Maischberger (Forum)

Paul, Thursday, 15.04.2021, 00:10 (vor 1863 Tagen)
bearbeitet von Paul, Thursday, 15.04.2021, 00:23

Leider, oder immer mehr aus Interesse, habe ich mir die Sendung angeschaut, irgendwie hat hier, ich glaube der Sohn von LUXEMBOURG, mal gesagt der Lauterbach sei ein Faschist, dem kann ich mich nach dem heute gehörten leider, ich betone ausdrücklich leider, nur anschließen, wer jemand am liebsten, aus was für Gründen auch immer, nur wegschliessen möchte, ich weiß nicht, tut mir leid, dieses Modell "Tübingen" war/ist zumindest ein Versuch Dinge in einer Pandemie anders zu regeln
Ich hänge eigentlich der Partei dieses Thema Herrn an, aber hier kam ja auch im Zusammenhang mit "Löwenfreund" die Aeussrrung, dass Parteizugehorigkeit (Sarrazin, Palmer), nichts darüber Aussage (obwohl im Falle Löwenfreund völlig danebe) über die tatsächlichen progressiven Verhaltensweisen der Person aussagt, richtig!
Ich habe es in der Form nicht geglaubt, dass die Pandemie unser Glauben und Denken dermassen verändert

Maischberger

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Thursday, 15.04.2021, 00:49 (vor 1863 Tagen) @ Paul

irgendwie hat hier, ich glaube der Sohn von LUXEMBOURG, mal gesagt der Lauterbach sei ein Faschist

Ich präzisiere: Ich hatte nicht ihn selber einen Faschisten genannt. Ich hab gesagt dass es faschistisch wäre, die Unverletzlichkeit der Wohnung in Frage zu stellen bzw. konkret Polizisten zu erlauben einfach eine Wohnung zu betreten um die Corona-Kontaktbeschränkungen zu kontrollieren. Diese so von mir und vielen Anderen angeblich falsch verstandene Forderung hat der Lauterbach dann aber später zurückgenommen. Damit war dieses Thema für mich eigentlich beendet.

Was der Mann zum Virus und den Impfungen sagt, teile ich im Übrigen.

dieses Modell "Tübingen" war/ist zumindest ein Versuch Dinge in einer Pandemie anders zu regeln

Richtig. Tübingen, Rostock und mittlerweile auch das Saarland probieren es mit Schnelltests. Das finde ich sehr gut!

aber hier kam ja auch im Zusammenhang mit "Löwenfreund" die Aeussrrung, dass Parteizugehorigkeit (Sarrazin, Palmer)

Sarrazin kann man- glaube ich- nicht wirklich mehr als Sozialdemokrat ansehen. Palmer ist aber durchaus noch ein Grüner. Nur- wie so manche Grüne in Baden-Württemberg- etwas unorthodox.

Ich habe es in der Form nicht geglaubt, dass die Pandemie unser Glauben und Denken dermassen verändert

Es besteht einfach eine Schieflage zwischen dem Privaten und der Wirtschaft. Und das sage ich als eigentlich (Wirtschafts-)Liberaler!!! Aber der Staat schreibt einem massiv dieses und jenes jetzt im Privatleben vor, aber wehe man redet von einer Pflicht zum Homeoffice oder einer Testpflicht, das geht dann aber gar nicht. Dann laufen die Lobbyverbände Sturm.

Die Diskussion hatte ich ja hier schonmal mit lustiger_hans und Herbert. Passend dazu auch einer der letzten FB-Einträge von Stephan Tempel. Kann ich nur jedem weiter empfehlen.

Dagegen haben wir es in Luxemburg noch echt gut. Hier war der Einzelhandel nur im allerersten Lockdown und zwei Wochen um Weihnachten rum zu. Und seit letzter Woche ist sogar die Aussengastronomie wieder auf.

Wir versäumen es allerdings viel mehr auf Schnelltests zu bauen um das Drecksvirus einzudämmen und die Schulen sind mittlerweile für über die Hälfte aller Neuinfektionen verantwortlich und trotzdem fehlt weiterhin ein flächendeckendes Testkonzept. Und der Schutz der Heime ist auch suboptimal, wird nun aber endlich mit obligatorischen Schnelltests verbessert werden.

Maischberger

United Sixties, Thursday, 15.04.2021, 09:03 (vor 1863 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

"Es besteht einfach eine Schieflage zwischen dem Privaten und der Wirtschaft. Und das sage ich als eigentlich (Wirtschafts-)Liberaler!!! Aber der Staat schreibt einem massiv dieses und jenes jetzt im Privatleben vor, aber wehe man redet von einer Pflicht zum Homeoffice oder einer Testpflicht, das geht dann aber gar nicht. Dann laufen die Lobbyverbände Sturm."

Sehe ich inzwischen ähnlich. Ein Interview gestern mit MP Bouffier zum Gesetzenwurf des Bundes mit Ausgangssperre in hr zeigt auch, dass es weder rechtlich haltbar noch sinnvoll sein wird, nur die Private Wohnung als "Hort der Schuldigen" zu betrachten.
Testpflicht in Betrieben, Schulen und Kitas, Homeoffice als Standard ( wer es denn freiwillig möchte) und Impfanreize können dazu führen, etwas schneller in ein normaleres Leben zurück zu kehren. Bei der Aussengastro bin ich voll bei Dir und würde nur zu gern nach Lux auf einen gemütlichen Löwenratsch im Freien und in Freiheit kommen. Aber zunächst werden wir es am Olympiagelände Samstagnachmittag versuchen...

Freuen wir uns also nach dem Unions-Krampf auf eine erstmalig GRÜNE Bundeskanzlerin Berbock mit Scholzi weiter als Vize und Finanzverteiler und Lindner oder Linke als Mitregierer im Wirtschaftsministerium :-D

Maischberger

lustiger_hans, Thursday, 15.04.2021, 09:34 (vor 1863 Tagen) @ United Sixties

"Es besteht einfach eine Schieflage zwischen dem Privaten und der Wirtschaft. Und das sage ich als eigentlich (Wirtschafts-)Liberaler!!! Aber der Staat schreibt einem massiv dieses und jenes jetzt im Privatleben vor, aber wehe man redet von einer Pflicht zum Homeoffice oder einer Testpflicht, das geht dann aber gar nicht. Dann laufen die Lobbyverbände Sturm."

Zeigt, wie zerfressen die Demokratie vom Kapitalismus ist. Es geht nicht um den Menschen, nur ums Geldverdienen. Wer das behindert, wird gnadenlos bekämpft.

Sehe ich inzwischen ähnlich. Ein Interview gestern mit MP Bouffier zum Gesetzenwurf des Bundes mit Ausgangssperre in hr zeigt auch, dass es weder rechtlich haltbar noch sinnvoll sein wird, nur die Private Wohnung als "Hort der Schuldigen" zu betrachten.
Testpflicht in Betrieben, Schulen und Kitas, Homeoffice als Standard ( wer es denn freiwillig möchte) und Impfanreize können dazu führen, etwas schneller in ein normaleres Leben zurück zu kehren. Bei der Aussengastro bin ich voll bei Dir und würde nur zu gern nach Lux auf einen gemütlichen Löwenratsch im Freien und in Freiheit kommen. Aber zunächst werden wir es am Olympiagelände Samstagnachmittag versuchen...

Leute dazu zu zwingen, in die ungünstigste Situation (daheim, ggf. über Nacht, da Ausgangssperre) zu gehen, und die sicherste (draußen) zu verbieten, zeigt die Planlosigkeit der Verantwortlichen.

