Mietspekulation (Forum)

Lüngerl, Wednesday, 30.12.2015, 11:30 (vor 3758 Tagen)

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mietwohnungen-bitte-keinen-neuen-balkon-1.2798168

Bitte keinen neuen Balkon! Wenn ein Eigentümer seine Wohnung umfassend modernisiert, darf er danach die jährliche Miete um elf Prozent der Modernisierungskosten erhöhen. Große Wohnungskonzerne planen deshalb für 2016 Modernisierungen im großen Stil und machen damit bei den aktuell niedrigen Zinsen ein Bombengeschäft.

Weil ich grad schon am Frühstückstisch mit der Liebsten drüber diskutiert hab — ham auch grad eine Mieterhöhung bekommen —, stell ich die Frage nochmal in meiner Stammbeisl: Ich kann nicht verstehen, warum immer so komplizierte Regelwerke geschaffen werden, um "exorbitanten Mietsteigerungen" in den Ballungszentren entgegen zu wirken? Heiko Maas will nach seiner nahezu wirkungslosen Mietpreisbremse jetzt nachbessern.

Warum wird das Problem nicht einfach fiskalisch gelöst? Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Wer als Immobilienbesitzer der Gesellschaft einen Dienst erweist und human vermietet, zahlt wenig bis gar keine Steuern auf seine daraus resultierenden Einnahmen. Wer seine Mieter aussackelt, Wohnungsnot ausnutzt und den letzten Cent rauspresst, zahlt auf dieses Geschäft derart hohe Steuern, dass das Spekulantentum für ihn zum Nullsummenspiel wird. Wäre das nicht viel sinnvoller?

Mietspekulation

ice.bear#86, Wednesday, 30.12.2015, 11:48 (vor 3758 Tagen) @ Lüngerl

Sinnvoller und fairer wäre das, aber wer legt wie die Maßstäbe für "faire", "normale" und "überteuerte" Mieten fest? Prozentuale Bindung an den Mietspiegel?

Ein paar Statistiken zur Anregung

Lüngerl, Wednesday, 30.12.2015, 13:27 (vor 3758 Tagen) @ ice.bear#86

Sinnvoller und fairer wäre das, aber wer legt wie die Maßstäbe für "faire", "normale" und "überteuerte" Mieten fest? Prozentuale Bindung an den Mietspiegel?

Statistische Veränderung der Bruttolöhne und Gehälter in den vergangenen 20 Jahren: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/75731/umfrage/entwicklung-der-bruttoloehne-in-deutschland/

Statistische Entwicklung Mietpreisindex in den vergangenen 20 Jahren:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/70132/umfrage/mietindex-fuer-deutschland-1995-bis-2007/

Das sind schon mal Trends, die man in weitere Überlegungen einbeziehen sollte.

Statistiken vergleichbar gemacht

Herbert, Wednesday, 30.12.2015, 19:55 (vor 3757 Tagen) @ Lüngerl
bearbeitet von Herbert, Wednesday, 30.12.2015, 20:05

Servus,

hast Du Dir die Statistiken angeschaut?

Wenn ich richtig liege und keinen Denkfehler habe, dann schaut der Vergleich wie folgt aus:

Jahr: Gehalt: Geh-1: Miete:
92____8,50%
93____2,60%
94____1,70%
95____3,30%____79,2____81,9
96____1,00%____80,0____84,6
97____-0,20%___79,8____86,7
98____2,10%____81,5____87,7
99____3,00%____83,9____88,5
00____3,50%____86,8____89,6
01____1,90%____88,5____90,6
02____0,70%____89,1____91,8
03____-0,20%___88,9____92,8
04____0,50%____89,4____93,6
05____-0,20%___89,2____94,5
06____1,40%____90,5____95,5
07____3,20%____93,4____96,6
08____4,00%____97,1____97,8
09____0,10%____97,2____98,8
10____2,90%____100_____100
11____4,70%____104,7___101,3
12____4,00%____108,9___102,5
13____3,00%____112,2___103,8
14____3,80%____116,4___105,4

Und da ist die massive Gahaltserhöhung von 8,5% aus 1992 noch nicht mal berücksichtigt.

Ich sehe aus dieser Tabelle (wenn ich jetzt keinen echt massiven Denkfehler habe), dass die Gehälter sehr viel stärker steigen als die Mieten.

Statistiken vergleichbar gemacht

Lüngerl, Thursday, 31.12.2015, 11:13 (vor 3757 Tagen) @ Herbert

Die beiden Grafiken kann man so natürlich nicht vergleichen. Da hast du völlig recht. Mir ging es nur um den Trend und darum die Parameter, über die man reden muss, zu bebildern. Das hätte ich dazu schreiben müssen.

Ein großer Teil der Beschäftigten verfügt heute über eine geringere Kaufkraft als noch vor 20 Jahren. Die Nettoeinkommen sind zum Teil stark gesunken. Inflationsbereinigt verdienen die Deutschen weniger als vor der Jahrtausendwende. (1) / (2)

Leider nicht gesunken, sondern stark gestiegen sind hingegen Aufwendungen für die Mietzahlung, insbesondere in Ballungsräumen. Die Faustregel, nach der der Anteil der Miete am Einkommen 1/3 nicht übersteigen sollte, ist in München, Berlin, Hamburg etc lange schon nicht mehr haltbar. (3)

Nun könnte man wie unser Barfreund myXYZmind argumentieren, dann sollen die mit weniger Kohle halt in die Vorstädte oder noch weiter weg ziehen. Oma Häusler musste in den Münchner Gschichten schon in den 1970er Jahren ins Exil nach Neuperlach. Heute würden dafür weder Dachau noch Erding, Freising oder Grafrath reichen, weil die Fahrkosten die geringe Ersparnis auffressen – das Mietniveau im Umland ist dafür bereits zu hoch.

