Kleiner "Reise"-Bericht zur Auflockerung (Forum)

Celtic, Friday, 01.01.2016, 10:54 (vor 3754 Tagen)

Fügenberg, Dezember 2015
(Claudia + Peter = 100-Jahrgaudi)

Es war wieder einmal so weit. Eine Einladung nach Fügen im Zillertal liegt im Briefkasten, ja okay, im E-Mail-Postfach (aber man verwendet halt gern alte Begriffe). Scho wieder Fügen, bei der Anna! Do samma doch eh dauernd. Fast jeder 50. Geburtstag ist in Fügen gefeiert worden. Fast jeder 40. und fast jeder 30. auch. Aber wir waren jetzt schon fast ein halbes Jahr nicht mehr dort. Also pro forma zusagen, kemma samma no jeds moi, aa a so.

Freitag

Weil wir (fast) alle schon Ü50 sind, haben wie nach einem kurzen Telefonat ( jetzt wirds noch mehr Retro: vom Festnetz) besprochen, dass der Thomas (davon haben wir 3) und der Wolfgang zu mir kommen und wir dann mit meinem fahrbaren Untersatz die Alpen weit genug überqueren um Fügen zu erreichen. Sie waren pünktlich da mit Ihrem Gepäck… und ihren Instrumenten. Musiker! Aber von früheren Fügen-Ausflügen war mir schon klar, dass die Gerätschaften locker mit ins Auto passen.

Auf der Fahrt über die Garmischer Autobahn, Tölz, den leeren Sylvensteinsee, den ganz normalen Achensee und jenseits des Inntals weiter ins Zillertal ist nichts großartiges passiert, außer dass der Wolfgang und der Thomas sich wegen eines neuen Textes zu einem Klassiker ausgetauscht haben (dass des zum Fuchzger passt).

Fügen, das ist unten. Fügenberg dagegen oben. Also rechts aufi. Aufi, wie schon so oft. Oben angekommen habe wir festgestellt, dass wir die ersten sind. Die Tür war verschlossen, dann haben wir es uns halt auf der Terrasse gemütlich gemacht. Aber nach kurzer Zeit ging die Tür auf und eine 5-jährige Vorschülerin fragte uns nach unseren Namen und wir sollten ihren Namen erraten. Da ich gewusst habe, dass sie Marina heißt, waren wir schnell im Haus. In der Stube fragt die Marina dann: „Megts es ebbas zan essn?“ Ja, war die Antwort, und wir haben Platzerl gekriegt.

Schön langsam sind dann die anderen Gäste und auch das 100-Jahre-Paar eingetroffen. Business as usual, Griaß-Gott-sogn, a Bier holn, Prost! (min. 30 Jahre Erfahrung). 10 Minuten Fußweg sin des zum Schoner, wo Freitags gegrillt wird. All-you-can-eat auf tirolerisch. Vor dem Lokal sind allerdings zwei Buam gewesen, die einem erst einmal einen Glühwein angeboten haben. Zu heiß und zu süß . Wenn man Raucher ist und ab und zu rausgeht, hatte man das Glück, richtig guten Glühwein zu erwischen. Die Susi hat geklagt: „Jetzt wearst scho von dene Hundskrippe abgfuit.“

Samstag

Aufgewacht, umgeschaut, alles ok! Der oane Musiker is scho weg, der andere muss der in dem Bett da sein. Dass ich nachts gewissermaßen auch musiziert habe, habe ich beim Frühstück erfahren. Der Thomas hat berichtet, dass ich mich mit dem Wolfgang schnarchend quasi unterhalten habe. Anscheinend haben wir nicht durcheinander geschnarcht.

Die klassische Frage beim Frühstück: Wos mach ma heit? Christkindlmarkt in Rattenberg? In Schwaz? Da müsste man fahren, da gibts aber Glühwein. Also eine Wanderung zum Goglhof, die nicht auf der asphaltierten Straße verläuft.

Ich wollte noch zum Sennerei-Laden und Käse kaufen, aber ich war zugeparkt vom Thomas (ein anderer). Der wollte aber auch dahin, also bin ich mitgefahren. Käse, Marmelade und Kleinigkeiten gekauft. Die Dong, dem Tom sei Frau, musste dann noch zum M-Preis und zum Schuhgeschäft (klingt klischeehaft, war aber so). Sie haben keine passenden Schuhe für Vanessa gefunden. Wir sind zu viert den anderen nachgewandert und haben sie am Zielort tatsächlich angetroffen, bei Kaiserschmarrn, Bier und sonstigen Leckereien.

Owe, noch Fügen, hod s ghoaßn, aber ich habe mir gedacht, jeder Meter owe is aa oana aufi.

Und so bin ich mit dem Artur, dem besten Bäcker von München (Konditorei Herrmann, Paul-Heyse-Str. 14, hingehen!) direkt zum heimatlichen Bauernhof marschiert. Über den Christkindlmarkt in Fügen miassn andere berichten, do war i ned dabei.

Zurück bei der Anna ist es ernst geworden. Die Claudia und der Peter haben eine ordentliche Party verdient. Erst haben wir gemampft, Schnitzel und alles was die Sau hergibt, sogar Hennerhaxn.

Sodann traten die Musiker in Aktion. Der Thomas, der Wolfgang, der Thomas (The Voice), der Marc und der Peter.

Von Uriah Heep bis zu den Toten Hosen und weit darüber hinaus. Als die Band aufgehört hat, wurde von Teilen des Publikums weitergesungen bis zu "Little Drummer Boy" und „Hänschenklein“. (Na) Guad Nacht.

Sonntag

Aufgwacht, gschnarcht (vorher), aber koan hods gstört. Gfrühstückt, schee wars.
No oane graucht, pfiate Anna, pfiat eich bis zum nächsten Moi.


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