Homeoffice nicht "freiwillig", sondern als Standard, von dem nur mit eindeutiger Begründung abgewichen werden darf. Wenn man mich daheim einsperren kann, ist verpflichtende Heimarbeit ein geringerer Eingriff. Auch wenn wieder ein paar Leute deswegen "Befindlichkeiten" haben: Auch die Wirtschaft hat gefälligst zur Kontaktreduktion beizutragen! Und wenn ich 8 Stunden Großraumbüro und 2 Stunden vollgestopfte U-Bahn (alles massig unkontrollierte Kontakte!) reduzieren kann, dann MUSS das gemacht werden. Da die Freiwilligkeit nichts gebracht hat, muss man das halt vorschreiben. Sonst können sie sich Ausgangssperren auch sparen. Und natürlich Schulen etc. zu, aus anderen Ländern liegen hier schon Zahlen vor, dass dort teilweise mehr als 50% der Infektionen passieren. Das geht natürlich am besten zusammen mit einer Homeofficepflicht, damit dann ggf. auch wer daheim ist.

Freuen wir uns also nach dem Unions-Krampf auf eine erstmalig GRÜNE Bundeskanzlerin Berbock mit Scholzi weiter als Vize und Finanzverteiler und Lindner oder Linke als Mitregierer im Wirtschaftsministerium :-D

Wer immer noch die Grün*_:Innen wählt, dem ist nicht zu helfen. Aber ok, dann gibts wsl wieder die grüne Politik: Bevormundung, Sozialabbau, Kriege

Maischberger

Joerg ⌂, Thursday, 15.04.2021, 10:56 (vor 1863 Tagen) @ Paul

Leider, oder immer mehr aus Interesse, habe ich mir die Sendung angeschaut, irgendwie hat hier, ich glaube der Sohn von LUXEMBOURG, mal gesagt der Lauterbach sei ein Faschist, dem kann ich mich nach dem heute gehörten leider, ich betone ausdrücklich leider, nur anschließen, wer jemand am liebsten, aus was für Gründen auch immer, nur wegschliessen möchte, ich weiß nicht, tut mir leid, dieses Modell "Tübingen" war/ist zumindest ein Versuch Dinge in einer Pandemie anders zu regeln

also ich hab die sendung auch gesehen, der lauterbach war gar nich so schlimm, bis auf vielleich, daß er die aerosol-forscher als, durch die blume, fachidioten bezeichnet hat, alles geschenkt, seine versuchte rechthaberei ist eben seiner parteizugehörigkeit zu schulden, leicht zu durchschauen

Ich hänge eigentlich der Partei dieses Thema Herrn an, aber hier kam ja auch im Zusammenhang mit "Löwenfreund" die Aeussrrung, dass Parteizugehorigkeit (Sarrazin, Palmer), nichts darüber Aussage (obwohl im Falle Löwenfreund völlig danebe) über die tatsächlichen progressiven Verhaltensweisen der Person aussagt, richtig!
Ich habe es in der Form nicht geglaubt, dass die Pandemie unser Glauben und Denken dermassen verändert

hergott, geglaubt habe ich so vieles nicht, aber leider sind gewisse reflexe in deutschland immer noch da und werden genutzt, jetzt eben andersherum

Maischberger

Joerg ⌂, Thursday, 15.04.2021, 10:59 (vor 1863 Tagen) @ lustiger_hans

Wer immer noch die Grün*_:Innen wählt, dem ist nicht zu helfen. Aber ok, dann gibts wsl wieder die grüne Politik: Bevormundung, Sozialabbau, Kriege

würde ich nich als unbedingt grün bezeichnen, eher als deutsch, aber die grünen sind ja so deutsch, deutscher gehts schon nicht mehr

Maischberger

lustiger_hans, Thursday, 15.04.2021, 14:07 (vor 1863 Tagen) @ Joerg

Wer immer noch die Grün*_:Innen wählt, dem ist nicht zu helfen. Aber ok, dann gibts wsl wieder die grüne Politik: Bevormundung, Sozialabbau, Kriege


würde ich nich als unbedingt grün bezeichnen, eher als deutsch, aber die grünen sind ja so deutsch, deutscher gehts schon nicht mehr

Warum nicht? Ist nur eine Zusammenfassung von ihrem Programm und ihren letzten Regierungsbeteiligungen....

Maischberger

Paul, Thursday, 15.04.2021, 15:39 (vor 1862 Tagen) @ United Sixties

Freuen wir uns also nach dem Unions-Krampf auf eine erstmalig GRÜNE Bundeskanzlerin Berbock mit Scholzi weiter als Vize und Finanzverteiler und Lindner oder Linke als Mitregierer im Wirtschaftsministerium :-D

Da kommt mir glatt der Angstschweiß, Baerbock Kanzler? Hoffentlich geht der Kelch an uns allen vorüber 😎

Maischberger

Paul, Thursday, 15.04.2021, 15:45 (vor 1862 Tagen) @ Joerg

Leider, oder immer mehr aus Interesse, habe ich mir die Sendung angeschaut, irgendwie hat hier, ich glaube der Sohn von LUXEMBOURG, mal gesagt der Lauterbach sei ein Faschist, dem kann ich mich nach dem heute gehörten leider, ich betone ausdrücklich leider, nur anschließen, wer jemand am liebsten, aus was für Gründen auch immer, nur wegschliessen möchte, ich weiß nicht, tut mir leid, dieses Modell "Tübingen" war/ist zumindest ein Versuch Dinge in einer Pandemie anders zu regeln


also ich hab die sendung auch gesehen, der lauterbach war gar nich so schlimm, bis auf vielleich, daß er die aerosol-forscher als, durch die blume, fachidioten bezeichnet hat, alles geschenkt, seine versuchte rechthaberei ist eben seiner parteizugehörigkeit zu schulden, leicht zu durchschauen

Ich hänge eigentlich der Partei dieses Thema Herrn an, aber hier kam ja auch im Zusammenhang mit "Löwenfreund" die Aeussrrung, dass Parteizugehorigkeit (Sarrazin, Palmer), nichts darüber Aussage (obwohl im Falle Löwenfreund völlig danebe) über die tatsächlichen progressiven Verhaltensweisen der Person aussagt, richtig!
Ich habe es in der Form nicht geglaubt, dass die Pandemie unser Glauben und Denken dermassen verändert


hergott, geglaubt habe ich so vieles nicht, aber leider sind gewisse reflexe in deutschland immer noch da und werden genutzt, jetzt eben andersherum

Versteh ich nicht so ganz, das Land ist schon auf einem anderen Weg, aber ich bezweifele dessen Richtigkeit

Maischberger

laimerloewe (c), Thursday, 15.04.2021, 15:50 (vor 1862 Tagen) @ United Sixties

"Es besteht einfach eine Schieflage zwischen dem Privaten und der Wirtschaft. Und das sage ich als eigentlich (Wirtschafts-)Liberaler!!! Aber der Staat schreibt einem massiv dieses und jenes jetzt im Privatleben vor, aber wehe man redet von einer Pflicht zum Homeoffice oder einer Testpflicht, das geht dann aber gar nicht. Dann laufen die Lobbyverbände Sturm."


