Sinnvolles Vorgehen bei der Recherche (mit 60!) ...

tomtom, Monday, 04.04.2016, 11:55 (vor 3660 Tagen) @ tomtom
bearbeitet von tomtom, Monday, 04.04.2016, 12:29

Auszug aus einem Interview des "Falter" mit den beiden "SZ"-Journalisten Obermayer & Obermaier:

"Was waren denn Ihre ersten Abfragen?

Frederik Obermaier: Bastian [Obermayer] ist Fan von 1860 München, der hat natürlich zuerst einmal die Funktionäre vom FC Bayern gesucht. Wir sind dann aber relativ schnell dazu übergegangen, Listen zu erstellen – zum Beispiel von allen deutschen Abgeordneten nach dem Krieg. Wir haben alle großen deutschen Skandale und die damals involvierten Briefkastenfirmen und Personen gesammelt. (...)"

Oh, wie schön ist Panama

United Sixties, Monday, 04.04.2016, 14:36 (vor 3659 Tagen) @ Lüngerl

Zitat Wirtschaftsminisiter und Vizekanzler in SZ:

"Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) fordert angesichts der Panama-Papers-Enthüllungen der SZ spürbare Konsequenzen. "Die Geldgier dieser Superreichen verbindet sich mit der Gewissenlosigkeit im Banken- und Finanzsektor. Beides zerstört das Vertrauen in den Rechtsstaat“, sagte Gabriel der SZ. "Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Teil der Gesellschaft hart arbeitet, sich an die Regeln hält und Steuern zahlt, während ein anderer Teil die Gesellschaft betrügt. Diese Betrüger sind die wahren Asozialen. Wer die Leistungsbereitschaft in einer sozialen Marktwirtschaft erhalten will, muss diese organisierte Kriminalität von Banken und Finanzjongleuren mit allen Mitteln bekämpfen."

Gabriel sagte weiter, die Panama Papers zeigten, "es geht auch um organisierte Kriminalität, die Umgehung von UN-Sanktionen und die Terrorfinanzierung. Wir reden also nicht nur über Gerechtigkeit, sondern auch über Sicherheit". Der SPD-Chef fügt hinzu, "diese Schattenwirtschaft ist ein Risiko für die globale Sicherheit. Wir müssen Briefkastenfirmen und Stiftungen, deren wirtschaftlich Berechtigte anonym bleiben, weltweit verbieten. Daneben müssen wir uns, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, auf ein härteres Vorgehen gegen Geldwäsche verständigen. Die Staatengemeinschaft muss die Länder ächten, die solche schmutzigen Geschäfte weiter zulassen."

Was macht den Bussibär so sicher, dass nicht auch Namen

Lüngerl, Monday, 04.04.2016, 14:57 (vor 3659 Tagen) @ United Sixties

hochrangiger Genossen in den Papieren zu finden sind? Mich würde eher das Gegenteil überraschen.

Zitat Wirtschaftsminisiter und Vizekanzler in SZ:

"Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) fordert angesichts der Panama-Papers-Enthüllungen der SZ spürbare Konsequenzen. "Die Geldgier dieser Superreichen verbindet sich mit der Gewissenlosigkeit im Banken- und Finanzsektor. Beides zerstört das Vertrauen in den Rechtsstaat“, sagte Gabriel der SZ. "Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Teil der Gesellschaft hart arbeitet, sich an die Regeln hält und Steuern zahlt, während ein anderer Teil die Gesellschaft betrügt. Diese Betrüger sind die wahren Asozialen. Wer die Leistungsbereitschaft in einer sozialen Marktwirtschaft erhalten will, muss diese organisierte Kriminalität von Banken und Finanzjongleuren mit allen Mitteln bekämpfen."

Gabriel sagte weiter, die Panama Papers zeigten, "es geht auch um organisierte Kriminalität, die Umgehung von UN-Sanktionen und die Terrorfinanzierung. Wir reden also nicht nur über Gerechtigkeit, sondern auch über Sicherheit". Der SPD-Chef fügt hinzu, "diese Schattenwirtschaft ist ein Risiko für die globale Sicherheit. Wir müssen Briefkastenfirmen und Stiftungen, deren wirtschaftlich Berechtigte anonym bleiben, weltweit verbieten. Daneben müssen wir uns, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, auf ein härteres Vorgehen gegen Geldwäsche verständigen. Die Staatengemeinschaft muss die Länder ächten, die solche schmutzigen Geschäfte weiter zulassen."

Was macht den Bussibär so sicher, dass nicht auch Namen

my offshore mind, Monday, 04.04.2016, 15:19 (vor 3659 Tagen) @ Lüngerl

Auch wenn dem so ware: Die Aussage von Sigi-Pop mag zwar ein wenig populistisch sein, aber völlig richtig ist sie grundsätzlich auch. Selbst dann, wenn der Pronold auch einen Trust auf den British Virgin Islands unterhalten sollte.

hochrangiger Genossen in den Papieren zu finden sind? Mich würde eher das Gegenteil überraschen.