Das ist ein ernsthaftes Problem, dem man politisch entgegen wirken muss. Es kann auf Dauer für eine Gesellschaft nicht gesund sein und selbst ein Marktfetischist wie unser Freund wird das Münchner Flair schwer vermissen, wenn in seiner Umgebung nur noch Vermögende ohne Kinder in Luxuswohnungen leben. Viel Spaß im Zoo kann man da nur wünschen :-P

Statistiken vergleichbar gemacht

my invisible hand mind, Thursday, 31.12.2015, 11:31 (vor 3757 Tagen) @ Lüngerl

Die Grafiken sind schon vergleichbar. Und Herbert hat das auch genau richtig gemacht. Sinkende (Durchschnitts) Reallöhne haben wir vor allem durch die Ausweitung des Niedriglohnsektors.

Ob das allerdings zB für München stimmt, dass die Mieten weniger stark gestiegen sind als die Löhne vermag ich nicht zu sagen. Das Problem jeder Statistik ist, dass sie dir im Einzelfall nicht weiter hilft.

Ein Marktfetischist bin ich übrigens nicht. Ich erkenne schon an dass der Markt zu Härten und Ungerechtigkeiten führen kann, die auszugleichen sind,wenn wir von Grundbedürfnissen wie wohnen sprechen. Ohne eine Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus wird es nicht gehen. Aber ich bin auch strikt dagegn, den Markt dort durch Preisgrenzen zu vernichten wo er gut funktioniert.

Und: Meine These war bewusst und ausdrücklich provokant formuliert. Ich möchte nicht dass alle die es sich nicht leisten können aus der Innenstadt vertrieben werden. Diversität ist wichtig und erdet und verhindert Ghettobildung. Wohind das führen kann wenn nur noch die Geldigen in der Innenstadt wohnen kannst du in Paris, London, New York oder wo fast auch immer besichtigen.

Um mich hier nicht als hässlichen Neoliberalen darzustellen: Ich zahle lieber etwas mehr Steuern und kann dafür ohne Knarre aus dem Haus gehen.

Die beiden Grafiken kann man so natürlich nicht vergleichen. Da hast du völlig recht. Mir ging es nur um den Trend und darum die Parameter, über die man reden muss, zu bebildern. Das hätte ich dazu schreiben müssen.

Ein großer Teil der Beschäftigten verfügt heute über eine geringere Kaufkraft als noch vor 20 Jahren. Die Nettoeinkommen sind zum Teil stark gesunken. Inflationsbereinigt verdienen die Deutschen weniger als vor der Jahrtausendwende. (1) / (2)

Leider nicht gesunken, sondern stark gestiegen sind hingegen Aufwendungen für die Mietzahlung, insbesondere in Ballungsräumen. Die Faustregel, nach der der Anteil der Miete am Einkommen 1/3 nicht übersteigen sollte, ist in München, Berlin, Hamburg etc lange schon nicht mehr haltbar. (3)

Nun könnte man wie unser Barfreund myXYZmind argumentieren, dann sollen die mit weniger Kohle halt in die Vorstädte oder noch weiter weg ziehen. Oma Häusler musste in den Münchner Gschichten schon in den 1970er Jahren ins Exil nach Neuperlach. Heute würden dafür weder Dachau noch Erding, Freising oder Grafrath reichen, weil die Fahrkosten die geringe Ersparnis auffressen – das Mietniveau im Umland ist dafür bereits zu hoch.

Das ist ein ernsthaftes Problem, dem man politisch entgegen wirken muss. Es kann auf Dauer für eine Gesellschaft nicht gesund sein und selbst ein Marktfetischist wie unser Freund wird das Münchner Flair schwer vermissen, wenn in seiner Umgebung nur noch Vermögende ohne Kinder in Luxuswohnungen leben. Viel Spaß im Zoo kann man da nur wünschen :-P

Statistiken vergleichbar gemacht

Lüngerl, Thursday, 31.12.2015, 12:55 (vor 3757 Tagen) @ my invisible hand mind

Ich zahle lieber etwas mehr Steuern und kann dafür ohne Knarre aus dem Haus gehen.

Das hast sehr schön zusammengefasst

Um mich hier nicht als hässlichen Neoliberalen darzustellen

Weiß ich doch ;-) Du bist kein Holzkopf, dafür kennen wir uns hier schon zu lange. Prost!

Im Gegensatz zu unserem geschätzten Barfreund hjs, der hoffentlich bald wieder aus seiner Ich-bin-grantig-auf-euch-Phase zurückkehrt, hab ich nix dagegen, wenn es ab und an mal ruppig wird und Haltungen aufeinanderprallen. Das gehört zu einer Boazn dazu. Im im Großen und Ganzen finde ich dem Umgang der Stammgäste miteinander schwer in Ordnung.

