Was macht den Bussibär so sicher, dass nicht auch Namen (Forum)
Daheim ist das richtige Stichwort. Wer, wie Gabriel, zuhause den Profiteuren unethischer Geschäfte bei jeder Gelegenheit das Feld bestellt hat und es weiter tut, der ist eher mäßig dazu berufen, mit Empörung in der Stimme die Vorgänge in Panama zu kommentieren.
Einen schönen Szeneeinblick gibt immer noch dieses schon etwas ältere Interview von 2014: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/44/wolfgang-nowak-politik-banken Ein Gespräch mit Wolfgang Nowak, dem früheren Planungschef im Kanzleramt, der die Seiten gewechselt hat. "Schröder war der Kanzler der Bosse. Schröder war jemand, der zum Hörer griff, wenn in China eine Bank schlecht behandelt wurde. Er bot den Bossen etwas, was so ohne Weiteres nicht zu haben ist: Nähe zu anderen Politikern. Er nahm die Bosse auf Reisen mit. Als Merkel kam, war das Erste, was die deutsche Wirtschaft kritisierte, dass sie jetzt nicht mehr eine Genossin der Bosse hatten."
Gabriel würde was darum geben, wenn er so sein könnte wie Schröder.
Wenn er gleichzeitig selbstkritisch erwähnt hätte, dass es seine Partei und die rot-grüne Regierung Schröder/Fischer war, die mit großem persönlichem Engagement dafür gesorgt hat, dass für den Finanzmarkt-Kapitalismus die letzten Schranken fielen, hätte seine Suade sogar einen Hauch von Aufrichtigkeit bekommen.
Die Welt der offshore companies würde aber auch ohne rot-grün keinen Deut anders aussehen. Da brauchst Du keinen Schröder und keine Claudia Roth dafür.
Auf den Pronold tippe ich übrigens eher nicht. Der trägt zu kurze Hosen für sowas.
Überhaupt sind da scheints nicht so viele Deutsche beteiligt. Die haben ihr Geld lieber in ihrer Nähe. In der Schweiz oder in Luxemburg oder Liechtenstein. Motto: Wenn ich schon keine Steuern zahle dann am liebsten daheim.