ich habe ja selbst eine firma (die nur noch die hälfte der leute wie vor einem jahr hat). wir haben von anfang an, unsere mitarbeiter ermutigt, soweit wie möglich ins homeoffice zu gehen und das hat auch super geklappt. wir hatten das vorher gar nicht und unsere infrastruktur hat das einfach "zufällig" sozusagen hergegeben. der kollege im lager kann halt leider kein homeoffice machen. ebenso muss die post geleert werden usw. es war dann der wunsch der mitarbeiter, dass es einen tag gibt, wo alle da sind, um sich untereinander besser koordinieren zu können. dem haben wir entsprochen und das war eigentlich ein perfektes setting. davon sind wir aber wieder abgekommen, weil durch die zusammenkunft aller mitarbeiter das infektionsrisiko natürlich wieder steigt. jetzt haben wir einen "technischen" tag und einen "kaufmännischen" tag und das funktioniert auch ganz gut, vorher war es natürlich besser. alles ist freiwillig, soweit es geht, aber manchmal müssen die leute halt hier dinge erledigen.

ich habe, sobald es ging, tests beschafft und wir geben die ohne beschränkung an die mitarbeiter raus. auch an diejenigen, die quasi nur im homeoffice sind und gar nicht hier hereinkommen. das kostet mich zwar ca. 5,50 € pro test. aber es ist so schon mal um einiges unwahrscheinlicher, dass hier eine(r) den ganzen laden infiziert und wir dann komplett 2 wochen alles zusperren müssen. außerdem hoffe ich einen supermininano-teil zu einer gesamtverbesserung beitragen zu können, weil jeder monat, den wir früher wieder zurück zur normal kommen, wird die 5,50 € pro test mehr als kompensieren.

natürlich ist das für einen kleinbetrieb wie unseren ein ganz anderer kostenfaktor als für siemens oder bmw. trotzdem bin ich mir sicher, dass auch die von einer früherem back to normal profitieren würden. ich frage mich also schon, warum immer nur die kosten- und nicht die nutzenseite angeschaut wird.


Sehe ich inzwischen ähnlich. Ein Interview gestern mit MP Bouffier zum Gesetzenwurf des Bundes mit Ausgangssperre in hr zeigt auch, dass es weder rechtlich haltbar noch sinnvoll sein wird, nur die Private Wohnung als "Hort der Schuldigen" zu betrachten.
Testpflicht in Betrieben, Schulen und Kitas, Homeoffice als Standard ( wer es denn freiwillig möchte) und Impfanreize können dazu führen, etwas schneller in ein normaleres Leben zurück zu kehren. Bei der Aussengastro bin ich voll bei Dir und würde nur zu gern nach Lux auf einen gemütlichen Löwenratsch im Freien und in Freiheit kommen. Aber zunächst werden wir es am Olympiagelände Samstagnachmittag versuchen...


hier ist mir vollkommen unklar, wieso die politik so brutal auf das einschränken von kontakten fixiert ist. das thema halte ich irgendwie für ausgereizt. weitere einschränkungen wären v.a. vor dem hintergrund des nahenden sommers und der wohl mittlerweile erwiesenen wesentlich höheren ansteckungsgefahr in geschlossen räumen schwer akzeptabel und werden zu einer art zivilem ungehorsamn führen.

ich verstehe nicht, warum man sich nicht mit der selben energie der beschleunigung des impfens widmet. dass das nicht läuft, wird irgendwie als gottgegeben hingenommen und nichts dagegen getan. ich galube, es gäbe so viele möglichkeiten, die produktion von impfstoff zu beschleunigen, die verteilung des impfstoffes zu beschleunigen, impfwillige schneller zu impfen. da scheint mit der hase viel mehr im pfeffer zu liegen. man muss nur nach england schauen: da sind mehr als doppelt so viele menschen wie hier geimpft und die quote der erstimpfungen liegt bei fast 50%. und man sieht sie pints inbiergärten trinken...


Freuen wir uns also nach dem Unions-Krampf auf eine erstmalig GRÜNE Bundeskanzlerin Berbock mit Scholzi weiter als Vize und Finanzverteiler und Lindner oder Linke als Mitregierer im Wirtschaftsministerium :-D

Maischberger

BlueMagic, Thursday, 15.04.2021, 16:01 (vor 1862 Tagen) @ Paul

Das ist immer eine Frage der Sichtweise, vor was man Angst bekommt. Von einem populistischen und extrem opportunistischen kleinen Strauß-Verschnitt, der seine eigenen Machtgelüste über alles stellt und dafür sogar die ach so geliebte Schwesterpartei vor eine irre Zerreißprobe stellt oder vor einem windelweichen Softie, der seine Meinung ständig ändert.
Beide möchte ich mir nicht im Kreise der EU-Kollegen, im Kreml oder im Weißen Haus als Regierungschef des wichtigsten EU-Landes vorstellen. Das mochte ich mir bei Kohl damals aber auch nicht vorstellen und musste viel zu lange damit leben.

Da sind alle anderen m.E. besser, ob sie nun Scholz, Baerbock oder Habeck heißen.

Maischberger

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Thursday, 15.04.2021, 20:20 (vor 1862 Tagen) @ lustiger_hans

@lustiger_hans:

Zeigt, wie zerfressen die Demokratie vom Kapitalismus ist.

Ich rede lieber von "Marktwirtschaft" als "Kapitalismus", verteidige diese aber eisern, weil sie einer Plan- oder "Zentralverwaltungswirtschaft" (Walter Eucken) jederzeit überlegen ist. Ich glaube auch, dass (rein theoretisch) Unternehmer wie Jeff Bezos oder Bill Gates uns besser, weil intelligenter, smarter und cleverer durch diese Krise führen würden als unsere Politiker. Der Markt, sprich die private Wirtschaft kann es meistens besser lösen als der Staat. Sogar bei den Schnelltests und den Impfungen wäre dies wohl so.

In dem Sinne bin ich totaler Wirtschaftsliberaler und finde auch den bayrischen FDP-Fraktionschef Martin Hagen echt gut (soweit ich ihn anhand seiner FB-Posts beurteilen kann).

Selbstverständlich bevorzuge auch ich aber natürlich sozial mitdenkende Unternehmer wie den laimerlöwen und halte reines Profitstreben allein für zu kurzfristig gedacht. Profit machen ist aber nicht per se böse, ganz im Gegenteil, man darf sich nur nicht allein darauf reduzieren.

Aber ich bin bei aller Verteidigung der Marktwirtschaft auch für eine sinnvolle staatliche Ordnungspolitik und einen starken Rechtsstaat. Und dazu gehören für mich eben vor allem klassische hoheitliche Funktionen und somit auch klare Regeln zum Infektionsschutz am Arbeitsplatz, im ÖPNV, in den Schulen und eben überall, wo es zu Menschenansammlungen kommt.

Die konkrete Implementierung dieser Regeln (also bspw. die Durchführung obligatorischer Schnelltests) kann dann gerne den Unternehmern überlassen werden. Zuviel Bürokratie ist sowieso eher hinderlich in einer Pandemie.

Leute dazu zu zwingen, in die ungünstigste Situation (daheim, ggf. über Nacht, da Ausgangssperre) zu gehen, und die sicherste (draußen) zu verbieten, zeigt die Planlosigkeit der Verantwortlichen.

Sehe ich auch so. Dazu dieser wunderbare NTV-Artikel zum Vergleich Spanien-Frankreich.

Trifft den Nagel total auf den Kopf.

@United Sixties:

Bei der Aussengastro bin ich voll bei Dir und würde nur zu gern nach Lux auf einen gemütlichen Löwenratsch im Freien und in Freiheit kommen. Aber zunächst werden wir es am Olympiagelände Samstagnachmittag versuchen.