Zitat Wirtschaftsminisiter und Vizekanzler in SZ:

"Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) fordert angesichts der Panama-Papers-Enthüllungen der SZ spürbare Konsequenzen. "Die Geldgier dieser Superreichen verbindet sich mit der Gewissenlosigkeit im Banken- und Finanzsektor. Beides zerstört das Vertrauen in den Rechtsstaat“, sagte Gabriel der SZ. "Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Teil der Gesellschaft hart arbeitet, sich an die Regeln hält und Steuern zahlt, während ein anderer Teil die Gesellschaft betrügt. Diese Betrüger sind die wahren Asozialen. Wer die Leistungsbereitschaft in einer sozialen Marktwirtschaft erhalten will, muss diese organisierte Kriminalität von Banken und Finanzjongleuren mit allen Mitteln bekämpfen."

Gabriel sagte weiter, die Panama Papers zeigten, "es geht auch um organisierte Kriminalität, die Umgehung von UN-Sanktionen und die Terrorfinanzierung. Wir reden also nicht nur über Gerechtigkeit, sondern auch über Sicherheit". Der SPD-Chef fügt hinzu, "diese Schattenwirtschaft ist ein Risiko für die globale Sicherheit. Wir müssen Briefkastenfirmen und Stiftungen, deren wirtschaftlich Berechtigte anonym bleiben, weltweit verbieten. Daneben müssen wir uns, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, auf ein härteres Vorgehen gegen Geldwäsche verständigen. Die Staatengemeinschaft muss die Länder ächten, die solche schmutzigen Geschäfte weiter zulassen."

Oh, wie schön ist Panama

Weisswuaschd to go, Monday, 04.04.2016, 15:25 (vor 3659 Tagen) @ Lüngerl

Ich war im Januar in Panama. War wirklich schön da.

Dass solche Firmen dort ein Geschäftsmodell sind und vermutlich auch ein Teil der Wirtschaftsstrategie des Staates kommt nicht wirklich überraschend.

Schön, dass man jetzt endlich mal Einblick und vor allem Namen dazu bekommt...

Was macht den Bussibär so sicher, dass nicht auch Namen

Lüngerl, Monday, 04.04.2016, 15:43 (vor 3659 Tagen) @ my offshore mind
bearbeitet von Lüngerl, Monday, 04.04.2016, 15:57

Klar ist das richtig. Und trotzdem verlogen, wenn es aus dem Mund eines Gabriel kommt.

Wenn er gleichzeitig selbstkritisch erwähnt hätte, dass es seine Partei und die rot-grüne Regierung Schröder/Fischer war, die mit großem persönlichem Engagement dafür gesorgt hat, dass für den Finanzmarkt-Kapitalismus die letzten Schranken fielen, hätte seine Suade sogar einen Hauch von Aufrichtigkeit bekommen.

Auf den Pronold tippe ich übrigens eher nicht. Der trägt zu kurze Hosen für sowas.

Auch wenn dem so ware: Die Aussage von Sigi-Pop mag zwar ein wenig populistisch sein, aber völlig richtig ist sie grundsätzlich auch. Selbst dann, wenn der Pronold auch einen Trust auf den British Virgin Islands unterhalten sollte.

Was macht den Bussibär so sicher, dass nicht auch Namen

my tax heaven mind, Monday, 04.04.2016, 16:08 (vor 3659 Tagen) @ Lüngerl

Wenn er gleichzeitig selbstkritisch erwähnt hätte, dass es seine Partei und die rot-grüne Regierung Schröder/Fischer war, die mit großem persönlichem Engagement dafür gesorgt hat, dass für den Finanzmarkt-Kapitalismus die letzten Schranken fielen, hätte seine Suade sogar einen Hauch von Aufrichtigkeit bekommen.

Die Welt der offshore companies würde aber auch ohne rot-grün keinen Deut anders aussehen. Da brauchst Du keinen Schröder und keine Claudia Roth dafür.

Auf den Pronold tippe ich übrigens eher nicht. Der trägt zu kurze Hosen für sowas.

Überhaupt sind da scheints nicht so viele Deutsche beteiligt. Die haben ihr Geld lieber in ihrer Nähe. In der Schweiz oder in Luxemburg oder Liechtenstein. Motto: Wenn ich schon keine Steuern zahle dann am liebsten daheim.

