Wenn ma schon dabei sind... (Forum)
Der Grundfehler ist schon mal Whisky mit "e" zu schreiben. Für einen scotophilen Whiskyliebhaber tut das in den Augen ähnlich weh, wie 60ig. Für alle zum Mitschreiben:
Whisky wird grundsätzlich ohne "e" geschrieben. Lediglich die Amis und die Iren weichen davon ab und schreiben mit "e".
In der DDR wurde natürlich auch Whisky hergestellt. Naturgemäß sind diese Flaschen heute sehr rar. Hatte nie das Vergnügen einen zu probieren. Ich vermute, dass die Qualität nicht so prickelnd war. Das Handwerk des Brennens haben sie vermutlich hinbekommen. Aber wahrscheinlich in eher kleineren Destillier-Apparaturen, wie man sie auch zum Brennen von Obstbränden oder Korn verwendet. Da kommt natürlich was anderes raus als aus großen kupfernen Brennblasen in Schottland. Das Problem ist, dass sich die großen Brennblasen wegen der hohen Kosten nur lohnen, wenn auch der Absatz entsprechend hoch ist. Deswegen gibt es zwar heute in D mehr Whiskybrenner als in Schottland. Die meisten nutzen aber ihre kleinen Destilliergeräte mit denen sie auch andere Edelbrände herstellen. Und dann gibt es noch das Problem der Lagerung. Es gibt einfach zu wenig gute Fässer zum Lagern. Und da haben sie in der DDR auch nicht so den Zugriff drauf gehabt und haben vermutlich drei Jahre lang in frischen Eichenfässern gelagert. Ergebnis dürfte i.d.R. eher durchwachsen gewesen sein. Den Geschmack frischer Eichenfässer mag ich überhaupt nicht. Da muss vorher bereits was anderes drin gewesen sein, um diesen säuerlichen Geschmack nach Kotze zu eliminieren.
Fazit: aus nostalgischen Gründen kann man sowas sammeln. Probieren muss man es nicht unbedingt.
