Mal ein schöner differenzierter und unaufgeregter Artikel zu dem Thema
Na ja, das ist weniger ein Artikel, sondern ein persönlicher Kommentar des Autors, ein Essay wie Claus Hulverscheidt es selbst nennt. Und unaufgeregt ist das Papier gar nicht, im Gegenteil es tönt scharf und laut.
Dass Handelsabkommen wie TTIP auch eine Reihe unleugbarer Vorteile beim weltweiten Austausch von Waren und Dienstleistungen besitzen und eine Menge Unternehmen und in der Folge Teile ihrer Arbeitnehmerschaft davon profitieren, hat nie jemand ernsthaft bestritten. Schon gar nicht, wenn es um eine Exportnation wie Deutschland geht.
Wie wird man eigentlich "selbst ernannter Globalisierungskritiker" (Hulverscheidt)? Und wo befindet sich die Stelle, an der eine Ernennung quasi offizieller Natur vorgenommen würde? Hulverscheidt ist Propagandist für eine bestimmte Form kapitalistischen Wirtschaftens, die er als die beste aller Vorstellungen begreift. Wer sich anderes vorzustellen vermag, ist in der Welt der Hulverscheidts wahlweise "antiamerikanisch", von "ungestümem Zorn" getrieben oder instrumentalisiertes Opfer von "Rattenfängern".
Ich hab überhaupt kein Problem mit Propaganda – dem öffentlichen Werben für eine ganz bestimmte Sichtweise. Verschiedene Sichtweisen muss mam sich halt anhören und sie müssen nebeneinander möglich sein. Das ist wichtig. Nur, wenn so getan wird, als gäbe es eine Art "neutraler Betrachtungsweise" wie die der Hulverscheidts, die mit Propaganda nichts zu tun haben, dann muss ich grinsen. 