Viel Spaß übermorgen im schönen Olympiapark!

Also bei uns ist die Außengastronomie unter folgenden Bedingungen auf: nur 2 Personen (oder 1 Haushalt) pro Tisch, mind 1,5m Abstand zwischen den Tischen, Sperrstunde um 18 Uhr (sprich Öffnungszeiten von 6-18 Uhr.) Geht halt hauptsächlich darum dass Leute mittags essen gehen können. Ich finde es blöd, dass man man nicht 20 oder gar 21 Uhr gesagt hat um auch Abendessen noch zu ermöglichen, aber nun gut, es ist ein erster Anfang.

Schaut auch bei meinem Parteikollegen, Kumpel und Hobbyjournalisten Claus Nehring mal rein. Der hat mit die besten Artikel zur Coronapolitik, insbes. zur Luxemburger Situation, aber auch allgemein. Ich finde seine Artikel persönlich oft besser als die bezahlter Journalisten.

Maischberger

Keynes, Friday, 16.04.2021, 06:43 (vor 1862 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

@lustiger_hans:

Zeigt, wie zerfressen die Demokratie vom Kapitalismus ist.


Ich rede lieber von "Marktwirtschaft" als "Kapitalismus", verteidige diese aber eisern, weil sie einer Plan- oder "Zentralverwaltungswirtschaft" (Walter Eucken) jederzeit überlegen ist. Ich glaube auch, dass (rein theoretisch) Unternehmer wie Jeff Bezos oder Bill Gates uns besser, weil intelligenter, smarter und cleverer durch diese Krise führen würden als unsere Politiker. Der Markt, sprich die private Wirtschaft kann es meistens besser lösen als der Staat. Sogar bei den Schnelltests und den Impfungen wäre dies wohl so.

Der Markt regelt das...

Maischberger

lustiger_hans, Friday, 16.04.2021, 07:43 (vor 1862 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

@lustiger_hans:

Zeigt, wie zerfressen die Demokratie vom Kapitalismus ist.


Ich rede lieber von "Marktwirtschaft" als "Kapitalismus", verteidige diese aber eisern, weil sie einer Plan- oder "Zentralverwaltungswirtschaft" (Walter Eucken) jederzeit überlegen ist. Ich glaube auch, dass (rein theoretisch) Unternehmer wie Jeff Bezos oder Bill Gates uns besser, weil intelligenter, smarter und cleverer durch diese Krise führen würden als unsere Politiker. Der Markt, sprich die private Wirtschaft kann es meistens besser lösen als der Staat. Sogar bei den Schnelltests und den Impfungen wäre dies wohl so.

Nein, es ist schon der Kapitalismus in seinem Gesamtzuschnitt. Die Marktwirtschaft in dem hier idR verstandenen Sinn der "sozialen Marktwirtschaft" (die per staatlichem Eingriff die Exzesse des freien Marktes eindämmen soll) ist ja an sich ein Konzept, das im Normalbetrieb den meisten anderen Systemen überlegen ist, wenn es um Innovationskraft geht. Ich allerdings glaube nicht, dasss Unternehmer das in Gesamtheit besser können, nur anders. Die staatliche Verwaltung hat sich hier ein Jahr lang geweigert, die Wirtschaft in die Maßnahmen mit einzubeziehen. Diese hat sich auch stark gegen Maßnahmen (z.B. Homeofficepflicht zur Kontaktreduzierung) gewehrt. Ebenfalls zeigt der Blick in Systeme, in denen Unternehmer wie Bezos oder Gates mehr "Befugnisse" haben, dass es dort schlechter ging. So werden z.B. auch kranke Arbeitnehmer dort zur Arbeit gezwungen (oder halt per hire-and-fire ersetzt), also ist die Verbreitungsproblematik größer. Hier kommt es zum Konflikt zwischen Gewinnmaximierung und Menschenleben. Das wird in einem kapitalistischen System in der Masse in Richtung Gewinnmaximierung entschieden, solange der Menschenverlust nicht kritisch für eben diesen Gewinn wird.

Genau das trifft aber hier auf staatliches Versagen. Der Staat hat Aufgaben, die auch oft gegen ein Gewinnprinzip sprechen (eine Armee z.B. wird nie Gewinn abwerfen). Dazu gehört auch der Katastrophenschutz, der in seiner Vorbereitung teuer und komplex ist. Oder man lässt es (durch Faulheit oder Inkompetenz), wie in dem aktuellen Pandemiefall, eben bleiben. Nun könnte ein vernünftig organisierter Staat das Thema zentrale Impf- und Testorganisation sicherlich besser als einzelne Konzerne, da die Infrastruktur (bei korrekter Krisenvorsorge) besser ist. Was nicht heisst, dass man nicht Unternehmensstrukturen (Betriebsärzte!) nicht mit einbinden kann. Ebenso kann ein Staat eben auch jenseits von Gewinnstreben Entscheidungen treffen. Eben hier wurde versagt, weil man nicht als Verantwortlicher entschlossen gehandelt, sondern rumgeeiert hat. Siehe ja schon die Frage, ob jetzt das Land, der Bund oder die EU Impfstoffe kaufen soll. Anstatt zu entscheiden hat man sich das von A nach B nach C geschoben und am Ende hatte halt jeder andere schon eingekauft. Und man war zu feige, einen Exportstopp zu verhängen.

In dem Sinne bin ich totaler Wirtschaftsliberaler und finde auch den bayrischen FDP-Fraktionschef Martin Hagen echt gut (soweit ich ihn anhand seiner FB-Posts beurteilen kann).

Selbstverständlich bevorzuge auch ich aber natürlich sozial mitdenkende Unternehmer wie den laimerlöwen und halte reines Profitstreben allein für zu kurzfristig gedacht. Profit machen ist aber nicht per se böse, ganz im Gegenteil, man darf sich nur nicht allein darauf reduzieren.

Nun, das ist aber wohl nicht die Mehrheit. Und alleiniges Gewinnstreben führt in einem solchen Krisenfall eben dazu, dass man sich heftigst gegen Gesundheitsmaßnahmen wehrt. Gerade sehr gut zu beobachten.

Aber ich bin bei aller Verteidigung der Marktwirtschaft auch für eine sinnvolle staatliche Ordnungspolitik und einen starken Rechtsstaat. Und dazu gehören für mich eben vor allem klassische hoheitliche Funktionen und somit auch klare Regeln zum Infektionsschutz am Arbeitsplatz, im ÖPNV, in den Schulen und eben überall, wo es zu Menschenansammlungen kommt.

Hat man bisher aber nicht durchgesetzt, da die Wirtschaft sagte: Wollen wir nicht, kostet uns zu viel. Und die Verantwortlichen Politiker kuschen lieber vor dem Kapital, als ihre Arbeit zu machen. Damit sind wir wieder am Anfang. Der Rest ist "Soziale Marktwirtschaft". Die Durchsetzung erfolgte alleine im privaten Rahmen.

Die konkrete Implementierung dieser Regeln (also bspw. die Durchführung obligatorischer Schnelltests) kann dann gerne den Unternehmern überlassen werden. Zuviel Bürokratie ist sowieso eher hinderlich in einer Pandemie.

Die Unternehmen werden allerdings in der Masse versuchen, dabei das Prinzip der Gewinnmaximierung beizubehalten: Es wird nur das allernötigste gemacht, damit man sich nicht bei allzu großen (teuren) Verstößen erwischen lassen kann.