Was macht den Bussibär so sicher, dass nicht auch Namen

Lüngerl, Monday, 04.04.2016, 16:27 (vor 3659 Tagen) @ my tax heaven mind
bearbeitet von Lüngerl, Monday, 04.04.2016, 16:34

Daheim ist das richtige Stichwort. Wer, wie Gabriel, zuhause den Profiteuren unethischer Geschäfte bei jeder Gelegenheit das Feld bestellt hat und es weiter tut, der ist eher mäßig dazu berufen, mit Empörung in der Stimme die Vorgänge in Panama zu kommentieren.

Einen schönen Szeneeinblick gibt immer noch dieses schon etwas ältere Interview von 2014: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/44/wolfgang-nowak-politik-banken Ein Gespräch mit Wolfgang Nowak, dem früheren Planungschef im Kanzleramt, der die Seiten gewechselt hat. "Schröder war der Kanzler der Bosse. Schröder war jemand, der zum Hörer griff, wenn in China eine Bank schlecht behandelt wurde. Er bot den Bossen etwas, was so ohne Weiteres nicht zu haben ist: Nähe zu anderen Politikern. Er nahm die Bosse auf Reisen mit. Als Merkel kam, war das Erste, was die deutsche Wirtschaft kritisierte, dass sie jetzt nicht mehr eine Genossin der Bosse hatten."

Gabriel würde was darum geben, wenn er so sein könnte wie Schröder.

Wenn er gleichzeitig selbstkritisch erwähnt hätte, dass es seine Partei und die rot-grüne Regierung Schröder/Fischer war, die mit großem persönlichem Engagement dafür gesorgt hat, dass für den Finanzmarkt-Kapitalismus die letzten Schranken fielen, hätte seine Suade sogar einen Hauch von Aufrichtigkeit bekommen.


Die Welt der offshore companies würde aber auch ohne rot-grün keinen Deut anders aussehen. Da brauchst Du keinen Schröder und keine Claudia Roth dafür.

Auf den Pronold tippe ich übrigens eher nicht. Der trägt zu kurze Hosen für sowas.


Überhaupt sind da scheints nicht so viele Deutsche beteiligt. Die haben ihr Geld lieber in ihrer Nähe. In der Schweiz oder in Luxemburg oder Liechtenstein. Motto: Wenn ich schon keine Steuern zahle dann am liebsten daheim.

Sinnvolles Vorgehen bei der Recherche (mit 60!) ...

Max Headroom ⌂, Monday, 04.04.2016, 17:10 (vor 3659 Tagen) @ tomtom

Er hat aber nicht gesagt, dass er nichts gefunden hat hinsichtlich der Seitenstraßler.

Er hat gesagt, dass das, was sie sonst noch gefunden haben viel größer war als ein deutscher Mittelständler (?!?) un sie sich deshalb auf die großen Fische konzentrieren mussten.

Hmmmmmh ....

Bundesverdienstkreuzträger, Bordellkönige, Spitzenmanager

Lüngerl, seine Inhaberaktie suchend, Tuesday, 05.04.2016, 10:42 (vor 3659 Tagen) @ my tax heaven mind

Überhaupt sind da scheints nicht so viele Deutsche beteiligt. Die haben ihr Geld lieber in ihrer Nähe. In der Schweiz oder in Luxemburg oder Liechtenstein. Motto: Wenn ich schon keine Steuern zahle dann am liebsten daheim.

Ein paar Tausend nur. Die Stützen der Gesellschaft halt.

http://www.sueddeutsche.de/politik/deutschland-verloren-im-paradies-1.2933833

Bundesverdienstkreuzträger, Bordellkönige, Spitzenmanager

my panamahut mind, Tuesday, 05.04.2016, 18:22 (vor 3658 Tagen) @ Lüngerl, seine Inhaberaktie suchend

Das klang in dem Falter Interview noch ganz anders. Die Geschichte vom schusseligen Milliardär finde ich super. Besser ware es noch gewesen, wenn der Zaster weg wäre.

Dass ein Bordellkönig für dich eine Stütze der Gesellschaft ist halte ich übrigens für mindestens erklärungsbedürftig.


Ein paar Tausend nur. Die Stützen der Gesellschaft halt.

http://www.sueddeutsche.de/politik/deutschland-verloren-im-paradies-1.2933833

Ich bring mein Moos jetzt nach Delaware

Lüngerls Etablissement, Tuesday, 05.04.2016, 18:47 (vor 3658 Tagen) @ my panamahut mind

Dort soll es noch locker zugehen: https://www.jungewelt.de/2016/04-06/013.php

Das klang in dem Falter Interview noch ganz anders. Die Geschichte vom schusseligen Milliardär finde ich super. Besser ware es noch gewesen, wenn der Zaster weg wäre.

Dass ein Bordellkönig für dich eine Stütze der Gesellschaft ist halte ich übrigens für mindestens erklärungsbedürftig.


Ein paar Tausend nur. Die Stützen der Gesellschaft halt.

http://www.sueddeutsche.de/politik/deutschland-verloren-im-paradies-1.2933833

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