So jetzt ist es soweit. Die Corona Scheiße führt mich auch noch in moralische Dilemma.
Nach momentanen Stand der Dinge haben wir für Dezember ein Umsatzminus von über 40%. Damit sind wir eigentlich berechtigt bei der Corona Unterstützung 2 noch einmal abzugreifen. Jetzt haben wir kurzfristig eine Anfrage eines Kunden, die uns auf knapp unter 40% bringt. Damit ist es aus mit der staatlichen Hilfe. Blöd nur, dass ich mit der staatlichen Hilfe monetär um 60-70% besser aussteige.
Lehne ich jetzt den Auftrag ab?
Betriebswirtschaftlich: Ablehnen, da der Auftrag mehr kostet, als er bringt.
Moralisch schwierig. Eigentlich tut man das natürlich nicht, es bürdet das unternehmerische Risiko der Allgemeinheit auf (außer du bist eine Bank oder Fluggesellschaft, da ist es offenbar ok
). Zusätzlich ist es ja eine aktive Handlung, die dich dorthin bringt, damit eigentlich abzulehnen. Andererseits sollte man sich und ggf. seine Mitarbeiter nicht eine schwierigere Situation bringen, als man eh schon ist. Und an dieser Situation ist, je nachdem was du beruflich machst, ja unter Umständen der Staat mit seinen Beschränkungen schuld. Also hätte ich da jetzt weniger Hemmungen, ihn den angerichteten Schaden auch bezahlen zu lassen.
Zusätzlich kommt für mich allerdings der Aspekt, ob bei einer Ablehnung des Auftrages, nur um in die Unterstützung zu kommen, nicht die Unterstützung auch wegfallen würde, da die "Bedürftigkeit" ja selber herbeigeführt wurde. Und das ist der Punkt, an dem du eigentlich den Auftrag annehmen solltest.