Vorbildlich sparsame Seitenstraßler (Forum)
Schon traurig, wenn man sich millionenteure Spieler, ein aufgeblasenes Management inklusive Berater anscheinend ohne Probleme leisten kann, während man den Nachwuchstrainern und -betreuern nicht mal den Mindestlohn zahlen will. Aber irgendwo muss man das Sparen ja anfangen. Hauptsache, das Image des total sozialen Retter-Clubs bröckelt nicht.
Pressemeldung des Münchner Hauptzollamtes von heute:
"HZA-M: Namhafter Münchner Fußballverein hat keinen Mindestlohn
gezahlt
München (ots) - Ermittlungen des Hauptzollamts München haben ergeben, dass ein
namhafter Münchner Fußballverein im Zeitraum zwischen November 2016 bis November
2021 Arbeitskräfte auf 450 Euro Basis beschäftigt und entlohnt hat, obwohl deren
tatsächlicher Beschäftigungsumfang bei Weitem höher war.
Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens hat sich herausgestellt, dass der
Fußballverein in seinem von ihm betriebenen Nachwuchsleistungszentrum nicht den
Mindestlohn entrichtet hat. Außerdem kam der Verein seinen
Aufzeichnungsverpflichtungen hinsichtlich der geleisteten Arbeitsstunden nicht
bzw. nicht richtig und vollständig nach.
Zwischen den Arbeitnehmern und den Verfahrensbeteiligten wurden schriftliche
Arbeitsverträge geschlossen, in welchen unter anderem auch der vertragliche
Umfang geregelt war.
Im Rahmen des Verfahrens wurden eine Vielzahl von Zeugen vernommen und
Sachbeweise ausgewertet. Der Münchner Zoll hat dabei festgestellt, dass
abweichend von den vertraglichen Regelungen und den geführten
Stundenaufzeichnungen, wesentlich mehr Stunden als vereinbart geleistet und
somit die gültigen Mindestlöhne nicht gezahlt und sozialversicherungsrechtliche
Vorschriften missachtet wurden. Durch dieses Vorgehen wurden sowohl
Sozialversicherungsbeiträge nicht richtig und nicht in voller Höhe abgeführt als
auch die zu zahlenden Mindestlöhne in erheblichem Maßen unterschritten.
"Das Hauptzollamt München hat gegen den Münchner Fußballverein einen
Einziehungsbescheid in Höhe von rund 200.000 Euro erlassen", so Thomas Meister,
Pressesprecher des Hauptzollamts München.
Des Weiteren werden die hinterzogenen Sozialversicherungsbeiträge und
Säumniszuschläge in Höhe von rund 45.500 Euro nachgefordert."