Statistiken vergleichbar gemacht

Herbert, Thursday, 31.12.2015, 18:05 (vor 3757 Tagen) @ Lüngerl

Die beiden Grafiken kann man so natürlich nicht vergleichen. Da hast du völlig recht. Mir ging es nur um den Trend und darum die Parameter, über die man reden muss, zu bebildern. Das hätte ich dazu schreiben müssen.

Ich war auch total überrascht, aber die von Dir verlinkten Statistiken zeigen, dass die Mieten bei weitem nicht so stark steigen wie die Löhne. Nimm nur mal die letzten fünf Jahre in den Statistiken ab 2000 (Faktor 100 bei den Mieten):

Jahr:_____________Gehalt:___Miete:
2010____2,90%____100_____100
2011____4,70%____104,7___101,3
2012____4,00%____108,9___102,5
2013____3,00%____112,2___103,8
2014____3,80%____116,4___105,4

Nach fünf Jahren liegen die Einkommen bei 116,4 und die Miete bei 105,4 oder im Schnitt steigen die Mieten viel weniger als die Löhne.

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Lüngerl, Thursday, 31.12.2015, 20:27 (vor 3756 Tagen) @ Herbert

...klar, in einer Gesamtstatistik hast du natürlich auch Gegenden wie Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bremen etc. mit drin, die fallende Mieten aufweisen. Auch im Bayerischen Wald und in Teilen Frankens gibt es schrumpfende Dörfer und Kleinstädte, die Wohnungen knapp am Selbstkostenpreis vermieten würden. Nur hilft dir das nichts, wenn du in Frankfurt, Hamburg, München o.ä. daheim bist.

Die beiden Grafiken kann man so natürlich nicht vergleichen. Da hast du völlig recht. Mir ging es nur um den Trend und darum die Parameter, über die man reden muss, zu bebildern. Das hätte ich dazu schreiben müssen.

Ich war auch total überrascht, aber die von Dir verlinkten Statistiken zeigen, dass die Mieten bei weitem nicht so stark steigen wie die Löhne. Nimm nur mal die letzten fünf Jahre in den Statistiken ab 2000 (Faktor 100 bei den Mieten):

Jahr:_____________Gehalt:___Miete:
2010____2,90%____100_____100
2011____4,70%____104,7___101,3
2012____4,00%____108,9___102,5
2013____3,00%____112,2___103,8
2014____3,80%____116,4___105,4

Nach fünf Jahren liegen die Einkommen bei 116,4 und die Miete bei 105,4 oder im Schnitt steigen die Mieten viel weniger als die Löhne.

Statistiken vergleichbar gemacht

Herbert, Friday, 01.01.2016, 12:49 (vor 3756 Tagen) @ Lüngerl

...klar, in einer Gesamtstatistik hast du natürlich auch Gegenden wie Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bremen etc. mit drin, die fallende Mieten aufweisen. Auch im Bayerischen Wald und in Teilen Frankens gibt es schrumpfende Dörfer und Kleinstädte, die Wohnungen knapp am Selbstkostenpreis vermieten würden. Nur hilft dir das nichts, wenn du in Frankfurt, Hamburg, München o.ä. daheim bist.

Wobei die Einkommen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bremen, im Bayerischen Wald, etc. auch auf einem niedrigeren Level liegen, als z.B. in München.

Ich war selbst überrascht, dass die Miete nicht stärker ansteigt sondern meistens unter der Inflationsrate http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1046/umfrage/inflationsrate-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahr/ liegt. Dies würde dann ja bedeuten, dass andere "Güter" und "Dienstleistungen" schneller teurer werden als die Miete steigt und damit der Vermieter irgendwie "der Dumme" ist.

Statistiken vergleichbar gemacht

my statistics mind, Friday, 01.01.2016, 13:00 (vor 3756 Tagen) @ Herbert

Ich war selbst überrascht, dass die Miete nicht stärker ansteigt sondern meistens unter der Inflationsrate http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1046/umfrage/inflationsrate-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahr/ liegt. Dies würde dann ja bedeuten, dass andere "Güter" und "Dienstleistungen" schneller teurer werden als die Miete steigt und damit der Vermieter irgendwie "der Dumme" ist.

Nicht unbedingt. So ein Warenkorb ist ja ein Lebewesen. Dinge kommen dazu, verschwinden, werden real und nominal billiger oder teurer. Steigende Kaufkraft in Form höherer Einkommen führt dann eben nicht zu gleichmäßig steigenden Preisen auf den Gütermärkten, sondern zu Verschiebungen in der Nachfrage. Beispiel: Vor 20 Jahren hatte noch keiner ein Handy. Vor 10 Jahren schon fast jeder, aber man hat nicht viel Geld dafür ausgegeben. Heute braucht jeder alle 2 Jahre ein neues Teil zu Preisen für die man früher einen Laptop gekauft hat.

Statistiken vergleichbar gemacht

HHeinz @, München, Saturday, 02.01.2016, 00:39 (vor 3755 Tagen) @ Herbert

Die Zahlen können prinzipiell auch stimmen. Wer bekommt denn jedes Jahr eine Mieterhöhung bei einem laufenden Mietverhältnis (außer bei Staffel Mietverträgen)?

Ein Problem ist daher oft wenn man, aus welchem Grund auch immer, die Wohnung wechseln muss oder neu nach München zieht.