Leute dazu zu zwingen, in die ungünstigste Situation (daheim, ggf. über Nacht, da Ausgangssperre) zu gehen, und die sicherste (draußen) zu verbieten, zeigt die Planlosigkeit der Verantwortlichen.


Sehe ich auch so. Dazu dieser wunderbare NTV-Artikel zum Vergleich Spanien-Frankreich.

Trifft den Nagel total auf den Kopf.

[….]

Maischberger

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Friday, 16.04.2021, 21:51 (vor 1861 Tagen) @ lustiger_hans

Die Marktwirtschaft in dem hier idR verstandenen Sinn der "sozialen Marktwirtschaft" (die per staatlichem Eingriff die Exzesse des freien Marktes eindämmen soll) ist ja an sich ein Konzept, das im Normalbetrieb den meisten anderen Systemen überlegen ist, wenn es um Innovationskraft geht.

Also ich sehe es eigentlich nicht so, dass die Aufgabe des Staates sein soll, irgendwelche "Exzesse" (bzw. was man dafür hält, also bspw. hohe Gehälter bei Profifußballern) einzudämmen. Ich sehe die Aufgaben des Staates darin unsere Grundrechte/Grundfreiheiten zu schützen, somit ein verlässliches Rechtssystem sowie Ordnung und (innere wie äußere) Sicherheit zu gewährleisten. Und damit überhaupt erst einen "freien Markt" zu ermöglichen, da ein "freier Markt" für mich ein Markt "frei von Zwang, Gewalt und Betrug oder auch nur der Androhung derselben" ist. Das ist der große Dissens zwischen klassisch Liberalen (wie mir) und "Anarchokapitalisten", die irgendwie glauben, ein "freier Markt" könnte ohne übergeordneten Rechtsstaat existieren. Das ist Humbug, außer man verwechselt "frei" mit "vogelfrei", was definitiv manche tun, gerade auch "Kapitalismuskritiker" (die aus meiner Sicht übrigens oft zurecht vieles am "Realkapitalismus" kritisieren). Der Rechtstaat setzt dann auch Regeln zum Schutz der Gesundheit, unserer Umwelt und der Natur.

Ich allerdings glaube nicht, dass Unternehmer das in Gesamtheit besser können, nur anders.

Ich bin halt überzeugt davon, dass die (dezentrale) Marktwirtschaft durch ihre Diversität und die Millionen Preissignale viel effizienter Ressourcen allokieren kann als eine einzige zentrale Planinstanz das jemals könnte. Wobei Du zwar nun auch kein Staatssozialist bist, der die Marktwirtschaft abschaffen will (diese Spezies ist wohl wirklich nach 1989 fast ausgestorben), Du willst halt eine Mischform zwischen privater und staatlicher Wirtschaft. Ich will hingegen eine klare ordnungspolitische Trennung von Staat und Wirtschaft, analog zu einer klaren Trennung von Kirche/Religion und Staat (die es in Luxemburg und Deutschland leider auch nicht gibt). Der Staat soll sich außer- und oberhalb der Wirtschaft befinden. Davon ist der reale Kapitalismus heute jedoch meilenweit weg. Stattdessen gibt es zahlreiche Verquickungen zwischen Big Government und Big Business und genau dies führt zu Chaos durch Interessenskonflikte. Ich sage immer, man soll sich ein Fußballspiel vorstellen, wo der Schiedsrichter aktiv mal bei der einen oder anderen Mannschaft mitspielt. Das haben wir heute und das ist die eigentlich "falsche Deregulierung" in meinen Augen ;-)

Ich habe in meinem Kopf ganz klare Vorstellungen was der Staat sein soll und tun soll und was nicht. Anhand von konkreten Beispielen wie jetzt der Pandemie kann man das sehen. Sind beide Sphären erstmal klar getrennt (und ja ich bin mir bewusst hier eine radikale Utopie zu beschreiben, an die ich aber tatsächlich fest glaube), werden beide besser funktionieren. Gerade auch der Staat.

Ebenfalls zeigt der Blick in Systeme, in denen Unternehmer wie Bezos oder Gates mehr "Befugnisse" haben, dass es dort schlechter ging. So werden z.B. auch kranke Arbeitnehmer dort zur Arbeit gezwungen (oder halt per hire-and-fire ersetzt), also ist die Verbreitungsproblematik größer.

Amazon testet schon lange regelmäßig alle Mitarbeiten in seinen FC’s mit (ich glaub, sogar selber hergestellten) Schnelltests. Natürlich auch schon allein aus Profitgründen, weil sie verstanden haben, dass es mehr Geld kosten würde, wenn es Clusterausbrüche und Zwangsschließungen gibt oder auch nur mehr infizierte Leute krank ausfallen würden. Aus dem gleichen Grund unterstützt der ifo-Präsident Clemens Fuest ja i.Ü. "no covid".

Nun könnte ein vernünftig organisierter Staat das Thema zentrale Impf- und Testorganisation sicherlich besser als einzelne Konzerne, da die Infrastruktur (bei korrekter Krisenvorsorge) besser ist.

Die Frage ist halt ob man überhaupt eine zentrale Verteilung möchte. Ich eigentlich- ehrlich gesagt- nicht. Aber man hat sich dafür entschieden das so zu handhaben und ich akzeptiere es jetzt halt. Vor allem nachdem meine Eltern jetzt doch recht schnell geimpft worden sind, was mich sehr freut.

Sicherlich aber will ich einen Staat, der klare Regeln für Tests in dieser Pandemie setzt.

Und alleiniges Gewinnstreben führt in einem solchen Krisenfall eben dazu, dass man sich heftigst gegen Gesundheitsmaßnahmen wehrt. Gerade sehr gut zu beobachten.

Wie gesagt, kann man das wirtschaftlich auch anders sehen (wie eben Amazon, Fuest oder der laimerloewe). Aber, egal wie, soll der Staat es halt einfach vorschreiben und durchsetzen. Da sind wir uns vollkommen einig!!!

Maischberger

lustiger_hans, Saturday, 17.04.2021, 08:45 (vor 1861 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

Die Marktwirtschaft in dem hier idR verstandenen Sinn der "sozialen Marktwirtschaft" (die per staatlichem Eingriff die Exzesse des freien Marktes eindämmen soll) ist ja an sich ein Konzept, das im Normalbetrieb den meisten anderen Systemen überlegen ist, wenn es um Innovationskraft geht.


Also ich sehe es eigentlich nicht so, dass die Aufgabe des Staates sein soll, irgendwelche "Exzesse" (bzw. was man dafür hält, also bspw. hohe Gehälter bei Profifußballern) einzudämmen. Ich sehe die Aufgaben des Staates darin unsere Grundrechte/Grundfreiheiten zu schützen, somit ein verlässliches Rechtssystem sowie Ordnung und (innere wie äußere) Sicherheit zu gewährleisten. Und damit überhaupt erst einen "freien Markt" zu ermöglichen, da ein "freier Markt" für mich ein Markt "frei von Zwang, Gewalt und Betrug oder auch nur der Androhung derselben" ist. Das ist der große Dissens zwischen klassisch Liberalen (wie mir) und "Anarchokapitalisten", die irgendwie glauben, ein "freier Markt" könnte ohne übergeordneten Rechtsstaat existieren. Das ist Humbug, außer man verwechselt "frei" mit "vogelfrei", was definitiv manche tun, gerade auch "Kapitalismuskritiker" (die aus meiner Sicht übrigens oft zurecht vieles am "Realkapitalismus" kritisieren). Der Rechtstaat setzt dann auch Regeln zum Schutz der Gesundheit, unserer Umwelt und der Natur.


