Nervende Spielberichte und die Aussichten für nächste Saison (Forum)
Zur Zeit fehlt in kaum einem Spielbericht in den Medien der Hinweis darauf, nächste Saison were gewiss alles schlechter. Wenn man gewinnt, ist der Aufhänger, dass man die Höhenluft genießen soll, weil es ja nächste Saison so richtig abwärts geht. Wenn man verliert, ist der Aufhänger, daran soll man sich schon mal gewöhnen, weil es nächste Saison so richtig abwärts geht. Abgesehen davon, dass der Aufhänger immer fadenscheiniger wird, finde ich auch, dass die Indizien für einen angebrachten Pessimismus doch eher bescheiden sind.
Sagen wir mal, das Budget sinkt wirlich meerkbar. Dann wird der Kader verkleinert. Das hätte aber selbst bei einem Riesenbudget sinnvollerweise geschehen müssen, da wir nach dem Sommer und den Zusatzeinkäufen im Winter nun einen deutlich zuu großen Kader haben. Wir werden vielleicht den ein oder anderen wertvollen Spieler verlieren, der Merkur spekuliert über Aaron Berzel. Vielleicht passiert das. Und werden kaum oder gar keine namhaften Neuverpflichtungen haben. Okay. Vielleicht. Aber auf der anderen Seite sehe ich zwei Argumente, die derzeit häufig unter den Tisch fallen.
Erstens wird es uns bei einem wenig veränderten Kader endlich mal gelingen, eine gewisse Vertrautheit untereinander zu schaffen, eine eingespielte Mannschaft, wo der eine weiß, wo der andere hinläuft und wo er den Ball hinspielt. So etwas hatten wir ewig nicht mehr. Das letzte Mal, wenn ich mich richtig erinnere, bei Fröhling, bevor die Verletztenwelle kam. Und so etwas finde ich in den Medien immer unterbewertet. Genau so sind z.B. Paderborn mit Breitenreiter und Ingolstadt mit Hasenhüttl durch die zweite Liga marschiert. Und so hat sich Augsburg lange mit schwachem Kader und kleinem Budget gut in der ersten Liga gehalten.
Das zweite ist das Verbesserungspotenzial bei den einzelnen Spielern. Bierofka hat zurecht gesagt, man solle Geduld mit den jungen Spielern haben. Und dann hat er selbst nicht so viel Geduld gehabt und den Kader vollgestopft mit eher mittelalten Spielern, so dass Leute wie Kindsvater oder Koussou oder andere dieses Jahr kaum mehr dran kommen. Vielleicht hat von denen nicht jeder das Niveau für die dritte Liga, aber ich vertraue da dem Cheftrainer, dass bei vielen das Potenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Und das ist doch eine der großen Stärken des Trainers. Dass er mit den jungen Spielern gut umgehen und sie fördern kann. Back to the Jugend-Roots!
Deshalb weigere ich mich zum jetzigen Zeitpunkt, Trübsal zu blasen und freue mich auf einen möglichst langweiligen Saisonausklang.



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