In der Landsberger Str. wurde vor einiger Zeit ein Appartment Komplex für Studenten beworben. Die versprochene Mietrendite kann man nur realisieren wenn man für die 25qm Appartments über 20 Euro/qm verlangt.

Wen es interessiert
http://muenchen.neubaukompass.de/Muenchen/Laim/Bauvorhaben-Studenten-Appartements-in-Laim/

Ich will das gar nicht idealisieren, denn Großstädte haben prinzipiell fast immer ein Wohnungsproblem, aber z.B. Wien ist schon vor jahrzehnten andere Wege gegangen und es scheint immerhin besser zu funktionieren als hier:
https://www.tagesschau.de/ausland/wohnen-in-wien-101.html

Damit der Fred endlich mal sachlich wird ...

tomtom, Saturday, 02.01.2016, 08:37 (vor 3755 Tagen) @ HHeinz
bearbeitet von tomtom, Saturday, 02.01.2016, 08:49

... und wir nicht andauernd vom Thema abschweifen – mein erstes Posting 2016: Wolfgang Ambros & Werner Schmidbauer – Die Blume aus dem Gemeindebau 2011. (-:

Nachtrag: Es gibt eine ganz gut gemachte Broschüre "Der Wiener Gemeindebau. Geschichte, Daten, Fakten", die habe ich in gedruckter Form vor zwei Jahren mal aus dem – sehr empfehlenswerten – Museum am Karl-Marx-Hof, Waschsalon mitgenommen. Die Hohe Warte (Link verspricht nicht das, was Ihr erwartet ...) ist übrigens ganz in der Nähe ...

Apropos, Notiz an mich selbst: Wien muss 2016 unbedingt mal wieder besucht werden! (-:

(..) Ich will das gar nicht idealisieren, denn Großstädte haben prinzipiell fast immer ein Wohnungsproblem, aber z.B. Wien ist schon vor jahrzehnten andere Wege gegangen und es scheint immerhin besser zu funktionieren als hier:
https://www.tagesschau.de/ausland/wohnen-in-wien-101.html

Mietspekulation? Sozialneid!

my invisible hand mind, Wednesday, 30.12.2015, 14:38 (vor 3758 Tagen) @ Lüngerl
bearbeitet von my invisible hand mind, Wednesday, 30.12.2015, 15:51

Wenn das Vermieten von Wohnraum so ein geiles Geschäft ist: Warum wird dann nicht mehr gebaut und vermietet?

Ich bin dafür das Thema grundsätzlich vom Markt regeln zu lassen. Mietpreisbremsen, Preisobergrenzen und ähnliches führen nur dazu, dass weniger gebaut wird. Die Renditen - auch wenn es keiner glauben will - sind doch für Neubauten ohnehin im Eimer. Wenn Du dir heute eine Wohnung kaufst, zahlst du locker das 25-fache der Jahresmiete.

Dafür must Du finanzieren, renovieren, Mietausfall kompensieren, Zinsrisiken tragen (wenn Du in 10 Jahren zu 7% refinanzierst) und die Nebenkosten tragen die nicht auf den Mieter umlegbar sind. Wenn da in den Folgejahren nicht Mietsteigerungen winken, dann ist das heute schon komplett uninteressant.

Fiskalisch gelöst wird das heute schon. Wenn Du keinen Gewinn aus der Vermietung erwirtschaftest, dann zahlst Du keine Steuern auf diese Einkünfte.

Ich stelle aber mal bewusst eine provokante These in den Raum: Wohnen ist zwar ein Grundbedürfnis, aber es hat durchaus nicht jeder ein Anrecht darauf im Zentrum eines Ballungsraumes zu wohnen. Du glaubst nicht wie billig der Wohnraum wird wenn Du nur eine Stunde mit dem Zug fährst!

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mietwohnungen-bitte-keinen-neuen-balkon-1.2798168

Bitte keinen neuen Balkon! Wenn ein Eigentümer seine Wohnung umfassend modernisiert, darf er danach die jährliche Miete um elf Prozent der Modernisierungskosten erhöhen. Große Wohnungskonzerne planen deshalb für 2016 Modernisierungen im großen Stil und machen damit bei den aktuell niedrigen Zinsen ein Bombengeschäft.

Weil ich grad schon am Frühstückstisch mit der Liebsten drüber diskutiert hab — ham auch grad eine Mieterhöhung bekommen —, stell ich die Frage nochmal in meiner Stammbeisl: Ich kann nicht verstehen, warum immer so komplizierte Regelwerke geschaffen werden, um "exorbitanten Mietsteigerungen" in den Ballungszentren entgegen zu wirken? Heiko Maas will nach seiner nahezu wirkungslosen Mietpreisbremse jetzt nachbessern.

Warum wird das Problem nicht einfach fiskalisch gelöst? Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Wer als Immobilienbesitzer der Gesellschaft einen Dienst erweist und human vermietet, zahlt wenig bis gar keine Steuern auf seine daraus resultierenden Einnahmen. Wer seine Mieter aussackelt, Wohnungsnot ausnutzt und den letzten Cent rauspresst, zahlt auf dieses Geschäft derart hohe Steuern, dass das Spekulantentum für ihn zum Nullsummenspiel wird. Wäre das nicht viel sinnvoller?

Mietspekulation? Sozialneid!