"Exzesse" sind hier hautpsächlich arbeits- und sozialpolitisch sowie im Sinne technischer (bzw. chemischer) Sicherhiet zu lesen. D.h. also z.B. Dinge wie Kündigungsschutz oder das Verbot von krebserregenden (aber halt deutlich billigeren) Chemikalien in Spielzeugen. Und ich persönlich wäre durchaus ein Freund von Gehaltsgrenzen, diese sind aber unten anzusetzen; wenn unten genug verdient wird, sind die Gehälter oben relativ wurscht. Das wiederum erfordert staatliche Eingriffe, da Mindestlöhne den Marktprinzipien wiedersprechen.

Ein freier Markt kann schon alleine deswegen nicht frei von Zwang oder Betrug sein, weil man mit diesen beiden Mitteln Gewinne erzielen kann. Daher sind sie ggf. ein Bestandteil des Marktes. Hier wird ja oft auf den Drogenmarkt als Beispiel für einen freien Markt verwiesen, da er sich dem staatlichen Einfluss entzieht (nicht ganz richtig, da er ja durch Verbote beeinflusst wird, aber das Grundprinzip sieht man dort wirklich sehr gut). Das von dir ja genannte Zauberwort ist "übergeordneter Rechtsstaat". Der genau wie du sagst, Regeln fest- und durchsetzt. Und genau das ohne Rücksicht auf den Markt nehmen zu müssen (es aber natürlich zu können). Wir sind in der gegenteiligen Position: Die Wirtschaft schreit und die Politik kuscht. Gleichzeitig wird die Position des Bürgers, dem dieser Staat eigentlich dienen sollte, vernachlässigt: Er soll die Last alleine tragen.

Ich allerdings glaube nicht, dass Unternehmer das in Gesamtheit besser können, nur anders.


Ich bin halt überzeugt davon, dass die (dezentrale) Marktwirtschaft durch ihre Diversität und die Millionen Preissignale viel effizienter Ressourcen allokieren kann als eine einzige zentrale Planinstanz das jemals könnte. Wobei Du zwar nun auch kein Staatssozialist bist, der die Marktwirtschaft abschaffen will (diese Spezies ist wohl wirklich nach 1989 fast ausgestorben), Du willst halt eine Mischform zwischen privater und staatlicher Wirtschaft. Ich will hingegen eine klare ordnungspolitische Trennung von Staat und Wirtschaft, analog zu einer klaren Trennung von Kirche/Religion und Staat (die es in Luxemburg und Deutschland leider auch nicht gibt). Der Staat soll sich außer- und oberhalb der Wirtschaft befinden. Davon ist der reale Kapitalismus heute jedoch meilenweit weg. Stattdessen gibt es zahlreiche Verquickungen zwischen Big Government und Big Business und genau dies führt zu Chaos durch Interessenskonflikte. Ich sage immer, man soll sich ein Fußballspiel vorstellen, wo der Schiedsrichter aktiv mal bei der einen oder anderen Mannschaft mitspielt. Das haben wir heute und das ist die eigentlich "falsche Deregulierung" in meinen Augen ;-)

Das hilft alles nix, wenn der Schiri bezahlt ist ;-)

Man braucht nicht zwangsläufig eine Mischform, wobei ich der Meinung bin, dass es ohne staatliche Teilnahme am Wirtschaftsverkehr nicht geht. Die Grundversorgung und Infrastruktur (z.B. Wasser, Straßen, Bahn) gehört nicht dem Markt ausgesetzt, da es schlecht ist, wenn diese als Spekulationsobjekt benutzt werden. Weiter muss der Staat dann klar und deutlich regulieren und bei Verstößen einheitlich und klar agieren. Basis dafür ist allerdings, dass die Politiker dies Trennung scharf durchsetzen und sich nicht nebenher die Taschen vollmachen, aber daran scheiterts schon im Ansatz.

Ich habe in meinem Kopf ganz klare Vorstellungen was der Staat sein soll und tun soll und was nicht. Anhand von konkreten Beispielen wie jetzt der Pandemie kann man das sehen. Sind beide Sphären erstmal klar getrennt (und ja ich bin mir bewusst hier eine radikale Utopie zu beschreiben, an die ich aber tatsächlich fest glaube), werden beide besser funktionieren. Gerade auch der Staat.

Ebenfalls zeigt der Blick in Systeme, in denen Unternehmer wie Bezos oder Gates mehr "Befugnisse" haben, dass es dort schlechter ging. So werden z.B. auch kranke Arbeitnehmer dort zur Arbeit gezwungen (oder halt per hire-and-fire ersetzt), also ist die Verbreitungsproblematik größer.


Amazon testet schon lange regelmäßig alle Mitarbeiten in seinen FC’s mit (ich glaub, sogar selber hergestellten) Schnelltests. Natürlich auch schon allein aus Profitgründen, weil sie verstanden haben, dass es mehr Geld kosten würde, wenn es Clusterausbrüche und Zwangsschließungen gibt oder auch nur mehr infizierte Leute krank ausfallen würden. Aus dem gleichen Grund unterstützt der ifo-Präsident Clemens Fuest ja i.Ü. "no covid".

Trotzdem werden Erkrankte z.b. im US-System dann einfach entlassen und der nächste kommt. Je einfacher die Aufgabe, desto leichter natürlich. Wenn die Kosten ggf. erst später auftreten (was eigentlich ein Rechenfehler ist, aber bei der heute häufigen Quartalsfixierung oft mal so betrachtet wird) oder geringer sind, als Maßnahmen ergreigen, dann macht man das anders. Viele Betriebe untersagen ja ihren Mitarbeitern das Melden von positiven Tests oder das Melden von Kontaktpersonen im Betrieb. Das ist kurzfristig gedacht und ggf. auch illegal, aber so funktioniert eben das System in der Breite.

Nun könnte ein vernünftig organisierter Staat das Thema zentrale Impf- und Testorganisation sicherlich besser als einzelne Konzerne, da die Infrastruktur (bei korrekter Krisenvorsorge) besser ist.


Die Frage ist halt ob man überhaupt eine zentrale Verteilung möchte. Ich eigentlich- ehrlich gesagt- nicht. Aber man hat sich dafür entschieden das so zu handhaben und ich akzeptiere es jetzt halt. Vor allem nachdem meine Eltern jetzt doch recht schnell geimpft worden sind, was mich sehr freut.

Die zentrale Verteilung nicht unbedingt (das ging bisher sehr gut über Haus- und Betriebsärzte), die zentrale Beschaffung sorgt aber dafür, dass nicht jeder planlos ein bisschen was bekommt und am Ende jeder einzelne schlechte Verträge macht und eine eigene Infrastruktur aufbauen muss. Im Prinzip.

Sicherlich aber will ich einen Staat, der klare Regeln für Tests in dieser Pandemie setzt.

Und alleiniges Gewinnstreben führt in einem solchen Krisenfall eben dazu, dass man sich heftigst gegen Gesundheitsmaßnahmen wehrt. Gerade sehr gut zu beobachten.


Wie gesagt, kann man das wirtschaftlich auch anders sehen (wie eben Amazon, Fuest oder der laimerloewe). Aber, egal wie, soll der Staat es halt einfach vorschreiben und durchsetzen. Da sind wir uns vollkommen einig!!!

