Erinnert an die Medienkampagne Pro Neues Stadion 2001 (oh leck, wie die Zeit vergeht; 15 Jahre ist das fast her!):
"(...) Mit Beginn der PR-Aktion beschäftigten sich auch die örtlichen Medien intensiver mit dem Thema. Einige dieser Medien tauchen überraschenderweise auch in einem internen Papier der PR-Agentur auf. In diesem Papier mit dem Titel „Werbemaßnahmen Bürgerentscheid Neues Stadion Fröttmaning“ sind über Wochen die Erscheinungs- und Sendetage redaktioneller Beiträge grob aufgeführt. So heißt es etwa bei Radio Energy: Täglich ca. 3 Prominenten-Sprüche erweitert zum Thema“, „Aktion ‚meet and greet’“ (ein Gewinnspiel, bei dem ein Abendessen mit Franz Beckenbauer als Hauptgewinn ausgeschrieben wurde).
Bei Radio Gong wird es konkreter. Dort vermerkt der Plan: „Diskussionsforen mit aufbereiteten Contra-Stimmen“. Stephan Schmitter, Chefredakteur von Radio Gong, räumt ein: „Eine positive Tendenz für den Stadionbau ist bei uns nicht zu leugnen.“ Und fügt hinzu: „Aber wir haben immer Argumente gegen Argumente gestellt. Meinen Sportredakteuren habe ich aber Freiheit bei der Bearbeitung dieses Themas gelassen, schließlich müssen die ja im Olympiastadion immer frieren.“ [Herv. tomtom] Sachgerechte Kritik am Stadionprojekt? Fehlanzeige. Der zum Kirch-Konzern gehörende Fernsehsender TV.München warb sogar mit dem offiziellen PR-Logo „Ja zum neuen Stadion.“ Nicht verwunderlich, dass eine Moderatorin versehentlich einen Bericht zur Wahl „für das neue Stadion“ ankündigte. (...)"
Volltext hier.
http://www.wochenanzeiger.de/article/173106.html
In der Nordkurve der Allianz Arena, wo man sich bekanntlich eher wenig aus Markenwelten, Megastores und Themenrestaurants macht, wird seit Jahren ein kritisches Verhältnis zur Spielstätte der Löwen gepflegt.
Mir gefällt das am besten:
Zitat:
"Einigen Medienvertretern, die in der Allianz Arena im großzügig ausgestatteten Presseclub arbeiten und dessen Bequemlichkeit nur ungern gegen ein zugiges Plätzchen auf der Haupttribüne des alten Grünwalder Stadions tauschen möchten, sind solche Forderungen ein Dorn im Auge. Die Beschreibung der Proteste in der Kurve als naiv, ewiggestrig oder unzeitgemäß, deren Botschaften vom Wesentlichen ablenken würden, ließ nicht lange auf sich warten. Die Stimmung während des Spiels leide darunter, wurde in Artikeln moniert. Gefragt sei in der aktuellen Situation stattdessen »bedingungsloser Zusammenhalt« und »positive Energie«."