HHeinz @, München, Wednesday, 30.12.2015, 18:25 (vor 3757 Tagen) @ my invisible hand mind

Wenn das Vermieten von Wohnraum so ein geiles Geschäft ist: Warum wird dann nicht mehr gebaut und vermietet?

Ich empfehle Dir mal einen Spaziergang durch München ;-) Fast keine Straße ohne Baustelle.
Warum wird nicht noch mehr gebaut? München ist wenn ich mich recht erinnere bereits die am dicht besiedelt-ste Stadt Deutschlands.

Ich bin dafür das Thema grundsätzlich vom Markt regeln zu lassen. Mietpreisbremsen, Preisobergrenzen und ähnliches führen nur dazu, dass weniger gebaut wird. Die Renditen - auch wenn es keiner glauben will - sind doch für Neubauten ohnehin im Eimer. Wenn Du dir heute eine Wohnung kaufst, zahlst du locker das 25-fache der Jahresmiete.

Ein Markt schützt die Starken und tut wenig für die Schwachen. Denn wenn man auch teuer vermieten kann warum sollte man es günstiger tun? Man kann immer dafür sein etwas den Markt regeln zu lassen allerdings braucht man für einen funktionierenden Markt doch auch ein ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie eine Vielzahl an Marktteilnehmern.

Dafür must Du finanzieren, renovieren, Mietausfall kompensieren, Zinsrisiken tragen (wenn Du in 10 Jahren zu 7% refinanzierst) und die Nebenkosten tragen die nicht auf den Mieter umlegbar sind. Wenn da in den Folgejahren nicht Mietsteigerungen winken, dann ist das heute schon komplett uninteressant.

Du hast das glaube ich mit der Spekulation noch nicht verstanden ;-). Es gibt einige Immmobilienbesitzer die lassen die Wohnung komplett leer stehen. Der Gewinn entsteht momentan allein schon durch die steigenden Immobilienpreise, oft 10% pro Jahr. Das gilt leider auch für Grundstücke. Unbebaute Fläche ist in München ein rares Gut und wird immer wertvoller. Schön wer hier Grundbesitz hat.Nach 10 Jahren im Besitz ist ein Spekulationgewinn bei Privatpersonen steuerfrei. Als gewerblicher Verkäufer gilt wer ca. 3 Immobilien pro Jahr verkauft. In München kommt man vielleicht auch mit 2 ganz gut über die Runden.

Fiskalisch gelöst wird das heute schon. Wenn Du keinen Gewinn aus der Vermietung erwirtschaftest, dann zahlst Du keine Steuern auf diese Einkünfte.

Es ist in der Tat momentan schwierig bei einem Kauf über die Miete einen echten Gewinn zu erwirtschaften. Schuld sind häufig die hohen Grundstückspreise und dass man für besonders hohe Mieten besonders hohe Baustandards erfüllen muss.

Ich stelle aber mal bewusst eine provokante These in den Raum: Wohnen ist zwar ein Grundbedürfnis, aber es hat durchaus nicht jeder ein Anrecht darauf im Zentrum eines Ballungsraumes zu wohnen. Du glaubst nicht wie billig der Wohnraum wird wenn Du nur eine Stunde mit dem Zug fährst!

Ja es hat vermutlich durchaus Vorteile wenn ärmere Bevölkerungsschichten nicht direkt in der Stadt wohnen.Aber davon abgesehen gebe ich Dir in diesem Punkt sogar recht. Allerdings sollte man dabei nicht ignorieren dass der öffentliche Nahverkehr seit Jahren über der Inflationsrate die Preise erhöht, die Auslastung gerade im Berufsverkehr bereits sehr hoch ist und man inzwischen schon sehr weit fahren muss um eine echte Einsparung zu realisieren.
Zumindest wenn wir von München reden.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mietwohnungen-bitte-keinen-neuen-balkon-1.2798168

Bitte keinen neuen Balkon! Wenn ein Eigentümer seine Wohnung umfassend modernisiert, darf er danach die jährliche Miete um elf Prozent der Modernisierungskosten erhöhen. Große Wohnungskonzerne planen deshalb für 2016 Modernisierungen im großen Stil und machen damit bei den aktuell niedrigen Zinsen ein Bombengeschäft.

Weil ich grad schon am Frühstückstisch mit der Liebsten drüber diskutiert hab — ham auch grad eine Mieterhöhung bekommen —, stell ich die Frage nochmal in meiner Stammbeisl: Ich kann nicht verstehen, warum immer so komplizierte Regelwerke geschaffen werden, um "exorbitanten Mietsteigerungen" in den Ballungszentren entgegen zu wirken? Heiko Maas will nach seiner nahezu wirkungslosen Mietpreisbremse jetzt nachbessern.

Warum wird das Problem nicht einfach fiskalisch gelöst? Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Wer als Immobilienbesitzer der Gesellschaft einen Dienst erweist und human vermietet, zahlt wenig bis gar keine Steuern auf seine daraus resultierenden Einnahmen. Wer seine Mieter aussackelt, Wohnungsnot ausnutzt und den letzten Cent rauspresst, zahlt auf dieses Geschäft derart hohe Steuern, dass das Spekulantentum für ihn zum Nullsummenspiel wird. Wäre das nicht viel sinnvoller?

Die Wahrheit ist vermutlich dass es momentan keine politische Mehrheit für einen fairen Wohnungsmarkt gibt denn hier müsste der Staat massiv eingreifen und davor schreckt er, aus teilweise nachvollziehbaren Gründen, zurück.