Maischberger

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Saturday, 17.04.2021, 11:40 (vor 1861 Tagen) @ lustiger_hans

"Exzesse" sind hier hautpsächlich arbeits- und sozialpolitisch sowie im Sinne technischer (bzw. chemischer) Sicherhiet zu lesen. D.h. also z.B. Dinge wie Kündigungsschutz oder das Verbot von krebserregenden (aber halt deutlich billigeren) Chemikalien in Spielzeugen. Und ich persönlich wäre durchaus ein Freund von Gehaltsgrenzen, diese sind aber unten anzusetzen; wenn unten genug verdient wird, sind die Gehälter oben relativ wurscht. Das wiederum erfordert staatliche Eingriffe, da Mindestlöhne den Marktprinzipien wiedersprechen.

Gesetzlich fixierte Mindestlöhne lehne ich in der Tat ab, auch wenn es hierzulande einen gibt. Von den Tarifpartnern frei ausgehandelte Mindestlöhne sind hingegen eine andere Sache.

Kündigungsschutz-einverstanden, wobei man über die Details sicher streiten kann.
Verbot von krebserregenden Stoffen - jein. Hängt für mich davon ab, wie gefährlich sie wirklich sind bzw. ob sie überhaupt wirklich krebserregend sind. Nehmen wir Glyphosat bspw. Wollen viele Menschen verbieten. Ich nicht. Jedenfalls nicht, solange das Bundesamt für Risikobewertung sagt, dass, solange die Grenzwerte eingehalten werden, Glyphosat eben nicht krebserregend ist. Zudem gibt es Stoffe die sehr wohl krebserregend sind, wo man aber die freie Wahl haben sollte, selber zu entscheiden ob man sie zu sich nimmt oder nicht (wie Zigaretten oder Alkohol.) Bei Kinderspielzeug wäre ich aber natürlich auch viel strenger als bei anderen Dingen.

Ein freier Markt kann schon alleine deswegen nicht frei von Zwang oder Betrug sein, weil man mit diesen beiden Mitteln Gewinne erzielen kann.

Es obliegt halt gerade dem Rechtsstaat den Markt davon frei zu halten. Das war eben mein Punkt. Natürlich wird es immer Gewalt und Kriminalität geben, aber diese muss eben bekämpft werden.

Hier wird ja oft auf den Drogenmarkt als Beispiel für einen freien Markt verwiesen, da er sich dem staatlichen Einfluss entzieht (nicht ganz richtig, da er ja durch Verbote beeinflusst wird, aber das Grundprinzip sieht man dort wirklich sehr gut).

Super Beispiel. Der Drogenmarkt ist für mich das Musterbeispiel eines (durch staatliche Prohibition) geschaffenen vogelfreien (schwarzen) Marktes, wie ich ihn eben NICHT will. Angefangen mit der extremen Gewalt zwischen den Konkurrenten bis hin zum Betrug durch Strecken des Endproduktes. Ich will einen freien Markt, keinen vogelfreien Markt!

Ich will keinen "Ich mache, was ich will"-Pseudoliberalismus, in dem es zum Recht des Stärkeren kommen wird wie eben bei Drogengangs, sondern echten Liberalismus, in dem die Rechte jedes Einzelnen respektiert werden.

Das hilft alles nix, wenn der Schiri bezahlt ist ;-)

Bei einer klaren ordnungspolitischen Trennung von Staat und Wirtschaft würde es m.E. auch weniger Korruption geben. Vor allem wäre es einfacher, Korruption zu definieren und zu verfolgen. Denn heute mag vieles legal sein, was eben in "meinem System" korrupt wäre, da der Staat erst gar nicht mitspielen darf, sondern nur der Schiedsrichter ist.

Man braucht nicht zwangsläufig eine Mischform, wobei ich der Meinung bin, dass es ohne staatliche Teilnahme am Wirtschaftsverkehr nicht geht. Die Grundversorgung und Infrastruktur (z.B. Wasser, Straßen, Bahn) gehört nicht dem Markt ausgesetzt, da es schlecht ist, wenn diese als Spekulationsobjekt benutzt werden.

Da könnte man jetzt länger darüber diskutieren. Würde den Rahmen hier aber sprengen. Nur soviel: ich könnte damit leben, wenn die Infrastruktur (also bei der Bahn bspw die Schienen) in Staatshand blieben, die Nutzung (der Verkehr) jedoch marktwirtschaftlich organisiert wäre und jeder Marktteilnehmer halt Nutzungsgebühren für die Infrastruktur bezahlt.

Ich denke, so furchtbar extrem weit sind wir eigentlich gar nicht voneinander weg, obwohl Du sicherlich dem Staat mehr Aufgaben zuweisen würdest als ich, aber das gilt wohl für 95% meiner Mitmenschen ;-) Bassd scho.

Maischberger

lustiger_hans, Saturday, 17.04.2021, 16:52 (vor 1860 Tagen) @ Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !

"Exzesse" sind hier hautpsächlich arbeits- und sozialpolitisch sowie im Sinne technischer (bzw. chemischer) Sicherhiet zu lesen. D.h. also z.B. Dinge wie Kündigungsschutz oder das Verbot von krebserregenden (aber halt deutlich billigeren) Chemikalien in Spielzeugen. Und ich persönlich wäre durchaus ein Freund von Gehaltsgrenzen, diese sind aber unten anzusetzen; wenn unten genug verdient wird, sind die Gehälter oben relativ wurscht. Das wiederum erfordert staatliche Eingriffe, da Mindestlöhne den Marktprinzipien wiedersprechen.


Gesetzlich fixierte Mindestlöhne lehne ich in der Tat ab, auch wenn es hierzulande einen gibt. Von den Tarifpartnern frei ausgehandelte Mindestlöhne sind hingegen eine andere Sache.

Funktioniert nur, wenn es kein starkes Machtgefälle zwischen den "Tarifpartnern" gibt. Schon sind wir wieder bei einem Eingriff, beispielsweise dem Streikrecht und Betriebsräten sowie der Sanktionierung von Unterschreitungen.

Kündigungsschutz-einverstanden, wobei man über die Details sicher streiten kann.

Vortrefflich sogar. Ein grundsätzlicher Kündigungsschutz ist allerdings auch gut für die Wirtschaft, da z.B. jemand mit einem sicheren Arbeitsplatz tendenziell mehr investiert.

Verbot von krebserregenden Stoffen - jein. Hängt für mich davon ab, wie gefährlich sie wirklich sind bzw. ob sie überhaupt wirklich krebserregend sind. Nehmen wir Glyphosat bspw. Wollen viele Menschen verbieten. Ich nicht. Jedenfalls nicht, solange das Bundesamt für Risikobewertung sagt, dass, solange die Grenzwerte eingehalten werden, Glyphosat eben nicht krebserregend ist. Zudem gibt es Stoffe die sehr wohl krebserregend sind, wo man aber die freie Wahl haben sollte, selber zu entscheiden ob man sie zu sich nimmt oder nicht (wie Zigaretten oder Alkohol.) Bei Kinderspielzeug wäre ich aber natürlich auch viel strenger als bei anderen Dingen.

Ich bin hier eher auf der Schiene von z.B. PAK, also klar schädlichen Substanzen, deren Einsatz aber halt eben Produkte "schön billig" macht. Und ggf. halt auch nicht durch den Endverbraucher klar feststellbar sind. Ob ich rauche oder nicht, kann ich selber erkennen und entscheiden, welche Stoffe in einem Spielzeug sind eher nicht.

Ein freier Markt kann schon alleine deswegen nicht frei von Zwang oder Betrug sein, weil man mit diesen beiden Mitteln Gewinne erzielen kann.


