Hast recht (Forum)
Also gut, du hast dich bemüht. Bemüh ich mich auch mal.
Das mit dem Nicht-Parteimitglied ist geschenkt. Es hat schon immer mehr Leute gegeben, die am Rand stehen und alles besser wissen, als solche, die anpacken und sich die Finger schmutzig machen.
Das "Früher-war-alles-besser"-Argument ist ahistorisch, es ist intellektuell schwachbrüstig und es ist, wenn man es auf die SPD beschränkt, bösartig.
Es ist ahistorisch, weil genau das, was heutigen SPD-Politikern - nicht nur denen, aber bleiben wir mal da - vorgeworfen wird, nämlich das Kompromisslerische um der Macht willen, genau das wurde in den 60ern der Generation Brandt, Bahr, Schmidt, Wehner vorgeworfen. Das begann mit Bad Godesberg, ging weiter mit den Personenkult-Wahlkämpfen von Willy Brandt seit Anfang der 60er und fand seinen Höhepunkt in der Großen Koalition unter Kiesinger. Warum haben wir keine aufrechten Sozialdemokraten wie Ollenhauer und Schumacher mehr! Das Argument ist übrigens noch viel älter, wir hatten die alten Römer aber heute schon mal, da geh ich jetzt nicht mehr hin.
Es ist intellektuell schwachbrüstig, vor allem, wenn es um die angesprochene Korruption geht. So genau durchleuchtet wie heute wurden Politiker noch nie. Der ganze Schmu mit Günstlingen, mit der Wirtschaft wie noch vor 30 oder 50 Jahren ist heute gar nicht mehr möglich. Die genannten Beispiele sind Ausnahmen, früher waren sie die Regel. Im Übrigen wird der von dir genannte Gerhard Schröder in manchen Kreisen als Musterbeispiel für aufrechten Gang genannt, weil er für bestimmte Inhalte seine Macht aufs Spiel und letztlich verloren hat. Aber das nur nebenbei.
Es ist schließlich bösartig. Denn warum sollte es in der SPD anders als in anderen Parteien sein? Die Gesellschaft kriegt die Politiker, die sie möchte. So ist das.
Ich kann es aber auch kürzer sagen: Eine Würdigung, von jemand, den man schätzt, die mit einer Bösartigkeit verbunden ist, ist vielleicht gar keine Würdigung.
Oder noch kürzer: Blabla.