Es sind auch oft Kommunen oder das Land welche Grundstücke und Liegenschaften meistbietend versteigern oder es werden ganze Wohnungsbaugesellschaften verkauft. Da wo ich wohne (Nymphenburg) hat die Deutsche Bahn über Grundstücksgesellschaften riesige Grundstücksflächen über mehrere Jahre ausgeschlachtet. Entstanden ist entlang der S-Bahn Stammstrecke größtenteils Wohnraum im gehobenen Preissegment sowie Sozialwohnungen. Die Einnahmen hat die Deutsche Bahn inzwischen in ihren Bilanzen verfrühstückt.

Klingt vermutlich viel nach Klassenkampf, ich möchte aber betonen dass ich persönlich mit meiner Wohnsituation einigermaßen zufrieden bin.
Wer arm ist für den sorgt der Staat, wer reich ist kann für sich selbst sorgen. Wer irgendwo dazwischen liegt der muss sich eben nach der Decke strecken.

Das oben angesprochene Gesetz ist eben hauptsächlich ein Ergebnis guter Lobbyarbeit. Ich finde aber den Ansatz, über die Besteuerung eine gewisse Lenkungsfunktion zu erreichen, nicht unattraktiv. Nur müsste der Staat dann eben die zusätzlichen Mittel auch in diesem Bereich wieder reinvestieren.

So entsteht am Osram Gelände in Giesing jetzt leider nicht unser modernes Parkhaus für Pendler und Fussballfans sondern Luxuswohnungen in Isarnähe. Wie schade ;-)

Mietspekulation? Sozialneid!

my invisible hand mind, Wednesday, 30.12.2015, 22:56 (vor 3757 Tagen) @ HHeinz

Wenn das Vermieten von Wohnraum so ein geiles Geschäft ist: Warum wird dann nicht mehr gebaut und vermietet?

Ich empfehle Dir mal einen Spaziergang durch München ;-) Fast keine Straße ohne Baustelle.

Warum wird nicht noch mehr gebaut? München ist wenn ich mich recht erinnere bereits die am dicht besiedelt-ste Stadt

Das spricht ja dafür dass das Preisniveau passt. Genauso wie die Wiesnmass nicht zu teuer ist, so voll wie die Zelte sind.

Ein Markt schützt die Starken und tut wenig für die Schwachen. Denn wenn man auch teuer vermieten kann warum sollte man es günstiger tun? Man kann immer dafür sein etwas den Markt regeln zu lassen allerdings braucht man für einen funktionierenden Markt doch auch ein ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie eine Vielzahl an Marktteilnehmern.

Mein lieber Heinz. Du gehst Propaganda auf den Leim. Der Markt schützt doch nicht den Starken. Er sorgt über den Preis für Ausgleich von Angebot und Nachfrage und setzt Preissignale. Das funktioniert nicht wenn man Preisobergrenzen festlegt. Das haben die dusseligen Kommunisten in der DDR auch versucht.

Du hast das glaube ich mit der Spekulation noch nicht verstanden ;-). Es gibt einige Immmobilienbesitzer die lassen die Wohnung komplett leer stehen. Der Gewinn entsteht momentan allein schon durch die steigenden Immobilienpreise, oft 10% pro Jahr. Das gilt leider auch für Grundstücke. Unbebaute Fläche ist in München ein rares Gut und wird immer wertvoller. Schön wer hier Grundbesitz hat.Nach 10 Jahren im Besitz ist ein Spekulationgewinn bei Privatpersonen steuerfrei. Als gewerblicher Verkäufer gilt wer ca. 3 Immobilien pro Jahr verkauft. In München kommt man vielleicht auch mit 2 ganz gut über die Runden.

Das Wesen der Spekulation nicht verstanden? Die Spekulation und ich wir verstehen uns!

Mietspekulation? Sozialneid!

HHeinz @, München, Thursday, 31.12.2015, 01:23 (vor 3757 Tagen) @ my invisible hand mind

Ein Markt schützt die Starken und tut wenig für die Schwachen. Denn wenn man auch teuer vermieten kann warum sollte man es günstiger tun? Man kann immer dafür sein etwas den Markt regeln zu lassen allerdings braucht man für einen funktionierenden Markt doch auch ein ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie eine Vielzahl an Marktteilnehmern.


Mein lieber Heinz. Du gehst Propaganda auf den Leim. Der Markt schützt doch nicht den Starken. Er sorgt über den Preis für Ausgleich von Angebot und Nachfrage und setzt Preissignale. Das funktioniert nicht wenn man Preisobergrenzen festlegt. Das haben die dusseligen Kommunisten in der DDR auch versucht.

Ich mache meine Propaganda grundsätzlich selber. Wenn man mit" einfach immer mehr (Luxuswohnungen) Bauen" das Problem lösen könnte dann müsste ja London ein Traum für Mieter sein denn dort gibt es prinzipiell ja Wohnungen für über 8 Mio. Menschen. München ist ja da im Vergleich immer noch ein Dorf.

Die DDR war ein armer Staat, Deutschland ist prinzipiell ein reiches Land, dass es sich auch leisten könnte bestimmte Märkte falls notwendig zu regulieren. Das schreckt zwar Spekulanten ab aber mit dem Preis könnte ich durchaus leben.