Es obliegt halt gerade dem Rechtsstaat den Markt davon frei zu halten. Das war eben mein Punkt. Natürlich wird es immer Gewalt und Kriminalität geben, aber diese muss eben bekämpft werden.

Hier wird ja oft auf den Drogenmarkt als Beispiel für einen freien Markt verwiesen, da er sich dem staatlichen Einfluss entzieht (nicht ganz richtig, da er ja durch Verbote beeinflusst wird, aber das Grundprinzip sieht man dort wirklich sehr gut).


Super Beispiel. Der Drogenmarkt ist für mich das Musterbeispiel eines (durch staatliche Prohibition) geschaffenen vogelfreien (schwarzen) Marktes, wie ich ihn eben NICHT will. Angefangen mit der extremen Gewalt zwischen den Konkurrenten bis hin zum Betrug durch Strecken des Endproduktes. Ich will einen freien Markt, keinen vogelfreien Markt!

Ich will keinen "Ich mache, was ich will"-Pseudoliberalismus, in dem es zum Recht des Stärkeren kommen wird wie eben bei Drogengangs, sondern echten Liberalismus, in dem die Rechte jedes Einzelnen respektiert werden.


Der Weg dazwischen ist ziemlich interessant. Da kann man Bücher drüber schreiben. Haben auch schon genug getan, so dass es dafür eigene Bibliotheken gibt ;-)

Das hilft alles nix, wenn der Schiri bezahlt ist ;-)


Bei einer klaren ordnungspolitischen Trennung von Staat und Wirtschaft würde es m.E. auch weniger Korruption geben. Vor allem wäre es einfacher, Korruption zu definieren und zu verfolgen. Denn heute mag vieles legal sein, was eben in "meinem System" korrupt wäre, da der Staat erst gar nicht mitspielen darf, sondern nur der Schiedsrichter ist.

Ja, wenn Politiker und der Verwaltungsapparat sich dann schlicht und einfach nicht wirtschaftlich betätigen dürfen, wäre das relativ einfach. Komplex wird es beim Kontakt mit der Realität. Und natürlich nicht zu vergessen, dass das jetzt ein zentrales Problem ist. Die meisten höheren Politiker verdienen sehr viel Geld durch "Nebentätigkeiten", die man, je nach Coleur, durchaus bereits als Korruption betrachen könnte.

Man braucht nicht zwangsläufig eine Mischform, wobei ich der Meinung bin, dass es ohne staatliche Teilnahme am Wirtschaftsverkehr nicht geht. Die Grundversorgung und Infrastruktur (z.B. Wasser, Straßen, Bahn) gehört nicht dem Markt ausgesetzt, da es schlecht ist, wenn diese als Spekulationsobjekt benutzt werden.


Da könnte man jetzt länger darüber diskutieren. Würde den Rahmen hier aber sprengen. Nur soviel: ich könnte damit leben, wenn die Infrastruktur (also bei der Bahn bspw die Schienen) in Staatshand blieben, die Nutzung (der Verkehr) jedoch marktwirtschaftlich organisiert wäre und jeder Marktteilnehmer halt Nutzungsgebühren für die Infrastruktur bezahlt.


Etwas ähnliches gibt es beispielsweise im Schienennetz ja (bedingt erfolgreich), der Strommarkt läuft auch ähnlich (schon deutlich erfolgreicher als die Schiene). Bei Dingen wie Wasser natürlich schwieriger.


Ich denke, so furchtbar extrem weit sind wir eigentlich gar nicht voneinander weg, obwohl Du sicherlich dem Staat mehr Aufgaben zuweisen würdest als ich, aber das gilt wohl für 95% meiner Mitmenschen ;-) Bassd scho.

Sind wir wahrscheinlich im Grunde nicht. Aber in den Details extrem weit entfernt. Das nennt man dann politisches Spektrum ;-)

Maischberger

Sohn des Landes der Schweiz-Bezwinger !, Sunday, 18.04.2021, 10:11 (vor 1860 Tagen) @ lustiger_hans

Schon sind wir wieder bei einem Eingriff, beispielsweise dem Streikrecht und Betriebsräten sowie der Sanktionierung von Unterschreitungen.

Also die Gründung von Betriebsräten unterstütze ich persönlich. Das ist für mich eine konkrete Ausübung des verfassungsrechtlich verbrieften Grundrechtes auf Vereinigungsfreiheit.

Das Streikrecht, sofern es friedlich ausgeübt wird, unterstütze ich als ultima ratio auch, wenngleich ich froh bin dass es hierzulande kaum Streiks gibt (im Gegensatz zu Frankreich), weil Dinge vorher zu jedermanns Zufriedenheit geklärt werden. Bei der Verteidigung des Streikrechts kann man sich sogar auf den großen Mâitre Frédéric Bastiat berufen (was ich hier mal ausgeführt hatte).

Ich lehne jedoch massiv "Geiselnahmen" wie eben in Frankreich ab und würde diese strafrechtlich vom Staat verfolgen lassen.

Ich bin hier eher auf der Schiene von z.B. PAK, also klar schädlichen Substanzen, deren Einsatz aber halt eben Produkte "schön billig" macht. Und ggf. halt auch nicht durch den Endverbraucher klar feststellbar sind.

Kann ich als Nicht-Chemiker wenig dazu sagen. Ich überlasse es den Experten zu bewerten wie schädlich einzelne Stoffe sind und ob ein Verbot gerechtfertigt, vielleicht sogar notwendig, ist oder nicht. Als Politiker sollte man immer schauen was Experten sagen und denen folgen. Nur gibt es halt auch oft abweichende Meinungen oder Unklarheiten und im Zweifelsfall bin ich dann eher für die Freiheit und gegen Verbote. Das berühmte Verbot von FCKW war aber sicher richtig wegen der Zerstörung der Ozonschicht.

Generell bin ich auch für eine Pflicht bei allen Produkten die Herstellungsmaterialien angeben zu müssen. Genauso wie das ja auch bei der Inhaltsangabe von Lebensmitteln der Fall ist.

Ja, wenn Politiker und der Verwaltungsapparat sich dann schlicht und einfach nicht wirtschaftlich betätigen dürfen, wäre das relativ einfach. Komplex wird es beim Kontakt mit der Realität. Und natürlich nicht zu vergessen, dass das jetzt ein zentrales Problem ist. Die meisten höheren Politiker verdienen sehr viel Geld durch "Nebentätigkeiten", die man, je nach Coleur, durchaus bereits als Korruption betrachen könnte.

Man könnte in der Tat darüber nachdenken das zu verbieten während der politischen Karriere und auch noch ein paar Jahre danach.

Sind wir wahrscheinlich im Grunde nicht. Aber in den Details extrem weit entfernt. Das nennt man dann politisches Spektrum ;-)

Richtig. Und es wäre auch verwunderlich wenn irgendjemand hier in der Bar punkto Details nicht recht weit entfernt von mir wäre ;-)

Maischberger

Joerg ⌂, Monday, 19.04.2021, 15:05 (vor 1859 Tagen) @ lustiger_hans

im bezug auf die grünen muß ich dir leider recht geben, im gestrigen talk im ersten brachte frau göring den klopper schlechthin, die oberste aufgabe des staates sei die volksgesundheit, freiheit oder meinungsfreiheit sind da eher zweit oder drittranging ... kein aufschrei der anderen, nichts, ich hab abgeschaltet den spruch hätte ihr namensvetter maier auch bringen können ...

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