sinn.
Gruß
Fred
Jetzt ist es eine Gegenrede geworden, so ist es aber nicht gemeint. Ich fand die Idee von Austria Salzburg spannend, leider sind die vorerst gescheitert. Aber das war ehrlich gesagt auch schon kein Amateursport mehr.