Aber, und das ist ja das Schöne an der deutschen Demokratie. Man muss sich in diesem Punkt keine großen Sorgen machen. Alles wird so bleiben wie es ist und dazu braucht es inzwischen nicht einmal mehr die FDP. Wenn das mal kein Fortschritt ist.

Ich bekomme nächstes Jahr auch einen Balkon und eine Wärmedämmung spendiert, allerdings werden bei mir vermutlich nicht 11% der Kosten sofort auf die Miete aufgeschlagen.

Die Wärmedämmung würde sich nach 25 Jahren sogar rentieren. Leider sagt der Hersteller dass sie nach 15-20 Jahren erneuert werden muss. Aber über Fördermittel lässt sich das weitgehend ausgleichen.

Mietspekulation? Sozialneid!

ex-mitglied, Friday, 01.01.2016, 17:21 (vor 3756 Tagen) @ HHeinz

erlaube mir, den folgenden link in die Diskussion einzuschieben;
auch, wenn der Artikel für Nichtarchitekten wahrscheinlich eher eine Zumutung ist
(was hoffentlich nicht an meinem eigenen Anteil am Text liegt ;-)):

BAK: "Wohnungsbau für alle" (BAK = Bundesarchitektenkammer)

Der Verband versucht jedenfalls, auch etwas zur Verbesserung beizutragen...zugegebenermaßen auch getrieben durch die Flüchtlingsfrage, aber eben nicht nur dadurch, denn die Wohnraumproblematik ist ein wirklich wichtiges Thema in den kommenden Jahren.

Mietspekulation? Sozialneid!

my lektor mind, Sunday, 03.01.2016, 09:59 (vor 3754 Tagen) @ ex-mitglied

Das Thema an sich ist ja interessant. Was an dem Text total nervt sind die Ausrufezeichen in jeder Zwischenüberschrift. Da du ja Mitautor bist rege ich folgende Verbesserungen für die nächste Überarbeitung des Papiers an:

- Ausrufezeichen streichen
- maximal 1-seitige Zusammenfassung der Kernthesen als executive summary am Anfang des Textes

erlaube mir, den folgenden link in die Diskussion einzuschieben;
auch, wenn der Artikel für Nichtarchitekten wahrscheinlich eher eine Zumutung ist
(was hoffentlich nicht an meinem eigenen Anteil am Text liegt ;-)):

BAK: "Wohnungsbau für alle" (BAK = Bundesarchitektenkammer)

Der Verband versucht jedenfalls, auch etwas zur Verbesserung beizutragen...zugegebenermaßen auch getrieben durch die Flüchtlingsfrage, aber eben nicht nur dadurch, denn die Wohnraumproblematik ist ein wirklich wichtiges Thema in den kommenden Jahren.

Mietspekulation? Sozialneid

ex-mitglied, Sunday, 03.01.2016, 17:27 (vor 3754 Tagen) @ my lektor mind

merci für die Lektur ;-)
Deine Vorschläge decken sich sehr genau mit meinen ersten Aregungen zu Textverbesserung.
Aber an dem Text haben bundesweit sicher rund 50 Leute mitgekocht, dafür ist das vorliegende Ergebnis noch relativ brauchbar.
Inhaltlich gehts aber in reine gute Richtung, man wird hoffentlich noch öfter davon hören.

Das Thema an sich ist ja interessant. Was an dem Text total nervt sind die Ausrufezeichen in jeder Zwischenüberschrift. Da du ja Mitautor bist rege ich folgende Verbesserungen für die nächste Überarbeitung des Papiers an:

- Ausrufezeichen streichen
- maximal 1-seitige Zusammenfassung der Kernthesen als executive summary am Anfang des Textes

Warum wollen dann immer ausgerechnet diejenigen....

Löwenbomber, Thursday, 31.12.2015, 10:31 (vor 3757 Tagen) @ my invisible hand mind

...Arschlöcher in der Stadtmitte wohnen, die sich über Lärm auf den Straßen nachts beschweren? Und die, die damit leben können, weil sie selbst gern weggehen, müssen rausziehen, das macht ja keinen Sinn!


Zitat: Ich stelle aber mal bewusst eine provokante These in den Raum: Wohnen ist zwar ein Grundbedürfnis, aber es hat durchaus nicht jeder ein Anrecht darauf im Zentrum eines Ballungsraumes zu wohnen. Du glaubst nicht wie billig der Wohnraum wird wenn Du nur eine Stunde mit dem Zug fährst!

Warum wollen dann immer ausgerechnet diejenigen....

my invisible hand mind, Thursday, 31.12.2015, 11:36 (vor 3757 Tagen) @ Löwenbomber

Verrückt oder? Aber so ist der Mensch. Zu Zeiten der Stadtflucht sind die Städter rausgezogen und haben sich über Kirchenglocken und Misthaufen beschwert. Jetzt ist es anders herum.

Der Mensch denkt gerne, dass er durch einen Immobilienkauf auch das nähere und weiter Umfeld mit erworben hat.

...Arschlöcher in der Stadtmitte wohnen, die sich über Lärm auf den Straßen nachts beschweren? Und die, die damit leben können, weil sie selbst gern weggehen, müssen rausziehen, das macht ja keinen Sinn!


Zitat: Ich stelle aber mal bewusst eine provokante These in den Raum: Wohnen ist zwar ein Grundbedürfnis, aber es hat durchaus nicht jeder ein Anrecht darauf im Zentrum eines Ballungsraumes zu wohnen. Du glaubst nicht wie billig der Wohnraum wird wenn Du nur eine Stunde mit dem Zug fährst!

Warum wollen dann immer ausgerechnet diejenigen....

Rosenheimer Löwe, Thursday, 31.12.2015, 13:31 (vor 3757 Tagen) @ Löwenbomber

Du glaubst nicht wie billig der Wohnraum wird wenn Du nur eine Stunde mit dem Zug fährst!


Dann fahr aber besser nicht in Richtung Rosenheim, weil da von "billig" nicht die Rede sein kann.

Warum wollen dann immer ausgerechnet diejenigen....

Schwabinger, Thursday, 31.12.2015, 18:05 (vor 3757 Tagen) @ Rosenheimer Löwe

Du glaubst nicht wie billig der Wohnraum wird wenn Du nur eine Stunde mit dem Zug fährst!

Dann fahr aber besser nicht in Richtung Rosenheim, weil da von "billig" nicht die Rede sein kann.

Aber Richtung Mühldorf geht es noch. Wobei es da auch ordentlich angezogen hat und weiter anziehen wird. Vor allem wenn die A94 fertig ist.

Wahre Worte!

Schwabinger, Thursday, 31.12.2015, 18:05 (vor 3757 Tagen) @ Löwenbomber

ohne Text

Ha,ha, jetzt erst gesehen: Sozialneid!

Lüngerl, Thursday, 31.12.2015, 16:14 (vor 3757 Tagen) @ my invisible hand mind

Dass du den alten Kampfbegriff gleich mit reingeworfen hast, war mir glatt entgangen.

Sozialneid ist ganz was anderes. Wenn du dir einen Pelzmantel, einen Porsche und Schampus bis zum Abwinken gönnst, ich mir das aber nicht leisten kann und dir deshalb gram bin oder Vorhaltungen mache, das wäre Sozialneid. Sozialneid ist dumm und macht hässlich. Wegen mir kannst du zehn Pelzmäntel tragen, ein Dutzend Luxusautos fahren und täglich in Prickelbrause baden, das interessiert mich überhaupt nicht.

Wenn du aber eine schnuckelige Zweitwohnung für deine Opernbesuche in der Stadt suchst und deshalb Oma Häusler ausziehen muss oder die alleinerziehende Verena mit Tochter Hanna (4) und dabei das gesamte Umfeld immer teurer wird, weil die Bude und mit ihr das gesamte Haus erstmal auf dein Niveau gebracht werden müssen, dann kriegen wir ein Problem miteinander und das hat nichts mit Sozialneid zu tun.

Aber ich bin sicher, den Unterschied kennst du selbst. Prost!

Lüngerl, Du solltest Finanzminister werden!

Löwenbomber, Sunday, 31.01.2016, 20:02 (vor 3725 Tagen) @ Lüngerl

Oder Bundeskanzler.

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Ich denkle das muß man alles globaler sehen

Fred, München, Monday, 01.02.2016, 10:07 (vor 3725 Tagen) @ Lüngerl

Unser Mietpreisproblem ist vielschichtig.
Singles in Dreizimmerwohnungen sind keine Seltenheit mehr. Wer ko, der ko... Andererseits leben oftmals vor allen Dingen ältere Herrschaften in Häusern bzw. Wohnungen, die noch aus der Zeit stammen, in der die Familie 4 oder 5 Köpfe hatte. Ich will damit sagen, dass es auch ein Problem des Wohnraumanspruches und der vernünftigen Verteilung des Wohnraums ist.
Vor gut 100 Jahren wurden in der Donnersbergerstraße noch Tagesbetten an Bahnarbeiter vermietet, d.h. der Schichtarbeiter mietete sich lediglich ein Bett von 7.00 - 15.00 Uhr. Dass das Bett standardmäßig vom Hauptbewohner genutzt wurde, versteht sich.
Klar ist das das andere Extrem. Seit diesen beengten Tagen benötigen wir immer mehr persönlichen Wohnraum. Und das regelt natürlich der Markt.
Darum werden zwangsläufig wieder Wohngemeinschaften entstehen und überzählige Zimmer werden halt wieder untervermietet. Da sehe ich ein Riesenpotential. Auch in neuen Wohnformen, in denen sich mehrere Familien Zentralbereiche teilen (ok - außers Klo :-D ). Dies täte unserer Gesellschaft ohnehin gut und beherbergt zudem ein riesiges integratives Potential. Oma Häusler hatte auch den Herrn Heinrich einquartiert.

Letztlich spiegelt sich auch hier mal wieder unser überzogenes Anspruchsdenken wider. Wir müssen endlich verstehen, dass wir grundsätzlich für einen globalen Ausgleich des Wohlstandsgefälles sorgen müssen. Dass dieser für uns ein paar Schritte nach unten bedingt, ist undiskutabel, wie auch der Umstand, dass ein solcher Anpassungsvorgang auch im Inland eine Umverteilung von oben nach unten bedingt. Ansonst werden wir wohl ungemütliche Zeiten mit dramatischen Verteilungskämpfen vor uns haben. Dann werden wir uns auch nicht mehr über Mietpreise unterhalten. Und auch nicht über Investorenphantome ungeklärter Herkunft.

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